Koblenz – Niederlahnstein nicht befahrbar

Infolge eines Wasserrohrbruchs bei Niederlahnstein wurden Schlamm und Erdreich auf die Gleise gespült. Der zuständige Energieversorger und die DB sind mit Spezialtechnik und Fachkräften vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. Parallel laufen erste Reparatur- und Aufräumarbeiten. Die Strecke Koblenz – Niederlahnstein kann aufgrund des Schlamms auf den Gleisen aktuell nicht befahren werden. Eine Wiederaufnahme der Verkehre wird im Laufe der nächsten Tage angestrebt, eine abschließende Prognose ist derzeit jedoch noch nicht möglich. Der Güterverkehr wird weiträumig umgeleitet.

Containerterminal für Puyoô

Von Mai bis Juli 2023 wurden am Bahnhof Puyoô im Südwesten Frankreichs, an der Strecke Bayonne – Toulouse, Arbeiten durchgeführt, um Gleisanschlüsse zu schaffen, welche die Aufnahme eines intermodalen Dienstes ab Herbst dieses Jahres ermöglichen. Das zweigleisige Terminal wurde am Bahnhof Puyoô gebaut, nachdem ein Verkehrsunfall im Jahr 2020 die örtlichen Behörden dazu veranlasst hatte, dass Tankcontainer, die zumeist von/nach Martigues in der Nähe von Marseille transportiert werden, auf Ersuchen der Zivilen Sicherheit auf Züge umzuladen sind.

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Es wird erwartet, dass ein Zug pro Woche das Äquivalent von 40 Lkw-Ladungen in jede Richtung befördern wird. Das Terminal wurde von der SNCF-Tochter Geodis gebaut und soll am 04.09.2023 in Betrieb genommen werden.

Die Züge werden hauptsächlich chemische Produkte von Martigues nach Puyôo befördern, wo die Container an Kunden wie Arkema, Rayonier, Avebene und DRT geliefert werden, während in der Gegenrichtung Züge Bioethanol von der Firma Vertex in Lacq befördern werden. Das neue Terminal wird auch für die Lagerung von Containern mit Feuerschutzmitteln für den Fall von Waldbränden genutzt werden.

Socorail erweitert Depot in Gray

Mit der Übernahme von Veolia Cargo durch Eurotunnel im Jahr 2009 hat der Konzern auch die Kontrolle über das ehemalige CFTA-Depot in Gray östlich von Dijon übernommen. Heute wird das Depot von der Eurotunnel-Tochter Socorail zur Wartung von Dieselloks der Europorte-Flotte betrieben – für alle Arbeiten an den Baureihen BB 4500 und 4800 sowie einige Arbeiten an den Dieselloks Euro 4000 und Vossloh G 1000, die ebenfalls von Erion bzw. Imateq gewartet werden.

Anfang Juli 2023 schloss Socorail die Arbeiten zur Erweiterung des Depots ab, so dass nun an fünf Lokomotiven gleichzeitig gearbeitet werden kann, zuvor waren es nur zwei. Die Arbeitsfläche wurde in neunmonatiger Arbeit verdoppelt, was 1 Mio. EUR kostete. Socorail ist nun bestrebt, die für andere Unternehmen durchgeführten Arbeiten auszuweiten.

Cosco behält Terminal Zaragoza Plaza

Die Cosco-Tochtergesellschaft CSP Iberian Zaragoza Rail Terminal (CSP) wird für die nächsten sechs Jahre das Bahnterminal Zaragoza Plaza im Nordwesten Spaniens weiterhin betreiben. In der vom Infrastrukturbetreiber Adif durchgeführten Ausschreibung erzielte CSP mit 92 : 70,91 eine höhere Bewertung als der Mitkonkurrent Samca, ein aragonesisches Bergbauunternehmen. CSP schnitt in den Kategorien Initiativen für nicht kranbare Sattelauflieger und Auswirkungen auf den CO2-Fußabdruck besser ab.

Eine der Voraussetzungen für den Erhalt des Vertrags war die Verpflichtung zu einer Investition von 1 Mio. EUR zur Modernisierung des Portalkrans am Terminal. Die Miete beträgt fast 3 Mio. EUR, und der Vertrag kann bei Investitionen des Unternehmens um drei weitere Jahre verlängert werden. Aktuell hat CSP bereits begonnen, zunächst 1,5 Mio. EUR zu investieren.

