[SE] Reaktivierung der Lysekil-Linie

Nach acht Jahren der Untätigkeit hat die schwedische Verkehrsverwaltung (Trafikverket) beschlossen, die Wartung für die Strecke Munkedal – Lysekil wieder aufzunehmen, wenn die Regierung Mittel für eine Modernisierung der Strecke bewilligt.

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Es sollen „Sondermittel in dem Umfang bereitgestellt werden, der für die Erneuerung der Strecke erforderlich ist“, v. a. zum Transport militärischer Güter. Die Kosten betragen etwa 31 Mio. SEK (2,9 Mio. EUR). Ungefähr 10.000 Schwellen müssen ersetzt werden, aber es wird keinen Gleisaustausch geben und die Oberleitung wird nicht wiederherstellt. Die Strecke wird so ausgebaut, dass ein begrenzter Verkehr mit Diesellokomotiven mit maximal 40 km/h möglich ist.

Für weitere 91 Mio. SEK (8,5 Mio. EUR) könnte auf der Lysekil-Linie wieder ein täglicher Verkehr mit Güterzügen abgewickelt werden, jedoch mit Geschwindigkeitsbegrenzungen an mehreren Bahnübergängen, deren Anlagen ebenfalls abgebaut worden sind.

Die Lysekil-Linie ist seit der Einstellung des einst umfangreichen Güterverkehrs (zwei Zugpaare täglich nach Uddevalla) im Jahr 2010 in Verfall geraten. Im Sommer 2021 wurde die Oberleitung abgebaut, nachdem Kupferdiebe 1000 m davon gestohlen hatten. Die Streitkräfte wiesen jedoch 2022 darauf hin, dass Schwedens Versorgungssicherheit und die Fähigkeit, das Gastland zu unterstützen, durch eine robuste und redundante Verkehrsinfrastruktur gestärkt werden müssen. In dieser Hinsicht sind Westschweden und die Verbindungen zur Nordsee von strategischer Bedeutung.

2024 wurde Schweden Vollmitglied der NATO, und in der kürzlich eingereichten Stellungnahme der schwedischen Streitkräfte zum Vorschlag der Schwedischen Verkehrsverwaltung für den Nationalen Plan für Infrastruktur 2026–2037 werden Zugänglichkeit, Betriebssicherheit, Redundanz, die Möglichkeit alternativer Strecken, hohe Tragfähigkeit und Kapazität betont. Aus diesem Grund werden derzeit auch die Strecken Jörn – Arvidsjaur und Bollnäs – Edsbyn (– Orsa) freigeschnitten, damit die Schwedische Verkehrsverwaltung die Möglichkeit eines zukünftigen Verkehrs auf den beiden Abschnitten untersuchen kann.

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