[PL] Ausbau des Eisenbahnknotens Wrocław/Breslau

Polens staatlicher Schienennetzbetreiber PKP PLK und die Zentralflughafen-Projektgesellschaft Centralny Port Komunikacyjny (CPK) haben am 17.11.2025 eine Vereinbarung über die Koordinierung des geplanten Ausbaus des Eisenbahnknotens Wrocław/Breslau unterzeichnet. Ziel dessen ist es u. a., dass die Züge der Hochgeschwindigkeitslinie „Y“ Warszawa – CPK – Łódź – Wrocław / Poznań, die von der CPK realisiert werden soll, schnell Wrocław Główny/Breslau Hbf erreichen können. Für die Funktionalität des Hauptbahnhofs wie auch für die weitere Entwicklung des S- und Regionalverkehrs sowie des Güterverkehrs ist die bauliche Ausgestaltung der Einfahrt der ab 2035 geplanten Hochgeschwindigkeitszüge in die Stadt von entscheidender Bedeutung.

  • Baumaßnahmen südöstlich des Hauptbahnhofs:

Die Hochgeschwindigkeitszüge werden aus Richtung Jelcz-Laskowice/Laskowitz-Beckern in die Stadt einfahren, wofür am Bahnhof Siechnice/Tschechnitz die Grenze zwischen den Investitionen von CPK und PLK festgelegt wurde. Im Bereich Święta Katarzyna/Kattern und Brochów/Brockau wird es zu einer Neuordnung mit kollisionsfreien Ausfädelungen kommen. Die HGV-Züge sollen an den längsten Bahnsteigen des Hauptbahnhofs halten, sie werden dafür verlängert. Die Strecke nach Świdnica/Schweidnitz wird im Stadtgebiet erhöht, was den Bau einer Straßenbahnstrecke nach Jagodno ermöglicht. Im Rahmen der Modernisierung wird die Güterumgehungsbahn renoviert und mit neuen Haltepunkten für die Aufnahme des Personenverkehrs versehen, um die Verkehrsverhältnisse des südlichen Teils von Breslau zu verbessern.

Grafik: PKP PLK
  • Baumaßnahmen nordwestlich des Hauptbahnhofs:

Bereits zum Jahreswechsel wird PKP PLK eine Ausschreibung für die Renovierung des Abschnitts Wrocław Psie Pole/Breslau-Hundsfeld – Wrocław Sołtysowice/Breslau-Schottwitz starten. In naher Zukunft wird nach 37 Jahren der Kopfbahnhof Wrocław Świebodzki/Breslau Freiburger Bahnhof wieder zum Leben erweckt. 2029 sollen von hier wieder Züge in Richtung Środa Śl./Neumarkt(Schles), Wołów/Wohlau und Kąty Wr./Kanth abfahren, was den Hauptbahnhof entlasten wird. Die bereits erhöht liegende Westeinfahrt bis zur Abzweigstelle Grabiszyń/Gräbschen erhält ein viertes Gleis samt Überwerfungsbauwerk. Durch den Umbau dieser Abzweigstelle werden von hier künftig auch Züge in Richtung Trzebnica/Trebnitz(Schles), Rawicz/Rawitsch und Oleśnica/Oels fahren können, wodurch Wrocław Świebodzki auch zu einem Bahnhof für überregionale Verbindungen wird. Zudem soll er eine Schlüsselrolle während dem Umbau des Eisenbahnknotens spielen.

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In Zusammenarbeit mit der Stadt ist außerdem der Bau des Haltepunkts Wrocław Maślice geplant, der die Bahn deutlich näher an die Bewohner einer großen Wohnsiedlung bringen wird und auch mit einer neuen Straßenbahnanbindung verknüpft wird.

  • Baumaßnahmen für den Güterverkehr:

Der Ausbau des Eisenbahnknotens Breslau wird auch direkt die Bedingungen für den Güterverkehr verbessern. Neben dem Schienenstrang der CPK-Hochgeschwindigkeitsstrecke in Richtung Warszawa/Warschau, die ebenfalls für den Güterverkehr vorgesehen ist, wird PKP PLK zwischen Bierutów/Bernstadt(Schles) und Czernica Wrocławska/Tschirne eine eigene, davon abzweigende Strecke bauen, die dann weiter zum Rangierbahnhof Wrocław Brochów und zur Güterumgehungsbahn führt. Dies ermöglicht es, den Güterverkehr vom Personenverkehr im Stadtzentrum zu trennen.