Das Bahnterminal Zaragoza Plaza wurde 2008 eröffnet, ist mit 16 Gleisen ausgestattet, und wird seit 2013 von CSP betrieben. Für Cosco, den größten Anteilseigner der Containerterminals in den Häfen von Bilbao und Valencia, ist das Terminal von strategischer Bedeutung.

Neubaustrecke Vareš – Banovići geplant

Die Bosnische Staatsbahn ŽFBH hat eine öffentliche Ausschreibung für die Planung einer neuen Nord-Süd-Bahnstrecke angekündigt. Die 50 km lange Strecke von Vareš nach Banovići würde den Schienenverkehr zu den Adriahäfen, u. a. den Transport vom Kohlebergwerk Banovići, erheblich verkürzen.

Der geplante neue Abschnitt soll die Trassen zweier bestehender Bahnstrecken miteinander verknüpfen. Eine davon ist die Strecke Podlugovi – Vareš, die 1953 von 760-mm-Spur auf Normalspur umgebaut wurde und seit einiger Zeit nur noch auf einem kurzen Abschnitt für den Güterverkehr genutzt wird, die andere ist die Strecke Živinice – Banovići, die 1946 mit Hilfe von Organisationen der Jugendarbeit errichtet wurde und nur von Güterzügen genutzt wird.

Die Realisierung würde das Gebiet im zentralen Teil von Bosnien und Herzegowina mit nachgewiesenem bedeutenden Mineralreichtum zwischen den drei wirtschaftlich stärksten Kantonen Sarajevo, Zenica-Doboj und Tuzla direkt miteinander verbinden und den TEN-T-Korridor Vc (Podlugovi – Šarajevo – Čapljina – Ploče/HR) mit der Bahnstrecke Brčko – Banovići mit Anschluss an die Strecke Doboj – Tuzla – Zvornik vernetzen. Während der nördliche Teil der Bosnabahn Šamac – Sarajevo über Doboj durch das Gebiet der Republika Srpska führt, wäre mit der Neubaustrecke künftig eine Umfahrung dieses Gebiets möglich.

Die Ausschreibung für die Erstellung von Studien mit einem Konzeptentwurf für die neue Eisenbahnlinie Vareš – Banovići mit Harmonisierung zu den bestehenden Eisenbahnstrecken Podlugovi – Vareš und Banovići – Živinice hat einen Auftragswert von 600.000 BAM (ca. 300.000 EUR), der Ausführungszeitraum beträgt ein Jahr.

Die Idee für das Eisenbahnprojekt Vareš – Banovići ist mehr als 70 Jahre alt. Gemäß der kürzlich aufgestellten Verkehrsstrategie für den Zeitraum bis 2030 ist es notwendig, kurzfristig entsprechende Studienunterlagen zur Bewertung zu erstellen.

ŽFBH reaktiviert Podlugovi – Vareš

Am 01.06.2023 begann die Renovierung der Strecke Podlugovi – Vareš. Die erforderlichen Genehmigungen für diese Arbeiten wurden von der Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (ŽFBH) eingeholt, das Projekt umfasst die Reinigung und Rekonstruktion der Eisenbahnstrecke für die Einrichtung des Eisenbahnverkehrs vom Bahnhof Podlugovi bis zum Bahnhof Vareš Majdan. Die Frist für die Ausführung der Arbeiten beträgt drei Monate.

Der Abschnitt soll für den zukünftigen Transport der Produkte der Firma Adriatic Metals BH zum Hafen von Ploče genutzt werden. Adriatic Metals BH hatte zuvor bereits angekündigt, Ende dieses Jahres mit der Produktion und Verarbeitung von Eisenerz in Vareš zu beginnen.

Die heute normalspurige Strecke Podlugovi – Vareš verbindet das Eisenwerk Vareš mit der Station Podlugovi an der Bosnabahn Šamac – Sarajevo. Die 24,7 km lange Stichstrecke war ursprünglich eine Schmalspurbahn im Eigentum der Varešer Eisenindustrie-Aktiengesellschaft, sie wurde im November 1895 durch die Bosnisch-Herzegowinische Staatsbahn (BHStB) eröffnet und diente hauptsächlich dem Abtransport des Eisens. 1953 wurde sie auf Normalspur umgebaut, seit einigen Jahren ist sie aufgrund von Streckenschäden nur noch bis Dabravine befahrbar.

