Die Bosnische Staatsbahn ŽFBH hat eine öffentliche Ausschreibung für die Planung einer neuen Nord-Süd-Bahnstrecke angekündigt. Die 50 km lange Strecke von Vareš nach Banovići würde den Schienenverkehr zu den Adriahäfen, u. a. den Transport vom Kohlebergwerk Banovići, erheblich verkürzen.
Der geplante neue Abschnitt soll die Trassen zweier bestehender Bahnstrecken miteinander verknüpfen. Eine davon ist die Strecke Podlugovi – Vareš, die 1953 von 760-mm-Spur auf Normalspur umgebaut wurde und seit einiger Zeit nur noch auf einem kurzen Abschnitt für den Güterverkehr genutzt wird, die andere ist die Strecke Živinice – Banovići, die 1946 mit Hilfe von Organisationen der Jugendarbeit errichtet wurde und nur von Güterzügen genutzt wird.
Die Realisierung würde das Gebiet im zentralen Teil von Bosnien und Herzegowina mit nachgewiesenem bedeutenden Mineralreichtum zwischen den drei wirtschaftlich stärksten Kantonen Sarajevo, Zenica-Doboj und Tuzla direkt miteinander verbinden und den TEN-T-Korridor Vc (Podlugovi – Šarajevo – Čapljina – Ploče/HR) mit der Bahnstrecke Brčko – Banovići mit Anschluss an die Strecke Doboj – Tuzla – Zvornik vernetzen. Während der nördliche Teil der Bosnabahn Šamac – Sarajevo über Doboj durch das Gebiet der Republika Srpska führt, wäre mit der Neubaustrecke künftig eine Umfahrung dieses Gebiets möglich.
Die Ausschreibung für die Erstellung von Studien mit einem Konzeptentwurf für die neue Eisenbahnlinie Vareš – Banovići mit Harmonisierung zu den bestehenden Eisenbahnstrecken Podlugovi – Vareš und Banovići – Živinice hat einen Auftragswert von 600.000 BAM (ca. 300.000 EUR), der Ausführungszeitraum beträgt ein Jahr.
Die Idee für das Eisenbahnprojekt Vareš – Banovići ist mehr als 70 Jahre alt. Gemäß der kürzlich aufgestellten Verkehrsstrategie für den Zeitraum bis 2030 ist es notwendig, kurzfristig entsprechende Studienunterlagen zur Bewertung zu erstellen.

