Bils Deroo nutzt den Zug ab Somain

Bils Deroo, ein Logistikunternehmen mit Sitz in Nordfrankreich, hat den Bau eines 122.000 m² großen Logistikzentrums in der Nähe des Rangierbahnhofes Somain zwischen Douai und Valenciennes angekündigt. Das Lager wird an das Schienennetz angeschlossen und in der Lage sein, täglich zwei Züge und 350 Lkw abzufertigen.

Das Unternehmen glaubt, dass es einen täglichen Zug nach Südfrankreich füllen kann, prüft aber auch einen regelmäßigen Dienst nach Asien. Die Anlage wird 2025 eröffnet. Bils Deroo leitet bereits Ladungen über das nahe gelegene Containerterminal in Dourges, bevorzugt jedoch eigene Einrichtungen.

Open Modal plant eigenes Terminal

Open Modal plant den Bau eines eigenen Umschlagterminals nahe Miramas in der Region Marseille/Fos-sur-Mer. Das TOP (Terminal Ouest Provence) soll ab 2024 von Valenton, Lille und Champigneulles aus statt dem zur Schließung anstehenden Terminals Marseille Canet angefahren werden. Die neue Anlage soll klimaneutral und vollautomatisiert sein sowie über vier 850 m lange Gleise verfügen. Der Präsident von Open Modal, Jean-Claude Brunier, schätzt, dass die vollständige Kontrolle über die gesamte Logistikkette Kosten und Verzögerungen um etwa 10 % reduzieren wird.

Open Modal erwirtschaftete 2021 58 Mio. EUR Umsatz und ist ein Familientransportunternehmen, das als reines Straßentransportunternehmen begann, sich aber allmählich zu einem multimodalen Unternehmen entwickelte. Das Tochterunternehmen TAB ist der Straßentransporteur mit Containern seiner eigenen Marke. T3M ist die multimodale Tochtergesellschaft, die ursprünglich die Traktion von Zügen an Subunternehmer vergab, jedoch die erforderlichen Trassen selbst buchte.

Das Unternehmen gründete daraufhin Anfang 2019 die Tochtergesellschaft Open Rail (ein Joint Venture mit dem Straßenverkehrsunternehmen Combronde), um selbst intermodale Züge zu betreiben und schrittweise von seinen Subunternehmern zu übernehmen; Open Rail wurde später in Combirail umbenannt und hat aktuell zehn Lokomotiven. Das Unternehmen betreibt über die Tochtergesellschaft BTM auch intermodale Terminals in Toulouse, Bonneuil-sur-Marne und Valenton.

Lokale Güterverkehrsdienste für die Region Aix-Marseille

Um den Lkw-Verkehr im Großraum Marseille zu reduzieren, plant der Ballungsraum Aix-Marseille-Provence (1,8 Millionen Einwohner) den Aufbau eines Netzes lokaler Güterverkehrsdienste, das mehrere Bereiche der Häfen von Marseille und Fos-sur-Mer miteinander verbindet lokale Logistikterminals sowie neu zu bauende Terminals in Marseille Centee, Nord und Est sowie Saint Martin-de-Crau.

Es würden vier Hauptstrecken entstehen, die täglich mit 22 Zügen verbunden werden sollen. Das Projekt wird zwischen 2023 und 2026 voraussichtlich 110 Mio. EUR kosten und jeden Tag 330 Lkw von den lokalen Straßen nehmen. Der wahrscheinlichste Schienengüterverkehrsbetreiber, der ausgewählt wird, wäre RDT13, der sich im Besitz der Behörde befindet, weitere Bieter werden erwartet.

Infrabel: 10-Jahres-Finanzplan

Nach der Genehmigung durch den Ministerrat, die bis Ende dieses Monats erfolgen soll, wird Infrabel als staatlicher Betreiber des belgischen Schienennetzes über einen klaren Überblick über die ihm zur Verfügung gestellten Mittel und die damit verbundenen Ziele für den Zeitraum „2023-2032“ verfügen.

