Am 18.10.2022 fand im Nordosten Ungarns die feierlichen Übergabe des Eisenbahnterminals der East-West Intermodális Logisztikai Zrt. in Fényeslitke statt. Das intermodale Terminal mit 5G-Technologie nahe der ukrainisch-ungarischen Grenze soll den internationalen Handel unterstützen und die weiter nördlich gelegenen europäischen Umschlagzentren im Ost-West-Güterverkehr entlasten.

Vor der Jahrtausendwende war das benachbarte Záhony auch ein wichtiger Umschlagstandort, aber im Laufe der Jahre sind die in Polen und Weißrussland errichteten Logistikeinrichtungen zum Zentrum des Ost-West-Verkehrs geworden, das „East-West-Gate“ (EWG) soll jetzt Ungarn wieder mit auf die Landkarte setzen. Die 85 ha große Anlage zielt darauf ab, bis zu 1 Mio. TEU pro Jahr zwischen Zügen der Breitspur (1.520 mm) und Normalspur (1.435 mm) und auf Lkw umzuladen. Genutzt werden Kräne mit einer Tragfähigkeit von bis zu 180 t, die in der Lage sind, vier Güterzüge gleichzeitig zu bearbeiten. Auch Sondergüter wie Gascontainertanks und Chemikalien können hier umgeschagen werden und das Terminal ist durch die NIKRASA-Technologie auch für die Verladung herkömmlicher Straßensattelauflieger auf Schienen geeignet.
Die Rolle des 30 Mrd. HUF (ca. 72,5 Mio. EUR) teuren Terminals bestand ursprünglich darin, sich mit dem weltweiten Landhandelsnetz und der Seidenstraße zu verbinden. Erst Covid und dann der Krieg haben die Beziehungen zwischen Ost und West grundlegend verändert, aber trotz der schlechten Beziehungen beziehen viele Staaten einen erheblichen Teil ihrer Getreidevorräte aus der Ukraine. Es wird erwartet, dass Getreidelieferungen aus der Ukraine mit der Eröffnung des EWG einen Schub erhalten werden, da es über Fényeslitke die schnellste und effizienteste Route zur Adria ist. Ab November sollen hier 800 t Getreide und 450 cbm Sonnenblumenöl pro Stunde umschlagen werden.

