Geröllabgang: Linker Rhein gesperrt

Wegen des Geröllabgangs zwischen Bacharach und Oberwesel ist der Zugverkehr am linken Rhein seit heute (22.12.2022) Morgen unterbrochen. Die DB Netz unternimmt große Anstrengungen zur Sicherung, um den Nahverkehr noch vor Silvester wieder aufnehmen zu können. Nach einer ersten Prognose erscheint eine Betriebsaufnahme am Morgen des 28.12.2022 möglich zu sein. Wegen einer ohnehin geplanten Baumaßnahme nördlich von Oberwesel ist dort der Zugverkehr anschließend unterbrochen. Damit ist, Stand heute, der Zugverkehr zwischen Bingen und Koblenz bis 31.12.2022 unterbrochen.

Weiterer Ausbau für Hafen Constanța

Für die Eisenbahninfrastruktur am Hafen Constanța, der schon als „Rotterdam des Ostens“ gilt, wird es einen weiteren Ausbau der Zulaufstrecken geben. Die endgültige Version der Machbarkeitsstudie zur Modernisierung des Eisenbahnzugangs wurde von der Compania Națională de Căi Ferate CFR SA (CFR) genehmigt. In einer ersten Phase werden aber nur die ersten beiden Etappen, sie machen etwa 40 % des Gesamtprojekts aus, umgesetzt, da die komplexe dritte Etappe die Schließung von Strecken während der Bauzeit erfordert und einen kontinuierlichen Hafenbetrieb gefährden würde.

In Etappe 1 soll an der Strecke 800 București – Constanța die Wartegruppe am Rangierbahnhof Valu lui Traian modernisiert werden. Derzeit besteht dort ein Güterwagenfriedhof, wo alles außer Betrieb genommen, teilweise demontiert und von Schrottdieben gestohlen wurde. Es sollen außerdem 32 Gleise zusätzlich zu den bestehenden gebaut werden. Für die Eisenbahnaktivität des Hafens von Constanța spielen die Bahnhöfe Valu lui Traian und Palas eine wichtige Rolle, da sie die Aufgabe haben, die Empfangsgruppen im Hafen zu entlasten, die auf die Ankunft der Seeschiffe an den Liegeplätzen warten.

Etappe 2 umfasst Arbeiten zur Verbesserung des Verkehrsflusses auf der Strecke 800, zwischen den Bahnhöfen Valu lui Traian und Palas soll dafür ein neues Streckengleis gebaut werden. Außerdem soll die Strecke Agigea Ecluză – Agigea Port/Terminal Ferry Boat zweigleisig ausgebaut werden, und für den vorgelagerten Bahnhof Agigea Nord sind drei zusätzliche Gleise vorgesehen. Die Praxis der letzten Jahre, als bei der Modernisierung einiger Streckenabschnitte die Anzahl der Nebengleise reduziert wurde, wodurch sich die Fahrzeiten der Güterzüge verlängerten, wird damit rückgängig gemacht.

Etappe 1 + 2 können ohne Schließung und ohne Beeinträchtigung des Eisenbahnverkehrs durchgeführt werden, daher wird erwartet, dass sie so schnell wie möglich beginnen. Für Etappe 1 wird mit eineinhalb Jahren Bauzeit und für Etappe 2 mit zwei Jahren gerechnet, jeweils inklusive sechs bis acht Monaten für die Entwurfsphase.

Die Etappe 3 beinhaltet die Modernisierung der Stellwerkstechnik von den Stationen Constanța Port Zona A, Constanța Port Zona B, Constanța Port Mol V, Constanța Port Ferry Boat und Agigea Sud. Die CFR hat daher beschlossen, den Beginn dieses Parts zu verschieben, da die vorübergehende Schließung einiger Teile im Zusammenhang mit dem derzeitigen starken Ukraineverkehr, der den Transit durch den Hafen von Constanța überfüllt, nicht wünschenswert ist. Gleichzeitig will die CFR-Regionalabteilung Constanța die 1992 stillgelegte Strecke durch den Palas-Tunnel in Constanța wieder für den Eisenbahnverkehr öffnen. Die Machbarbarkeitsstudie wurde zu 85 % aus dem Kohäsionsfonds über die Fazilität „Connecting Europe“ der Europäischen Union sowie aus dem Staatshaushalt finanziert.