Am 09.12.2022 hat der Verwaltungsrat von Infrabel seinen Entwurf des Leistungsvertrags und seine Anhänge, d.h. den Finanzplan und den Investitionsplan „2023-2032“, angenommen. Die im verabschiedeten Vertrag vorgesehenen Investitionen werden vorrangig in Programme zur Erhöhung der Sicherheit, zur Beibehaltung der Netzgröße und zur weiteren Digitalisierung zum Nutzen der Kunden fließen. Verschiedene Investitionen, wie die zur Verbesserung der Zugänglichkeit von Bahnhöfen, wurden mit der SNCB abgestimmt. Die Mittel für eine Erhöhung der Kapazität, wie die Budgets für neue Erweiterungen in den Häfen, die Fertigstellung von Baustellen wie der S-Bahn, der Achse 3 (Verbindung „Ottignies – Namur – Luxemburgische Grenze“) oder der viergleisige Ausbau der Linie 50A (zwischen Gent und Brügge), sind Gegenstand einer zusätzlichen Finanzierung, die derzeit geprüft wird.

Aktualisierung Handbuch Dispositionskonzepte SGV

Mit dem „Handbuch Dispositionskonzepte SGV“ gibt die DB Netz AG einen Überblick über Umleitungs- und Ausweichstrecken für den Güterverkehr im Störungsfall. Zum Fahrplanwechsel 2022/23 wird eine aktualisierte Version des Handbuchs zur Verfügung gestellt. In der aktuellen Version sind Umleitungsoptionen für 28 Strecken und Knoten beschrieben, bei denen leistungsfähige Ausweichmöglichkeiten nicht unmittelbar auf der Hand liegen. Zudem sind Kommunikationswege und Ablaufprozesse (z. B. mit EVU) definiert.

Die aktualisierte Fassung (Version 2023) ist ab dem Fahrplanwechsel am 11.12.2022 gültig:

NL fördert Gleisanschluss- und Rangierkosten

Die Europäische Kommission hat nach den EU-Beihilfevorschriften eine niederländische Regelung in Höhe von 28 Mio. EUR genehmigt, mit der der Güterverkehr von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene verlagert werden soll. Im Rahmen der Regelung, die bis zum 01.01.2026 läuft, werden die Beihilfen in Form von direkten Zuschüssen an Eisenbahnunternehmen gewährt, um einen Teil der Kosten für die Nutzung der öffentlichen Eisenbahninfrastruktur zu decken.

Ab dem 01.01.2023 wird der niederländische Infrastrukturbetreiber ProRail eine neue Methode zur Berechnung der Infrastrukturgebühren anwenden. Insbesondere werden die Entgelte für Gleisanschlüsse und Rangierfahrten (d. h. für die Nutzung der Gleise und die für die Zugbildung erforderlichen Vorgänge, die insbesondere im Güterverkehr üblich sind) erhöht. Dies wiederum wird die Kosten für den Schienengüterverkehr erhöhen. Die Regelung sieht vor, dass die Eisenbahnunternehmen für 25 % der im Güterverkehr anfallenden Gleisanschluss- und Rangierkosten entschädigt werden.

Mit der Maßnahme soll sichergestellt werden, dass die Eisenbahnunternehmen gegenüber dem Straßengüterverkehr wettbewerbsfähig bleiben und somit zur Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene beitragen.

[RO] Kraftwerk Turceni droht Gleisabbau

In Zeiten, wo andere Länder zur Kohle zurückkehren, hat das Energieunternehmen Complexul Energetic Oltenia (C.E.O., zu 77 % im Staatsbesitz) den Rückbau der Gleisanlagen des Kraftwerks Turceni, die seit 2010 nicht mehr für den Transport von Kohle verwendet werden, zum Rückbau ausgeschrieben. Das CE Turceni, es handelt es sich um ein Thermoelektrisches Kraftwerk, das praktisch ausschließlich Strom produziert, ist das größte Wärmekraftwerk in Rumänien und liefert mit einer Leistung von 2.310 MW etwa 10 % des jährlichen Stromverbrauchs Rumäniens.