Ungarn streicht Trassenpreiszuschläge

In Ungarn wurde am 17.07.2023 zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs der Regierungsbeschluss über den Verzicht auf den Zuschlag zum Netzzugangsentgelt (hálózat-hozzáférési díj; HHD) im Ungarischen Amtsblatt veröffentlicht. Das Dokument Nr. 1280 sieht die Einführung eines Finanzzuschusses mit einer Änderung des HHD-Systems und die Vorlage des neuen Systems bei der Europäischen Kommission vor.

Im Durchschnitt beträgt der Rabatt 40 % vom HHD, indem auf den sogenannten Zuschlagsanteil der Netzzugangsabgabe (HHD) verzichtet wird oder diesen erstattet. Insgesamt könnte dies im Jahr 2023 eine Unterstützung des ungarischen Güterverkehrssektors in Höhe von rund 9 Mrd. Forint bedeuten. Der Rabatt gilt rückwirkend ab dem 01.01.2023.

Die Mittel für die Unterstützung stammen aus dem Fond des Energieministeriums mit dem Titel „System zur Modernisierung der Energie- und Klimapolitik“. Energieminister Csaba Lantos betonte, dass die Europäische Kommission im Voraus darauf hingewiesen hat, dass dieses System den EU-Vorschriften entspricht.

Die HHD-Grundgebühr kann gemäß den EU-Vorschriften auf die Kosten begrenzt werden, die direkt durch den Betrieb des Zuges entstehen. Sofern die Finanzierung des Infrastrukturbetreibers jedoch nicht anderweitig sichergestellt werden kann, kann zusätzlich zur HHD-Grundgebühr ein Zuschlag erhoben werden. In Ungarn übersteigt der Zuschlag aufgrund der Unterfinanzierung der Eisenbahnen die HHD-Grundgebühr bei vielen Tarifen um bis zu das Doppelte und macht insgesamt rund 40 % des HHD aus. Dieses Problem wird jetzt durch den Verzicht auf den Zuschlag behoben.

Ähnliche Maßnahmen wurden in mehreren EU-Ländern ergriffen, um die Trassengebühren zu senken, aber sie sind vorübergehend, um die durch Covid-19 verursachten Schäden abzumildern. Die ungarische Lösung ist dagegen unbefristet und kann in Übereinstimmung mit den EU-Vorschriften auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden.

ÖBB: Unwetterschäden in Tirol

Aufgrund von Oberleitungsschäden, verursacht durch umgefallene Bäume infolge des starken Sturmes am Nachmittag des 18.07.2023, ist die Bahnstrecke im Tiroler Oberland zwischen den Bahnhöfen Telfs-Pfaffenhofen und Imst-Pitztal unterbrochen. Auch auf der Brennerstrecke können zwischen Steinach und dem Brenner keine Züge verkehren.

Pro-Kopf-Investitionen ins Bahnnetz leicht gesunken

Deutschland hinkt bei den Pro-Kopf-Investitionen in die Schieneninfrastruktur im europäischen Vergleich weiter hinterher. Im vergangenen Jahr hat der Staat pro Einwohner 114 EUR für seine Schieneninfrastruktur ausgegeben – ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2021. In den meisten anderen Ländern sind die Investitionssummen gestiegen. Das zeigt eine Auswertung der Allianz pro Schiene unter anderem auf Grundlage von Daten der Unternehmensberatung SCI Verkehr. Die Allianz pro Schiene forderte eine einfachere und unbürokratische Finanzierung, um die Versäumnisse bei der Schieneninfrastruktur schneller aufholen zu können.

Immerhin habe die Bundesregierung nach Aussage des Verbandes begonnen, die verkehrspolitischen Prioritäten neu auszurichten. Das zweite Jahr in Folge hat der Bund 2022 im direkten Vergleich mehr in sein Schienennetz (52%) investiert als in die Fernstraßen (48%).