35 Projekte zur militärischen Mobilität beschleunigt

Die Kommission hat am 21.12.2022 die Finanzierung von 35 Projekten zur militärischen Mobilität beschleunigt, die den Transport von Truppen und Ausrüstung entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) unterstützen sollen. Mit einem von 330 Mio. EUR auf 616 Mio. EUR aufgestockten Budget werden diese Projekte den europäischen Streitkräften helfen, besser, schneller und in ausreichendem Umfang auf Krisen an und außerhalb der EU-Außengrenzen zu reagieren.

Die 35 Projekte wurden aus den Vorschlägen ausgewählt, die im Rahmen der zweiten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für die militärische Mobilität im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF), dem Finanzierungsinstrument für strategische Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur der EU, eingereicht wurden. Die Kommission wird Zuschüsse zahlen, die die geschätzten Gesamtkosten des Projekts kofinanzieren und die früher als ursprünglich geplant ausgezahlt werden.

Beispiele sind die Modernisierung von sechs Eisenbahnbrücken und der Bau von zwei Streckenabschnitten für längere und schwerere Züge in Deutschland auf dem Nordsee-Ostsee-Korridor, die Anschaffung eines Mehrzweck-Eisbrechers mit Hybridantrieb zur Erhöhung der Kapazität des Hafens von Riga, die Modernisierung von zwei Straßenabschnitten entlang der Via Baltica nahe der litauisch-polnischen Grenze, die Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur im rumänischen Hafen Constanta und der Bau einer neuen Brücke über den Fluss Prut, die Rumänien und die Republik Moldau verbindet.

Zwei Interessenten für Anschlussbahn Teuchern

Für die seit zwölf Jahren stillliegende Anschlussbahn des Industriegebiets Nessa, welche im Bahnhof Teuchern (Strecke Weißenfels – Zeitz) abzweigt, gibt es jetzt einen interessierten Pächter. Dabei handelt es sich um die Hasselmann Gruppe als Teil d, einem Gleisbau- und Bahnlogistikunternehmen aus Berka (Werra), welche schon sehr lange auf der Suche nach einem Abstellort für derzeit nicht genutzte Gleisbaumaschinen ist. Die Colas Rail-Tochter Hasselmann betreibt bereits eine öffentlich nutzbare Anschlussbahn in Gerstungen.

Außerdem möchte die Firma Schrott Wetzel Ost GmbH aus Elstertrebnitz die Anlage nutzen und einen Verladeplatz errichten. Künftig sollen hier Stahl und Industrieabfälle wie Messingspäne und alte Bleche auf Güterwagen verladen und dann an die Stahlwerke Riesa, Salzgitter, Brandenburg und Unterwellenborn gehen. Bisher werden diese Transporte per Lkw durchgeführt, doch das sei ineffektiv und zu teuer.

Die Schrottumladung sah man in der gegenüber liegenden Gemeinde Obernessa wegen Lärm und Schmutz etwas kritisch, weshalb der Stadtrat Teuchern im November darüber diskutierte, eine Einwohnerversammlung einberuf, und für die Firma eine einwöchige Probeverladung ab dem 04.12.2022 vorschlug. Diese fand entgegen den Planungen nicht statt – ein neuer Termin liegt im Januar 2023. Der Schrotthändler will sich außerdem ausschließlich an die Verladezeiten wochentags von 7 bis 16 Uhr halten. Die Stadt Teuchern erhofft sich dadurch einen Standortvorteil für die künftige Entwicklung des Gewerbegebiets Zorbau-Nessa, dieser Bahnanschluss sei infrastrukturtechnisch gesehen für sie „Gold wert“.

Bei der Anschlussbahn handelt es sich um eine dreigleisige Anlage, die im guten Zustand sei, lediglich Verschleiß- und Vandalismusschäden müssen beseitigt und elektrische Anlagen sowie Signale erneuert werden. Sofern die Stadt Teuchern sich positiv für das Vorhaben entscheidet, könnte die Anlage schon Anfang 2023 wieder genutzt werden.

Hupac übernimmt Terminal Köln Nord

Das Terminal Köln Nord (TKN) der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) erhält ab dem 01.01.2023 mit der Hupac Gruppe eine neue Betreiberin. Das ist das Ergebnis der im Juni 2022 von der HGK initiierten Ausschreibung, bei der Hupac im November 2022 den Zuschlag erhalten hat.

Das bi-modale Terminal Köln Nord ist verkehrsgünstig in der Nähe der Autobahn-Anschlussstelle Köln Niehl (A1/A57) gelegen und ist über die Schiene direkt an den Rheinhafen Köln Niehl angebunden. Es verfügt über eine Fläche von 152.000 qm mit fünf Umschlaggleisen und drei Portalkränen. Pro Tag können bis zu zehn Züge im Eingang und zehn Züge im Ausgang be- und entladen werden.