Laut Ausschreibungsbekanntmachung soll der Auftragnehmer das Projekt einschließlich der technischen Unterlagen entwickeln, die für die Genehmigung des Rückbaus erforderlich sind. Die Gesamtlänge der etwa sechs Gleise beträgt 3,6 km. Die Genehmigungen dafür müssen von CFR SA, AFER, dem Verkehrsministerium und dem Generalstab der Armee eingeholt werden.

Die Einstellung der Kohletransporte in Rumänien erfolgt, obwohl viele Länder konträr dazu Pläne zur Schließung ihrer fossilen Brennstoffkapazitäten gebremst haben. Im Sommer hatte die rumänische Regierung zwar eine Notverordnung für das schrittweise Ausscheiden von Kohle aus dem nationalen Energiesystem verabschiedet, zu der sie sich durch den „Nationalen Aufbau- und Resilienzplan“ verpflichtet hatte, der mit sofortiger Wirkung den Bau neuer Anlagen verbietet, die mit Kohle betrieben werden. Die endgültige und irreversible Schließung der mit Braunkohle und Steinkohle betriebenen Energieerzeugung ist dagegen nicht geregelt.

DB gibt Hannover – Berlin früher wieder frei

Die Züge zwischen Hannover und Berlin sollen bereits ab 11.12.2022 wieder rollen. Ursprünglich war geplant, die Strecke nach dem Unfall von zwei Güterzügen am 16. Dezember für den Bahnverkehr freizugeben.

In den kommenden Tagen erneuert die DB Schienen, Schwellen und Schotter in beiden Gleisen und setzt mehrere Oberleitungsmasten neu. Außerdem müssen mehr als eineinhalb Kilometer Oberleitung sowie fast zwei Kilometer Kabel für die Leit- und Sicherungstechnik neu verlegt werden. Experten tauschen zudem in großem Umfang Boden aus, da die havarierte Lok biologisch abbaubares Öl verloren hatte.

Die Aufräumarbeiten an der Unfallstelle waren aufwendig. Zunächst musste die Feuerwehr in einem komplizierten Verfahren das Propangas aus vier umgekippten Kesselwagen abpumpen und die Restmengen kontrolliert abbrennen. Erst danach konnten Experten der DB und des THW die umgekippten Waggons sowie die havarierte Lok bergen.

CFR will Tunnelstrecke Palas – Constanța Port A reaktivieren

Im Zusammenhang mit der gestiegenen Nachfrage nach Transporten zum Schwarzmeerhafen von Constanța will die CFR die Tunnelstrecke wieder aufbauen, welche ohne Berührung des Personenbahnhofs direkt in den Hafen führt.

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Die Strecke 816 Palas – Constanța Port A ist eine nicht elektrifizierte, zweigleisige Strecke, welche mit einer Länge von 3,6 km vom Bahnhof Palas (km 222+000) zum Bahnhof Constanța Port A (km 225+600) führt. Diese wurde im Jahr 1900 erbaut und nach Überschwemmungen 1992 geschlossen, seitdem ist der Hafen nur über die Strecke 814 erreichbar, welche mittels einem großen Bogen den Hafen von Süden her erreicht. Die Tunnelstrecke, welche zwischen zwei Ölterminals verläuft und einen 490 m langen Tunnel aufweist, verfiel seitdem, wurde ihrer Gleise beraubt und verkam zur Mülldeponie. 2004 gab es seitens der Stadt Constanța Pläne, die Trasse für den Lkw-Verkehr zum Hafen als Straße wiederherzustellen, das Projekt scheiterte jedoch, weil die Genehmigung dafür von der CFR versagt wurde und die Stadtverwaltung nicht über das nötige Geld für die Investition verfügte.

Am 29.11.2022 wurde eine öffentliche Ausschreibung für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit dem Ziel „Instandsetzung und Elektrifizierung der Strecke CF 816 Palas-Port A, Verstärkung des Tunnels km 224+670-225+160 zur Sicherstellung des zweiten Eisenbahnanschlusses an den Hafen von Constanța – Gutachten und DALI“ veröffentlicht. Der geschätzte Gesamtwert des Vertrags, der innerhalb von 45 Tagen abgeschlossen werden muss, beträgt 500.000 RON (ca. 102.000 EUR). Die Frist für den Eingang der Angebote endet am 09.01.2023.

