Die am Bahnhof Schwarzerden gelegene KNDS Deutschland Maintenance baut zukünftig eine größere Anzahl an Panzern vom Typ Patria 6×6 für die Bundeswehr. Offenbar befindet sich hierfür eine Flächenausweitung in Planung, die auch das Gelände des Bahnhofs Schwarzerden in Anspruch nähme und damit eine künftige Nutzung für den Schienenverkehr unterbinden würde. Der Pächter der Strecke, der Landkreis St. Wendel, hat daher den Pachtvertrag für die Museumsbahn zunächst nur bis Ende 2026 verlängert.
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Eine erste Charge über ca. 300 Fahrzeuge wurde am 17.12.2025 beauftragt, weitere Lieferungen von bis zu 3.500 Fahrzeugen sind möglich. Der Gemeinderat Freisen hat deshalb im Herbst 2025 beschlossen, den Flächennutzungsplan im Bereich des bestehenden Industriegeländes anzupassen und hierfür Bebauungspläne aufzustellen. Die Planung sowie Erschließung und Bereitstellung der Flächen soll dabei durch die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar (gwSaar) erfolgen, eine Tochtergesellschaft der SHS Strukturholding Saar.
Neben derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen soll dabei auch die gesamte angrenzende Fläche des Bahnhofs Schwarzerden in die Änderungen einbezogen werden. Der dort bislang vorhandene Vorrang für Eisenbahnzwecke, dementsprechend die Flächen auch tatsächlich genutzt werden, soll somit entfallen. Stattdessen sollen die Flächen zukünftig einem gewerblich-industriellen Zweck dienen. Es ist von einer schnellstmöglichen Umwidmung der Bahnfläche zu einer Industrie- und Gewerbefläche für die KNDS auszugehen.
Der Arbeitskreis Ostertalbahn (AkO) als derzeitiger Nutzer, seit 2002 betreibt dieser einen touristischen Zugbetrieb auf der Ostertalbahn zwischen Ottweiler(Saar) und Schwarzerden, kritisiert dieses Vorgehen scharf und fordern eine sofortige Anpassung der Planungen. Die Flächen des Bahnhofs Schwarzerden sowie die dazugehörigen Zuwegungen und für die Betriebsabwicklung erforderlichen Flächen müssten umgehend von den geplanten Änderungen ausgenommen werden. Die bisherige Zweckbestimmung für Eisenbahnzwecke sollte auch zukünftig erhalten bleiben und bei der Bauleitplanung entsprechend berücksichtigt werden. Bisher wurde von keiner Stelle die mögliche Rolle der Bahnstrecke als Transportmittel oder die Auswirkungen der Erweiterungen auf die Ostertalbahn erwähnt.
Durch den beschlossenen Bau der Panzer ergeben sich an mehreren Stellen sinnvolle Möglichkeiten für einen Bahntransport. Sofern eine Komplettfertigung vor Ort geplant ist, müssen große Mengen an Stahl und einzelnen Bauteilen angeliefert werden. Falls die Fahrgestelle/Rahmen andernorts produziert werden oder sogar nur die Endfertigung in Schwarzerden stattfinden soll, müssen noch größere und schwerere Bauteile angeliefert werden. Aufgrund des Gewichts und der Menge der zu produzierenden Fahrzeuge ist daher in allen Fällen ein Straßentransport nicht wirtschaftlich und stattdessen ein Schienentransport zu bevorzugen. Unabhängig davon könnte die bestehende Bahnverbindung auch wieder für den Transport der Fahrzeuge von und zur Wartung genutzt werden, anstatt diese einzeln per Tieflader zu transportieren.
1999 war es dem AkO gelungen, die Bahnstrecke zum 01.01.2000 zu übernehmen und damit vor der Stilllegung zu bewahren. Seitdem wird die Strecke ununterbrochen in einem betriebsfähigen Zustand vorgehalten und durch den Landkreis St. Wendel als öffentliche, nicht-bundeseigene Eisenbahnstrecke betrieben. Aufgrund der Zulassung mit der höchsten in Deutschland möglichen Streckenklasse D4 sind auch schwerste Güterzüge und insbesondere Militärtransporte auf der Strecke möglich. Erlaubt sind somit Züge mit 350 m Länge und einer Last von 22,5t/Achse und 8t/m.
Der AkO sieht in der Erweiterung der KNDS eine einmalige Chance für die Gemeinde Freisen und das Saarland insgesamt. Diese Investition müsse aber gleichzeitig die vorhandene Infrastruktur stärken und die Eisenbahnstrecke erhalten, sodass attraktive Bedingungen für den Wirtschaftsstandort geschaffen werden und auch langfristig bestehen bleiben.