Aktuell ist der Knoten bereits an der Kapazitätsgrenze angelangt. Im Jahr 2024 lag die Frequenz des Hauptbahnhofs bei einer Rekordzahl von fast 29 Mio. Fahrgästen. Mit der raschen Entwicklung des S- und Regionalverkehrs wird der Ausbau des Knotens daher zur Notwendigkeit. Die Investitionen sollen es ermöglichen, das Netz an die wachsende Zahl der Agglomerationsverbindungen anzupassen, den effizienten Betrieb des Knotens nach Einführung der HGV-Linie zu gewährleisten, den Güterverkehr zu optimieren und zudem die Bedingungen für die Umsetzung eines festen Taktfahrplans zu schaffen.

Die Projekte sollen bis Ende 2034 unter Aufrechterhaltung des Eisenbahnverkehrs umgesetzt werden.

[DE] Kostenfreie Stornierungen ab 15. Dezember

Nach Aussage der Bundesnetzagentur (BNetzA) wird der Bescheid zum Trassenpreissystem (TPS) 2026 erst kurz vor Fahrplanwechsel (13. / 14.12.2025) erlassen. Um den EVU die Möglichkeit zu geben, nach Genehmigung der Entgelte angebotsseitig zu reagieren, bietet DB InfraGO ab dem 15. Dezember für die Dauer von fünf Werktagen an, kostenfrei zu stornieren.

Hintergrund für die späte Genehmigung der Entgelte zum TPS 2026 sind offene Fragen bei der Berechnung der Obergrenze der Gesamtkosten (OGK) aufgrund des vom Bundestag beschlossenen „Gesetz zur Abmilderung des Trassenentgeltanstiegs“ sowie der Anrechnung der zugesagten Instandhaltungsfinanzierung für 2026.

Am 5. Dezember wird sich das Verwaltungsgericht Köln mit den Auswirkungen des Gesetzes auseinandersetzen und prüfen, ob die zuvor per Eilbeschluss festgelegte OGK anzupassen ist. Erst danach kann die BNetzA den Bescheid zum TPS 2026 erlassen.

Die Regelung zum kostenfreien Stornierungszeitfenster steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die BNetzA. Diese gilt als sehr wahrscheinlich.

[DE] Huntebrücke: Sperrzeit verlängert

Im Rahmen der erforderlichen Reparaturarbeiten an der beschädigten Eisenbahnbrücke über der Hunte bei Oldenburg wurde die geplante Sperrzeit im Dezember verlängert. Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven bleibt damit wie folgt nicht anfahrbar: 

  • Verlängerung um 19 Stunden im Vergleich zur ursprünglichen Planung: Freitag, 05.12.2025 ab 23:00 Uhr bis Montag, 08.12.2025 um 23:00 Uhr
  • Die bereits angekündigte Sperrung im November bleibt unverändert bestehen: Freitag, 21.11.2025 ab 23:00 Uhr bis Montag, 24.11.2025 um 04:00 Uhr 

 

[CH] Fachtagung Eisenbahninfrastruktur

Die Bahnen müssen mit verschiedenen neuen Entwicklungen und Herausforderungen Schritt halten. Um den Austausch dazu zu fördern, hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) der Schweiz auch dieses Jahr eine Fachtagung organisiert. Sie hat am 19. 11.2025 in Ittigen stattgefunden. Insgesamt waren rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort.

Ein wichtiges Thema der diesjährigen Fachtagung war die zukünftige Mittelverfügbarkeit im Bahninfrastrukturfonds (BIF). Über diesen wird unter anderem der Substanzerhalt der Eisenbahninfrastruktur finanziert, dies im Rahmen von vierjährigen Leistungsvereinbarungen (LV) zwischen dem BAV und den Infrastrukturbetreiberinnen (ISB). Für die kommenden Perioden zeichnet sich ab, dass die verfügbaren Mittel voraussichtlich nicht ausreichen werden, um den von den Bahnen angemeldeten Bedarf für den Substanzerhalt vollständig zu decken.

Im Rahmen der Fachtagung fand eine Podiumsdiskussion zwischen Martin von Känel (Stv. Direktor des BAV) und Daniel Schafer (CEO der BLS und Präsident der KIS – Kommission Infrastruktur des VöV) statt. Für das BAV ist wichtig, dass gemeinsam tragfähige Lösungen gesucht werden, um die Kostenentwicklung im positiven Sinn zu beeinflussen.  «Ein Kulturwandel bei allen Beteiligten dürfte der Schlüssel sein, um diese Aufgabe zu meistern», bilanzierte Martin von Känel.

Weitere Themen der Fachtagung waren das Krisenmanagement bei Naturereignissen, die Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen, die Digitalisierung der Prozesse zwischen BAV und ISB, die zukünftige Richtlinie zu Vereinbarungen der ISB mit Dritten sowie die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) während Bauarbeiten.