Die Ausschreibung des KV-Betriebes wird von der Richtlinie zur Förderung von Umschlag-Anlagen des kombinierten Verkehrs nicht bundeseigener Unternehmen vorgeschrieben. Bevor der Übergang vollzogen wird, werden alle organisatorischen und administrativen Prozesse mit Kunden und Partnern abgestimmt. Durch die Übertragung von Pacht und Betrieb entsteht für die bisherigen Mitarbeitenden ein Betriebsübergang nach § 613 a BGB. Die bestehenden Arbeitsverhältnisse werden von der am 29.11.2022 bei einer Umfirmierung der 2019 gegründeten TIN Terminal Intermodal Nord GmbH entstandenen Combiconnect Köln Nord GmbH rechtssicher übernommen.

BAV hebt Preis für Bahnstrom moderat an

Der Preis für Bahnstrom wird wie geplant erhöht: Der Regional- und der Güterverkehr zahlen nächstes Jahr einen Rappen pro Kilowattstunde mehr, der Fernverkehr drei Rappen. Dies hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) der Schweiz nach einer Mitwirkung der interessierten Verwaltungseinheiten beschlossen.

Das BAV hat Ende November darüber informiert, dass es auf Antrag der SBB den Preis für Bahnstrom moderat anzuheben gedenkt. In der Zwischenzeit hat das Amt die mitinteressierten Bundesämter angehört. Auf dieser Basis hat das BAV beschlossen, die Preise wie geplant anzuheben: Der Preis ab Fahrdraht steigt für den Regional- und den Güterverkehr per 01.01.2023 von 11 auf 12 Rappen pro Kilowattstunde, für den Fernverkehr auf 14 Rappen. 

Falls die Energiepreise auf dem heutigen, hohen Niveau bleiben, sieht das BAV vor, 2024 den Strompreis für Regional- und Güterverkehr auf das Niveau des Fernverkehrs anzuheben. Damit kann dem Anliegen Rechnung getragen werden, die Verkehrssparten möglichst gleich zu behandeln. Dies wurde in der Mitwirkung verschiedentlich gefordert.

St-Varent – Parthenay bis Ende 2023 reaktiviert

Die 87 km lange französische Güterstrecke Thouars – Saint-Varent – Parthenay – Niort wird bis Ende 2023 wieder voll funktionsfähig sein, die Renovierungsarbeiten dazu begannen am 31.10.2022. Der Großteil der Arbeiten wird ab Januar 2023 durchgeführt, hauptsächlich die Erneuerung von 33 km Gleis, die Instandhaltung und Reparatur von Ingenieurbauwerken und die Erneuerung und Vereinfachung von Signalanlagen. Danach kann der Schienenverkehr mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 60 km/h wieder aufgenommen werden.

Züge vom Steinbruch Noubleau in St-Varent müssen dann nicht mehr durch Thouars und Saumur fahren, um insbesondere Bordeaux und Langon zu erreichen, die mit der längeren Strecke verbundenen erheblichen Mehrkosten entfallen somit. Derzeit wird das Potenzial von St-Varent – Parthenay auf 650.000 bis 800.000 t pro Jahr geschätzt. Neben ihrem erheblichen Eigenpotenzial besteht damit bei Problemen oder Arbeiten an der Hauptstrecke Tours – Poitiers – Bordeaux wieder eine Alternativstrecke.

Die Wiederinbetriebnahme der Infrastruktur im Abschnitt St-Varent – Thouars, die seit 2015 für den Verkehr gesperrt ist, ist Teil einer proaktiven Politik der Region Nouvelle-Aquitaine zugunsten der Verkehrsverlagerung. Die Region hat dieses Projekt maßgeblich und unermüdlich unterstützt, die Mobilisierung dauerte mehrere Jahre. Im Juni 2019 wurde bereits der südliche Abschnitt Niort – Parthenay nach Renovierungsarbeiten wieder in Betrieb genommen. Man war sich der strategischen Bedeutung immer bewusst und hat zum Ausgleich der Kostensteigerungen das finanzielle Engagement auf das gleiche Niveau wie das des Staates erhöht, d. h. 6,2 Mio. EUR, um den Erfolg dieses Projekts für den Schienengüterverkehr und die Region sicherzustellen. Die Erhöhungen beziehen sich auf einen Betrag von 604.260 EUR, womit der Anteil der Region jetzt 44,18 % des Gesamtbudgets von 15,974 Mio. EUR erreicht.

