[DK/DE] Fehmarnbelt-Querung verspätet

Wie lokale Medien berichten wird der deutsche Teil der Schienenanbindung zum Fehmarnbelt-Tunnel mindestens drei Jahre später fertig als geplant. Berufen wird sich auf eine vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) am 21.07.2025 veröffentlichte Bekanntmachung: „Die Bauzeit für das Tunnelbauwerk und der Anschlussinfrastruktur beträgt mitsamt der Inbetriebnahme ca. 6 Jahre und 5 Monate.“ Sollte dies eintreffen ist die geplante Eröffnung des Bauwerkes Ende 2029 somit obsolet.

Ähnliche Bedenken wurden schon vorher geäußert und seitens der DB mehrfach zurückgewiesen.

[DE] Konzept für ein gemeinwohlorientiertes Trassenpreissystem

Der Verband DIE GÜTERBAHNEN haben am 22.07.2025 einen Vorschlag zu einer grundlegenden Reform des Trassenpreissystems im Schienenverkehr vorgelegt. Enthalten ist, das System im Einklang mit den aktuellen Empfehlungen der EU-Kommission auf Grenzkosten umzustellen, Trassenpreise nicht mehr mehrfach jährlich schwanken zu lassen und sich bei der Höhe an den verkehrspolitischen Zielen des Bundes zu orientieren. „Eine Höhe von circa 2 Euro pro Kilometer für den Standard-Güterzug wäre ideal. Höhere Preise sind bei der verladenden Wirtschaft kaum vermittelbar und führen zu immer mehr Wechsel auf den Lkw. Funktionierender Wettbewerb ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht möglich, wie wir schon seit 2023 sehen: Es wird wieder vermehrt mit dem Lkw transportiert“, sagt Peter Westenberger, Geschäftsführer der GÜTERBAHNEN, in einem Pressegespräch in Berlin.

Im derzeit geltenden Vollkostenmodell müssen die Nutzer der Schienen alle Infrastrukturkosten tragen – samt Gewinnaufschlag und Konzernumlage. Das Modell sollte nach den Vorstellungen der GÜTERBAHNEN bis zum kommenden Frühjahr entwickelt und von Bundestag und Bundesrat vor der Sommerpause 2026 beschlossen werden, so dass es spätestens zum 01.01.2027 in Kraft treten kann.

[PL] Terminal Bydgoszcz nur auf dem Papier

Das intermodale Terminal, welches am Bahnhof Emilianowo bei Bydgoszcz/Bromberg im Rahmen des Nationalen Wiederaufbauprogramms gebaut werden sollte, befindet sich seit fast einem Jahr in Liquidation. Diese ist weder abgeschlossen, noch ist die Gründung eines neuen Unternehmens bekannt. Laut Gericht sind die Liquidationsanträge fehlerhaft.

Mehrheitsaktionär des Unternehmens ist das Nationale Zentrum für die Förderung der Landwirtschaft (KOWR) – eine staatliche Institution, die sich mit der Entwicklung ländlicher Gebiete befasst. Die anderen Vertragspartner sind die Woiwodschaft Kujawien-Pommern, die Polnischen Staatsbahnen (PKP), die Gemeinde Nowa Wieś Wielka, die Hafenbehörde Gdynia, der Industrie- und Technologiepark Bydgoszcz und PKP Cargo.

Das Unternehmen verfügte jedoch nicht über die Mittel, um das Projekt fortzusetzen und auch keine Grundstücke, auf denen die Investition getätigt werden könnte. Nach Angaben von PKP Polskie Linie Kolejowe wurden die Gesamtkosten für den Bau auf etwa 250 Mio. PLN (59 Mio. EUR) geschätzt.

Das einzige Vermögen des Unternehmens ist die Umweltgenehmigung. Die Gesellschafter des Unternehmens beschlossen Ende Januar, die Genehmigung im Rahmen der Unternehmensliquidation zu verkaufen. Geplant war, dass der Industrie- und Technologiepark Bydgoszcz sie erwerben würde.

Nach dem Machtwechsel Ende 2023 begann sich das KOWR von diesem Projekt zu distanzieren. Es hieß, dass das gesamte Investitionsprojekt nicht in den Aufgabenbereich des KOWR falle. Noch deutlicher äußerte sich Jan Szopiński, stellvertretender Leiter von KOWR, ehemaliger stellvertretender Marschall der Woiwodschaft und ehemaliger stellvertretender Bürgermeister von Bydgoszcz: „KOWR ist nicht dazu da, eine Eisenbahn oder einen Umschlagbahnhof zu bauen.“

[DE] Terminals in Regensburg und Passau nicht erreichbar

Wegen Bauarbeiten sind das DUSS-Terminal Regensburg Ost und das Terminal Passau vom 14.08.2025 23:00 Uhr bis 25.08.2025 5:00 Uhr nicht erreichbar. Dies teilte der Zugoperateur TFG Transfracht mit.

Um die Auswirkungen auf die Transporte möglichst gering zu halten, habe man frühzeitig Züge auf benachbarte Terminals in Regensburg (CTR im bayernhafen), München und Nürnberg ein- bzw. umgeplant.

[DE] DUSS: Ausbaustart in Ulm

Am 14.07.2025 leitete die DB-Tochter DUSS den Baustart für den Ausbau des Umschlagterminals Ulm-Dornstadt mit einem symbolischen Spatenstich ein. Mit einem zweiten Modul soll die Kapazität bis 2028 mehr als verdoppelt werden.

Der 148 Mio. EUR teure Ausbau des Umschlagterminals in Ulm-Dornstadt ist durch die DB, den Bund und die Europäische Union (EU) finanziert. Die EU ist im Rahmen des Military Mobility Fonds mit rund 50 Mio. EUR an der Finanzierung beteiligt.