Der stellvertretende BAV-Direktor Martin von Känel (in der Bildmitte rechts) beim Podiumsgespräch mit BLS-CEO Daniel Schafer (links von ihm), der als Präsident der Kommission Infrastruktur des VöV die Branche vertritt. Foto: BAV

[DE] Startschuss für Westumfahrung Alte Süderelbe

Mit der Unterzeichnung des Allianzvertrags hat die Hamburg Port Authority (HPA) den offiziellen Startschuss für das Großprojekt „Westumfahrung Alte Süderelbe (WASE)“ gegeben. Erstmals setzt die HPA bei einem reinen Bahnprojekt auf das Modell der Integrierten Projektallianz (IPA) – ein Ansatz, der Planung, Bau und Projektsteuerung eng verzahnt, um Effizienz, Qualität und Terminsicherheit zu erhöhen. Mit Abschluss der Vertragsunterzeichnung ist die Vorbereitungsphase beendet, in der die Grundlagen der Zusammenarbeit gelegt wurden. In der nun beginnenden Planungsphase werden Inhalte, Leistungsdefinitionen und Zielkosten gemeinsam erarbeitet.

Die Westumfahrung soll den Engpass im nördlichen Bereich des Bahnhofs Alte Süderelbe beseitigen und das Hafenbahnnetz deutlich leistungsfähiger machen. Prognosen zufolge wird das heutige Aufkommen von rund 200 Zügen pro Werktag bis 2030 deutlich steigen. Mit dem Projekt WASE entsteht eine zweigleisige, elektrifizierte Umfahrung westlich des Bahnhofs.

Das Projekt wird in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit STRABAG Rail Fahrleitungen und mit der Bietergemeinschaft KEMNA, WILLKE rail, Aug. Prien Bauunternehmen, WIWA Kampfmittelbergung umgesetzt. Der Mehrparteienvertrag verpflichtet alle Beteiligten zu gemeinsamer Verantwortung und transparenter Zusammenarbeit.

Foto: hpa

Gegenstand des Vorhabens ist die zweigleisige Westumfahrung des Bahnhofs Alte Süderelbe zur Entlastung des nördlichen Knotens und einer Leistungssteigerung des westlichen Hafenbahnsystems. Der Umbaubereich beginnt südlich des Bahnhofs Alte Süderelbe bei km 12,158. Bis etwa km 13,006 erfolgt neben der Errichtung von Signalen, einschließlich Kabeltiefbaus, eine Elektrifizierung des bisherigen Ausziehgleises ASE 520. Zwischen km 13,006 bis ca. km 14,638 erfolgt die Herstellung der Westumfahrung mit Umbau und Anpassung der Gleislagen. Nördlich an die Eisenbahnüberführung Vollhöfner Weiden anschließend – im Bereich von km 13,201 bis ca. km 13,350 – wird eine Dammanpassung auf bestehender Fläche durchgeführt. Nördlich von km 14,638 erfolgt der Übergang in die Bestandsgleise WHO 032 / 033, in welchen bis ca. km 15,250 ebenfalls noch Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik angepasst und Signale neu errichtet werden. Aufgrund der Anpassungen im Nordkopf des Bahnhofs muss weiterhin die bestehende Hochwasserschutzlinie versetzt werden. Die neue Hochwasserschutzwand wird auf Grundlage der aktuellen Bemessungswasserständen errichtet.

[PL] Erster Kran für Terminal Małaszewicze

In dem von der CLIP Group betriebenen East Poland Terminal in Małaszewicze wurde der erste von zwei elektrisch betriebenen RTG-Krananlagen mit einer Spannweite von 40 Metern und einer Tragfähigkeit von 40 Tonnen errichtet.

Das Terminal wird mit sechs Gleisen für die Abfertigung ganzer Züge in Breitspur (1.520 mm) und Normalspur (1.435 mm) ausgestattet. Voraussichtliche Fertigstellung ist im Juni 2026.

Foto: CLIP

[DE] Umleiterverkehr im Raum Schwedt

Eien Vollsperrung der Strecke Angermünde – Passow wegen eines Brückeneinschubes bei Welsow-Bruchhagen machte vom 11. bis 19.11.2025 eine großräumige Umleitung via Stettin und Pasewalk notwendig. Zur Bedienung des PCK Schwedt musste somit drei Mal Kopf gemacht werden (Pasewalk, Stettin-Scheune und Passow), die Züge wurden im „Sandwich“ mit Loks der Baureihe 232 bespannt. Die leider sehr beschränkten Kapazitäten der deutschen Infrastruktur in Pasewalk und Angermünde behinderten nach Aussage von Beteiligten den Ablauf die Umleiterverkehre stark.