Die Strecke war Teil einer zwischen 1874 und 1911 erbauten Verbindung Chartres – Bordeaux und wurde zunächst sowohl von Schnell- als auch von Schlafwagenzügen befahren. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden später Teile der Gesamtstrecke aufgegeben, 1980 der Personenzugverkehr zwischen Thouars und Niort eingestellt. Die Gebiete sind dünn besiedelt und liegen am Rand der jeweiligen Region in Frankreich.

Spatenstich für Railpool-Lokwerkstatt

Railpool investiert in den Neubau einer modernen Lokomotiven-Werkstatt in Hamburg Billbrook. Das Bauvorhaben wird auf dem von der Railpool Lokservice im Jahr 2018 samt Gebäuden übernommen Gelände realisiert. Das Projekt umfasst circa 4.000m² Gesamtnutzfläche, wovon etwa 800m² Nutzfläche für Büro- und Sozialräume vorgesehen sind. Der feierliche Spatenstich erfolgte am 07.12.2022 in Anwesenheit der Railpool Lokservice Mitarbeiter.

Foto: Railpool

Im Anschluss an die Werkstatt-Halle wird ein neues Bürogebäude mit attraktiven Sozialräumen entstehen, das auch zeitgemäße Schulungs- und Büroräumlichkeiten beherbergen wird. Das wachsende, qualifizierte Werkstatt-Team darf sich auf einen entsprechend modernen Arbeitsplatz freuen.

Grafik: Railpool

Die Büroräumlichkeiten werden mit der Abwärme aus der Werkstatt geheizt werden und die Dachfläche für die Installation einer Photovoltaik-Anlage genutzt. Die gesamte Dachfläche des Bürogebäudes und der Werkstatthalle wird mit extensiver Dachbegrünung versehen.

Der Baubeginn für den Neubau ist für den Jahreswechsel 2022/23 geplant mit einer Bauzeit von circa einem Jahr.

Frankreich: Mehr Güterverkehr 2021

Die französische Regulierungsbehörde Autorité de Régulation des Transports (ART) veröffentlichte jüngst ihre Bilanz der Schienenverkehrsmärkte für 2021.

Die Investitionen in das nationale Schienennetz (réseau ferré national, RFN) stiegen in den Jahren 2020 und 2021 belaufen sich insgesamt auf 5,4 Mrd. EUR (ein Anstieg um 12 % seit 2019). Dabei ist festzustellen, dass die Gelder insbesondere in Hochgeschwindigkeitsstrecken (lignes à grande vitesse, LGV) flossen. Die bereitgestellten Geldmittel reichen nicht aus, um das Durchschnittsalter der Gleise zu senken was nach Einschätzung der ART von erheblichen künftigen Erneuerungsbedarf zeugt.

Im Jahr 2021 konzentrierte sich die Gleisinstandhaltung, die seit einem Jahr stabil und seit 2019 leicht rückläufig ist (-5 %), vor allem auf die am stärksten genutzten Linien. Innerhalb von fünf Jahren wurden 1.200 km alte und wenig genutzte Gleise stillgelegt.

Der Schienengüterverkehr nahm 2021 um 5,4 % zu und liegt damit über dem Niveau von 2019 (und auf demselben Niveau wie 2017), insbesondere aufgrund eines Anstiegs des kombinierten Verkehrs um 20 % (in Tonnenkilometern), wobei der kombinierte Verkehr ein Gewicht von 39 % des Güterverkehrs darstellt. Incumbent Fret SNCF besitzt einen Marktanteil von 49 %. Im KV buchen Operateure 56 % der Trassen selbst, Fret SNCF hat hier nur noch einen Marktanteil von 18 %.

Stellwerk Wörth modernisiert

Das größte noch in Betrieb befindliche mechanische Stellwerk im rheinland-pfälzischen Wörth am Rhein wurde durch ein modernes elektronisches Stellwerk ersetzt. Bundesverkehrsminister Volker Wissing und DB-Chef Dr. Richard Lutz reisten anlässlich der Inbetriebnahme des Schnellläuferprogramm-Projekts Wörth-Germersheim-Speyer nach Wörth: Am 10. Dezember, nach rund zwei Jahren, wurde die rundum erneuerte Stellwerks- und Bahnübergangssicherungstechnik auf der Strecke Wörth–Germersheim–Speyer in Betrieb genommen. Es handelt sich bereits um die dritte Gesamtinbetriebnahme eines Projekts aus dem Schnellläuferprogramm (SLP).

Foto: DB Netz
Grafik: DB