Grafik: DB

[DE] DB empfiehlt Umleiter via Schwandorf

Am 06.02.2026 beginnt die Generalsanierung des Korridors Nürnberg – Regensburg. Den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) werden derzeit Güterverkehrstrassen im Netzfahrplan (1. Netzfahrplanerstellungsphase) zugewiesen. Die prognostizierte Anzahl Trassenanmeldungen über elektrifizierte Umleitungsstrecken wird voraussichtlich über der Anzahl verfügbarer Trassen liegen.

Aktuell stehen als Alternative noch freie Kapazitäten auf der nicht elektrifizierten Umleitungsstrecke Nürnberg Rbf – Schwandorf – Regensburg Ost für den Zeitraum vom 06.02.2026 bis 13.06.2026 zur Verfügung.

Für im Netzfahrplan angemeldete Züge des SGV, die von den EVU mit Diesel- oder Zweikraftlokomotiven auf der vorgenannten Strecke bespannt werden, kompensiert die DB InfraGO den betrieblichen Mehraufwand nach einem festgelegten Verfahren. Die Kompensationshöhe entspricht in etwa den Energiekosten für die vorgenannte Strecke. 

[SE] Tågab erweitert Werkstatt

Die schwedische Privatbahn Tågåkeriet i Bergslagen (Tågab) will seine Werkstatt in Kristinehamn erweitern. Ende Juni 2025 wurde ein Kredit für die 80 Mio. SEK (7,2 Mio. EUR) teure Maßnahme bewilligt.

In elf Monaten soll eine 90 m breite und 25 breite Werkstatt errichtet werden. Diese erhält zwei lange Gleise, eines für die Enteisung und Reinigung und ein in drei Abschnitte geteiltes für die Überholung von Lokomotiven, die Überprüfung von Güterwagen sowie die Aufarbeitung und Reparatur von Komponenten.

Die Komponentenwerkstatt wird von Norra Verken nördlich des Bahnhofs in Kristinehamn zum Neubau verlegt. Dadurch entfallen die teuren und aufwendigen internen Transporte von Drehgestellen und anderen Komponenten mit Lkw und das Be- und Entladen im Bahnhofsbereich. Die bislang von EuroMaint in Örebro ausgeführten E-Lok-Revisionen sollen zukünftig in Eigenregie durchführt werden.

Das zweite Gleis in der neuen Werkstatt wird für die Entfrostung und Reinigung von Personenwagen und Triebzügen genutzt werden, in erster Linie für die Regina-Züge, die von Värmlandstrafik und SJ zwischen Göteborg und Karlstad verkehren.

[DE] Korridorsanierungen: Das wird ab 2028 geschoben

Nach einer zweiten Dialogveranstaltung der DB InfraGo zu den Korridorsanierungen am 09.07.2025 wurden folgende Veränderungen bei den Maßnahmen ab 2028 bekannt:

Maßnahmealtneu
Stendal – Magdeburg2. Halbjahr 20291. Halbjahr 2030
Lehrte – Groß-Gleidingen1. Halbjahr 20301. Halbjahr 2031
Münster – Recklinghausen1. Halbjahr 20302. Halbjahr 2032
Kassel – Friedberg1. Halbjahr 20312. Halbjahr 2034
Bebra – Erfurt2. Halbjahr 20311. Halbjahr 2032
Nordstemmen – Göttingen1. Halbjahr 20322. Halbjahr 2035
Würzburg – Nürnberg2. Halbjahr 20322. Halbjahr 2031
Minden – Wunstorf2. Halbjahr 20341. Halbjahr 2035
Flensburg – Hamburg1. Halbjahr 20351. Halbjahr 2036

Der Verband NEE („Die Güterbahnen“) beurteilte das Vorgehen „verhalten positiv“. Erstmals habe die DB InfraGo die Branche / Kunden „ernsthaft“ abgefragt.

[RO] DP World baut Bahnkapazitäten aus

Der Terminalbetreiber DP World investiert am Hafenstandort Constanța in die seit 2004 bestehende Anlage – die Konzession für das Constanta South Container Terminal (CSCT) wurde jüngst bis 2049 verlängert. Strategisch günstig am Schwarzen Meer nahe dem Schwarzmeer-Donau-Kanal gelegen wurde der Standort bereits um ein 65 Mio. EUR teures RoRo-Terminal mit einer jährlichen Kapazität von 80.000 Fahrzeugen und eine 50 Mio. EUR teure Multimodalplatform investiert. Neu ist auch die Eröffnung des Inlandterminals in Aiud, ein Investment in Höhe von 21 Mio. EUR. Seit 2004 hat DP World inklusive Zuschüssen rund 250 Mio. EUR in Rumänien investiert.

Zukünftig soll der Bahnverkehr am 24/7 betriebenen Standort eine größere Rolle spielen: Schon jetzt werden auf drei Gleisen mit zwei Kränen 120-130 Züge mit Containern pro Monat abgefertigt. Angedacht ist der Bau von fünf zusätzlichen Gleisen sowie die Beschaffung von neuen Krananlagen. Vor der Einführung steht zudem auch erstmals die Abfertigung von Trailern per Bahn – aufgrund der nahen RoRo-Anlage ist dies effektiv und schnell möglich. Schon jetzt ermöglicht die 3 x pro Woche angebotene Fährverbindung über die Häfen Karasu und Constanța eine Transitzeit Istanbul – Bukarest unter 30 Stunden und ist somit rund doppelt so schnell wie der Landweg via Bulgarien.

Grafik: DP World