Zum Einsatz kamen unter anderem:

  • Bahnbetrieb Gera (BBG) 232 093, 232 529, 232 701
  • DB Cargo 232 005, 232 303, 232 309
  • Leipziger Eisenbahnverkehrsgesellschaft (LEG) 132 004, 132 158, 232 446, 232 904

Die 49 Kilometer lange Strecke zwischen Angermünde und der Bundesgrenze (D/PL) in Richtung Szczecin wird für 160 km/h ausgebaut, mit einem zweiten Gleis ausgestattet und durchgehend elektrifiziert. Weitere Informationen: bauprojekte.deutschebahn.com/p/angermuende-stettin

[AT] Österreichischer Infrastrukturreport 2026

Der am 14.11.2025 präsentierte Österreichische Infrastrukturreport 2026 der Initiative Future Business Austria liefert klare Forderungen und Einschätzungen der heimischen Manager zum Standort Österreich und seiner Infrastruktur. Die Erhebung macht auch deutlich, dass die Zufriedenheit mit den Leistungen der ÖBB spürbar abgenommen hat. Besonders kritisch wird die Pünktlichkeit bewertet – 37 Prozent der befragten Führungskräfte sehen hier eine klare Verschlechterung in jüngster Zeit.

Angesichts der sparmaßnahmenbedingten Verschiebung von Schienen- und Straßenprojekten fordern 83 Prozent der Manager, dass der Bund die Länder künftig stärker einbindet, um Verkehrsinfrastrukturprojekte besser an regionalen Bedürfnissen auszurichten. 89 Prozent wünschen sich explizit eine Beschleunigung des Ausbaus von Schienennetzen, insbesondere S-Bahn-Netze und Regionalverkehr. Priorität schreiben die heimischen Führungskräfte dem Ausbau der Nordwestbahn (62 Prozent) und der Laaer Ostbahn (42 Prozent) sowie dem Streckenausbau auf der Nordbahn (50 Prozent) zu.

Mehr dazu online auf www.infrastrukturreport.at

[CZ] Planung für einfache Streckenelektrifizierungen

Ende Oktober 2025 hat die tschechische Eisenbahnverwaltung Správa železnic (SŽCZ) bestätigt, dass sie im Hinblick auf die fehlenden Mittel im Staatshaushalt das genehmigte Konzept für die Entwicklung der elektrischen Traktion in der Tschechischen Republik trotzdem einhält. Die Strecke von Rudoltice v Čechách/Rudelsdorf nach Lanškroun/Landskron soll die erste sein, die der sogenannten einfachen Elektrifizierung unterzogen wird. Im Gegensatz zur Elektrifizierung der Strecken im Rahmen einer Gesamtmodernisierung soll die Methode einer einfachen Elektrifizierung in der Regel nur den Bau der Oberleitung beinhalten und kostengünstiger sein. Der Plan für eine einfache Elektrifizierung geht auf ein Konzept zurück, das im Dezember 2023 vom Verkehrsministerium genehmigt wurde.

Projekte, die bereits vom Zentralausschuss genehmigt wurden:

  • Einfache Elektrifizierung der Strecke Opava-Východ (a) – Krnov (e).
  • Einfache Elektrifizierung inkl. ETCS der Strecke Rudoltice v Čechách – Lanškroun; eine Ausschreibung für einen Auftragnehmer ist im Gange, der Baubeginn ist spätestens im kommenden Jahr geplant.
  • Einfache Elektrifizierung Klatovy (a) – Železná Ruda-Alžbětín (e); Designer wurde bereits ausgewählt.
  • Einfache Elektrifizierung Kladno – Rakovník.
  • Einfache Sanierung und Elektrifizierung des Abschnitts Havlíčkův Brod – Hlinsko.

Einfache Elektrifizierungen zur Genehmigung durch die Zentralkommission, die bereits von der SŽCZ eingereicht wurden:

  • Bludov/Postřelmov – Jeseník
  • Kladno – Kralupy nad Vltavou inkl. Jeneč – Středokluky
  • Zdice – Písek.

Einzureichen im Laufe des Jahres:

  • České Budějovice – Nová Pec.

[DE] Fördersatz TraFög steigt leicht

Ab 01.12.2025 bis zum Ende der Fahrplanperiode am 13.12.2025 beträgt der Fördersatz bei der Trassenpreisförderung im Schienengüterverkehr (TraFöG) 36,8 % statt aktuell 35,5 %. Das teilte die DB InfraGo nach Genehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) mit. Er steigt aufgrund einer aktualisierten Prognose der Betriebsleistung Schienengüterverkehr.