[DE] Dresden – Bautzen: Brückenschäden

Nach bislang nicht bestätigten Informationen wird auf dem Abschnitt Radeberg – Arnsdorf der zweigleisigen Hauptbahn Dresden – Görlitz die Streckenklasse ab 14.12.2025 wegen Brückenschäden auf B abgesenkt. Als Folge müssen schwere Güterzüge einen Umweg via Kamenz / Hosena nehmen.

Problematik: Auf der Umleiterstrecke sind die Stellwerke nur tagsüber „unter der Woche“ besetzt. Als Folge wird es übergangsweise am frühen Morgen Zugauslegungen im SPNV auf der S8 geben, um Trassen für den Güterverkehr zu ermöglichen. Ab August 2026 plant die DB InfraGO nach der Ausbildung von weiterem Personal auch eine dauerhafte Besetzung der Stellwerke zwischen Kamenz und Hosena sicherstellen zu können.

[DE] Pegnitztal: Sperrung verlängert

Die Instandsetzung der Pegnitzbrücken zwischen Hersbruck (rechts der Pegnitz) und Pegnitz erweist sich nach Auskunft der DB InfraGO als technisch deutlich komplexer als zunächst erwartet. Daher wird die aktuelle Streckensperrung nach aktuellem Stand bis Mitte nächsten Jahres bestehen bleiben müssen. Die DB InfraGO hatte zunächst damit gerechnet, die Strecke bereits ab Februar 2026 wieder für den Zugverkehr freigeben zu können.

[DE] Huntebrücke in Oldenburg beschädigt

Bei fortlaufenden Instandsetzungsmaßnahmen der DB InfraGO ist an der Eisenbahnklappbrücke über die Hunte in Oldenburg (Oldb) ein Materialschaden festgestellt worden. Daher kann die Brücke bis auf Weiteres nur eingleisig befahren werden, was zu Einschränkungen im Zug- und Schiffsverkehr führt. Täglich passieren mehr als 100 Züge das rund 70 Jahre alte Bauwerk, darunter etwa 90 Reise- und mehr als 30 Güterzüge. 

Im Obergurt, dem Trägerteil des Gegengewichts der Brücke, wurde am 04.11.2025 bei planmäßigen Instandsetzungsarbeiten ein Riss entdeckt. Aus Sicherheitsgründen und um die Belastung zu reduzieren, musste ein Klappteil der Brücke festgesetzt und ein Gleis gesperrt werden. Das zweite Gleis kann mit reduzierter Geschwindigkeit (20 km/h) für den Zugverkehr frei bleiben. Eine Vollsperrung konnte so vermieden werden. Schiffe können die Brücke im Wechsel unter dem klappbaren Teil passieren.

Bis wieder regulärer Zugverkehr möglich ist, muss das rund 500 Tonnen schwere Gegengewicht der Brücke mit speziellen Hydraulikeinheiten abgestützt werden. Nach einer ersten Schätzung werden die Arbeiten dafür voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern. 

Im Anschluss kann das beschädigte Bauteil am Obergurt ausgetauscht werden. Diese Arbeiten können überwiegend nachts erfolgen und wirken sich voraussichtlich nicht oder nur kurzfristig auf den Zugverkehr aus.

[DE/AT] Mühldorf – Braunau ohne Elektrifizierungsperspektive

Eine Resolution der Stadt Simbach an Bundesverkehrsminister Schnieder hinsichtlich der Elektrifizierung der Strecke Mühldorf (Oberbay) – Simbach (Inn) ist ausgefallen wie befürchtet: „Es besteht derzeit noch keine Umsetzungsperspektive (…)“, hieß es aus dem Verkehrsministerium.

Die Passauer Neue Presse (PNP) berichtete am 03.11.2025, dass damit auch die gewohnten Direktverbindungen in Form der RE Simbach – München wegfallen würden, wenn der Ausbau zwischen München und Mühldorf irgendwann fertig ist. Es entstehe eine 30 km lange Oberleitungslücke zwischen München und Linz, denn die ÖBB haben zwar die Elektrifizierung bis Braunau am Inn aus Richtung Salzburg und Linz begonnen, aber die ÖBB-Personenzüge würden dann nur noch bis Braunau fahren. Die Problematik mit der Elektrifizierung wird zusätzlich verschärft durch einen notwendigen Neubau der Innbrücke im Abschnitt Simbach – Braunau.

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Der Ausbau der Strecke Mühldorf – Simbach (Elektrifizierung, zusätzlicher Kreuzungsbahnhof Julbach und Geschwindigkeitserhöhung auf 160 km/h) wurde zwar in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen und dem Projekt ABS 38 eingeordnet, aber während bei den Planungen für die bisherige ABS 38 die Hälfte der Abschnitte sich bereits im Genehmigungsverfahren befindet, herrscht im neu hinzu gekommenen Abschnitt Mühldorf – Simbach aktuell kompletter Stillstand und wartet schon seit längerer Zeit auf den Planungsauftrag durch das Bundesverkehrsministerium.

[BG/GR] Kooperation der Aufsichtsbehörden

Die Präsidentinnen der Eisenbahnaufsichtsbehörden von Bulgarien und Griechenland, Kalinka Velikova und Georgia Aifantopoulou, haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Ziel ist unter Einhaltung der europäischen Vorgaben den grenzüberschreitenden Verkehr zu stärken, die Sicherheit zu verbessern und die Interoperabilität im gesamteuropäischen Grenzverkehr zu erleichtern.