BAV: Moderate Erhöhung des Bahnstrom-Preises

SBB-Energie ist im Auftrag des BAV als Systemführerin für die Bereitstellung und die Lieferung von Bahnstrom (16,7 Hertz) verantwortlich. Größtenteils produziert SBB-Energie diesen Strom mit eigenen Wasserkraftwerken. Einen Teil der Elektrizität bezieht das Unternehmen von anderen Produzenten bzw. auf dem Markt. Aufgrund der sommerlichen Trockenheit ist der Anteil des zugekauften Stroms im Jahr 2022 gestiegen. Gleichzeitig stiegen die Energiepreise auf dem freien Markt wegen des Kriegs in der Ukraine und der Abschaltung französischer Atomkraftwerke. SBB-Energie erwartet dieses Jahr ein Defizit von 180 Mio. CHF. Für 2023 und mutmaßlich für die Folgejahre ist anzunehmen, dass die Energiepreise auf einem hohen Niveau bleiben.

 Vor diesem Hintergrund und auf Antrag der SBB hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) der Schweiz die Absicht, den Bahnstrompreis (ab Unterwerk) für nächstes Jahr per 01.01.2023 von heute 10,5 auf 13,5 Rappen pro Kilowattstunde zu erhöhen. Damit wird die gesetzliche Vorgabe, dass die Bahnstromkosten gedeckt werden müssen, erfüllt. Die Erhöhung entspricht einem Aufschlag von rund 70 Millionen Franken pro Jahr. Das BAV sieht vor, dass die Erhöhung differenziert auf die verschiedenen Verkehrssparten überwälzt wird. Im Fernverkehr wird die Erhöhung vollständig überwälzt (dh. um 3 Rappen), im Regional- und Güterverkehr teilweise (d.h. um 1 Rappen). Damit wird der finanziellen Leistungsfähigkeit der Verkehrssparten Rechnung getragen. Der Trassenpreis steigt durch diese Erhöhung je nach Verkehrsart um 2 bis 3 Prozent; er macht rund einen Viertel sämtlicher Kosten eines Zuges aus. Das BAV erwartet von den Unternehmen im Personen- und Güterverkehr, dass sie einen Teil der Mehrkosten für den Bahnstrom durch Energiesparmaßnahmen kompensieren.

Im Einvernehmen mit der SBB konnte damit eine Lösung gefunden werden. Durch den administrierten Bahnstrompreis soll gewährleistet werden, dass zu starke Ausschläge geglättet und die Mehrbelastungen über mehrere Jahre verteilt werden können. Damit die für 2023 vorgesehene Erhöhung umgesetzt werden kann, muss die Verordnung des BAV über den Eisenbahn-Netzzugang angepasst werden. Vorgängig wird das Amt dazu den Preisüberwacher und die weiteren betroffenen Bundesämter anhören.

Das BAV unterstützt die Absicht der SBB, die Erneuerung und den Ausbau der einheimischen Bahnstromproduktion zu beschleunigen. Die Umsetzung solcher Projekte liegt in der Verantwortung der SBB. Die Finanzierung ist gemäss der geltenden Gesetzgebung durch kommerzielle Kredite zu finanzieren. Die Investitionsfolgekosten werden bei der zukünftigen Bemessung der Bahnstrompreise berücksichtigt. Abhängig von der weiteren Entwicklung der Energiepreise wird das BAV im kommenden Jahr über weitere Anpassungen per Ende 2023 entscheiden. Bleibt das Preisniveau auf dem aktuellen Niveau, wird zu prüfen sein, welche Transportsparten im Schienenverkehr 2024 von den höheren Bahnstrompreisen betroffen sein werden. Für 2025 wird gemeinsam ein neues Geschäftsmodell für die Bahnstromversorgung erarbeitet.