In der Bergbauregion Schiltal (Valea Jiului), lange Zeit das wichtigste Kohlenabbaugebiet in Rumänien und heute von hoher Arbeitslosigkeit geprägt, wurde kürzlich eine Industriebahn des Complexul Energetic Hunedoara (CEH) von gerichtlichen Insolvenzverwaltern für einen unbedeutenden Betrag verkauft.
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Die Bahnstrecke zwischen Lupeni und Uricani wurde als Teil des Hunedoara-Energiekomplexes zum Verkauf angeboten und bei der öffentlichen Auktion am 18.01.2024 für ca. 90.000 EUR an eine Firma in Târgu Jiu versteigert und vollständig bezahlt. Offiziell wurde sie nicht als Altmetall verkauft, sondern als Anlagevermögen, was den Käufer verpflichtet, alle erforderlichen Genehmigungen einzuholen, wenn er es stilllegen möchte. Aber sie wird aufgrund des hohen Schrottwerts der Gleise und Brücken höchstwahrscheinlich verschrottet werden. Das 1948 eröffnete Bergwerk Uricani wurde im Jahr 2020 als Teil des europäischen „Green Deal“, der die Schließung des Kohlenbergbaus und die Einstellung der Kohleverstromung bis 2034 vorsieht, geschlossen und abgerissen.
Der Bürgermeister von Lupeni ist geschockt, er erfuhr erst von dem Verkauf, als er eine Adresse vom Käufer erhielt. Er hält das nicht für verheißungsvoll, und außerdem könne ein Unternehmen aus seiner Sicht nicht einige Vermögenswerte des rumänischen Staates verkaufen. Es hätte eine viel breitere Debatte oder sogar eine Stellungnahme des Verkehrsministeriums geben müssen, da es eine Frage der nationalen Strategie sei.
Auch auf der CFR-Strecke von Petroșani nach Lupeni ist schon lange kein Zug mehr gefahren. Um das Jiu-Tal in Richtung umweltfreundlicher Industrien zu führen, wurde mit dem Verkehrsministerium über eine touristische Eisenbahnlinie zwischen den Ortschaften des Jiu-Tals gesprochen. Südlich von Lupeni befindet sich das Erholungs- und Wintersportzentrum Straja. Ein Touristenzug wird dann nicht mehr in der Lage sein, Uricani zu erreichen. Für Uricani war auch ein Quarzabbau angedacht.