[AT] Koralmbahn: Güterverkehr startet

Noch bevor im Dezember 2025 die ersten Personenzüge über die Koralmbahn rollen, fahren seit Anfang November schon die ersten Güterzüge auf der neuen Strecke. Als einer der ersten Güterzüge wurde am 4. November ein Einzelwagenzug der ÖBB Rail Cargo Group auf die neue Strecke geschickt.

Die Koralmbahn ist nach ÖBB-Aussage ein Meilenstein für den Güterverkehr in Österreich und Europa. Züge zwischen Villach Süd und Graz müssen künftig nicht mehr den Umweg über Knittelfeld, Leoben und Frohnleiten nehmen und kommen schneller ans Ziel. Die neue Flachstrecke ermöglicht es, Züge mit höheren Lasten von zusätzlich 250 bis 280 Tonnen pro Zug zu transportieren.

Der ÖBB-Premierenzug am 04.11.2025. Von links nach rechts: Verschieber Johannes Waldhauser, Vorstandssprecher Clemens Först, Triebfahrzeugführer Martin Schubert. Foto: ÖBB / Hofmann

[DE] Neues KV-Terminal für Dortmund

Im Dortmunder Logistikpark Westfalenhütte soll ein neues Terminal für den Kombinierten Verkehr (KV) entstehen, das sich insbesondere auf den Umschlag von Trailern spezialisieren wird. Zum Bau und Betrieb des Terminals beabsichtigen duisport (45 %), Captrain (45 %) und die Dortmunder Hafen AG (10 %) die Gründung eines Joint Ventures.

Das KV-Terminal wird auf einem derzeit ungenutzten und rund 150.000 Quadratmeter großen Gelände der Dortmunder Eisenbahn (DE), einem Tochterunternehmen von Captrain und der Dortmunder Hafen AG, errichtet. Das künftige Trailer-Terminal wird vier Gleise mit jeweils rund 400 Metern Länge, einen Portalkran sowie Reachstacker umfassen und Abstellflächen für mehrere Hundert Trailer-Einheiten bieten. Der Baubeginn ist für das zweite Halbjahr 2026 vorgesehen, die Fertigstellung wird derzeit für frühestens Ende 2027 angestrebt.

Foto: Luftbild Hans Blossey / Captrain

[DE] JWP wegen Bauarbeiten nicht erreichbar

Wegen Bauarbeiten ist das Terminal JadeWeserPort (JWP) in Wilhelmshaven nach Aussage von TFG Transfracht zu den folgenden Zeiten nicht anfahrbar: 

  • Freitag, 21.11.2025, 23.00 Uhr bis Montag, 24.11.2025, 04.00 Uhr
  • Freitag, 05.12.2025, 23.00 Uhr bis Montag, 08.12.2025, 04.00 Uhr 

[DE] Zeitz: Fördermittel für DRE / BRE

Das Land Sachsen-Anhalt stellt der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH (DRE) und deren Tochter, der Bayerische Regionaleisenbahn GmbH (BRE), in diesem Jahr insgesamt 251.000 EUR Fördermittel für die Sanierung von Gleisen und Weichen bereit.

Mit Hilfe der Landesförderung sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Firmen am Chemie- und Industriepark Zeitz ihre Produkttransporte auch künftig über die Schiene abwickeln können.

Die DRE das Fördergeld (101.000 EUR), um im Rahmen der Instandsetzung des Oberbaus am Streckenabschnitt Rackith-Pretzsch die Gleisanlagen zu sanieren und mehrere hundert Schwellen auszuwechseln. Die BRE will mit der finanziellen Unterstützung (50.000 EUR) am Bahnhof Tröglitz Gleise und Weichen sanieren sowie alte Schwellen durch neue ersetzen.

Der Standort Industriepark Zeitz erhielt bereits am 16.10.2025 Zuwendungsbescheide für Millionenförderungen.

[FR] Streckenreaktivierung in Cherbourg

Das vor einem Jahr im Hafen von Cherbourg-en-Cotentin eröffnete Werk Orano NPS zur Herstellung von Containern für den Transport und die Trockenlagerung von Atommüll soll per Bahn angebunden werden. Mit Unterstützung der Hafenbehörde Ports de Normandie wird das Unternehmen einen Abschnitt der stillgelegten Strecke entlang des Boulevard Maritime wiederbeleben.

Nach der Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auf dem ersten Abschnitt des Hafenabzweigs, um einen täglichen Service der Brittany Ferries nach Bayonne zu ermöglichen, hat Orano NPS beschlossen, einen Kilometer der Strecke zu sanieren, um den Transport von so genannten TN Eagle-Containern (Container für den Transport und die Trockenlagerung von Atommüll), die hauptsächlich für den Export bestimmt sind, zu seinem Terminal in Valognes zu ermöglichen. Dies wird auch die Versorgung der Anlage mit den benötigten Materialien, die derzeit über die Straße angeliefert werden, rationalisieren. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten an der Eisenbahnstrecke werden auf 600.000 EUR geschätzt. Ein Viertel der Mittel stammt von Ports de Normandie, der Rest von Orano.

Die Arbeiten könnten in den kommenden Wochen beginnen. Der einzige Güterverkehr zwischen Caen und Cherbourg, abgesehen von der neuen „Autoroute Ferroviaire“ von Bayonne, ist derzeit der unregelmäßige Hexafret-Service nach Valognes, der Abfallstoffe aus Kernkraftwerken in ganz Frankreich transportiert. Dieser wird dann auf der Straße zur Recyclinganlage in La Hague, etwa 20 km westlich von Cherbourg, transportiert.