Italienische Gewerkschaften haben zum Generalstreik am 17.11.2023 von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr aufgerufen. Es muss daher auch mit Ausfällen und Verzögerungen im Güterverkehr gerechnet werden.
GDL: Streik am Donnerstag
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am 14.11.2023 einen Streik vom 15. November, 22 Uhr bis 16. November, 18 Uhr angekündigt. Begründet wurde dies unter anderem mit einer Weigerung von Deutscher Bahn AG, des Transdev-Konzerns, die City Bahn Chemnitz sowie acht Personaldienstleistern für Lokomotivführer Verhandlungen über die Absenkung der Arbeitszeit zu verhandeln. Dies sieht die GDL als unverzichtbaren Bestandteil des Forderungskataloges.
Die DB kritisierte die Kurzfristigkeit des Streiks, dessen Beschluss zwei Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde übermittelt worden sei. Der Streikbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt ist nach DB-Einschätung ein Unding. „Wir haben gerade erst vier weitere Verhandlungstermine mit der Lokführergewerkschaft vereinbart, wir haben bereits in der Auftaktrunde ein 11-Prozent-Angebot auf den Tisch gelegt. Sollte die Lokführergewerkschaft tatsächlich vor den unmittelbar bevorstehenden Verhandlungen streiken, würde sie Millionen Menschen in Haftung nehmen und die Sozialpartnerschaft mit Füßen treten.“ sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler.
Die GDL sieht sich mit offenem Visier in die Tarifrunde 2023 mit rund 60 Tarifpartnern eingetreten. Um Planungssicherheit herzustellen, habe sie frühzeitig Terminvorschläge gemacht und den Arbeitgebern – ebenso frühzeitig – ihre Kernforderungen mitgeteilt. Doch offenbar hätten die Unternehmen das Entgegenkommen der GDL falsch verstanden, vielleicht sogar als Schwäche ausgelegt.
Die DB hat bereits Ende August einen Tarifabschluss mit der EVG erzielt. Dieser kommt für rund 180.000 Beschäftigte in rund 500 Berufen zur Anwendung. In der jetzigen Tarifrunde mit der Lokführergewerkschaft werden die Tarifverträge der GDL verhandelt, die für rund 10.000 Beschäftigte in 18 von 300 Betrieben im DB-Konzern Anwendung finden.
Hector Rail: Neuer Commercial Manager?
Hector Rail sucht in Bochum noch immer einen neuen Commercial Manager. Vorgänger waren unter anderem Thomas Vitte (05.2022 bis 06.2023), Hendrik Kubitzky (kurzzeitig ab 10.2021) sowie Michael Albers (11.2019 bis 11.2021).
Lineas Deutschland: Keine Entlassungen
Lineas plant nach eigener Aussage keine Entlassungen in Deutschland. Marktgerüchte hatten von einer personellen Reduzierung um 50 % gesprochen und konkrete Namen genannt.
Eine Sprecherin sagte auf Anfrage: „Lineas hat keine Pläne, Mitarbeiter in der Führungsebene von Lineas Deutschland zu entlassen. […] Lineas hat das klare Ziel, sein Geschäft in Deutschland auszubauen. Und die Schaffung einer starken Ertragsbasis ist die beste Garantie dafür, dass man niemanden entlassen muss.“
Jüngst hatte Lineas den neuen Country Manager für Deutschland publiziert.
GDL: DB-Angebot „humoristisches Stilmittel“
Mit Verhandlungsauftakt hat die Deutsche Bahn AG der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ein Papier vorgelegt, das als „abschließendes Angebot“ bezeichnet wurde. Die Gewerkschaft titulierte dieses als „schlechtes humoristisches Stilmittel“, denn das Angebot beinhalte neben einer viel zu geringen Entgelterhöhung überwiegend unkonkrete Reformvorschläge zu Lasten der Arbeitnehmer.
Die Deutsche Bahn hat angeboten, die Entgelterhöhung am Abschluss des öffentlichen Dienstes zu orientierten. Eine konkrete Zahl habe die GDL-seitige Verhandlungsgruppe nicht zu hören bekommen. Die Laufzeit soll dabei 32 Monate betragen. Weit entfernt von den geforderten 555 EUR bei zwölf Monaten. Zuzüglich soll es 2.850 EUR steuerfreie Inflationsausgleichsprämie geben, von denen am Ende des Tages nur noch 1.500 EUR übrig waren.
Statt des ursprünglich langgestreckten Zeitplans über drei Monate hat die Deutsche Bahn mit ihrem Angebot nun vier zeitlich eng beieinander liegende Termine bis Mitte Dezember vorgeschlagen.
Die Fortsetzung der Verhandlungen erfolgt am 16. und 17.11.2023.
GDL: DB will moderierte Verhandlungen
Angesichts „unerfüllbarer Forderungen, die eine Steigerung der Personalkosten von über 50 Prozent bedeuten würden“, hat die Deutsche Bahn (DB) der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vorgeschlagen, von Anfang an moderierte Verhandlungen zu führen. „Wir wollen raus aus der Konfliktspirale und rein in den Lösungsmodus“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler kurz vor dem Start der Tarifrunde in Berlin. Zuvor hatte die GDL bereits mit Streiks und Urabstimmung gedroht – noch vor der ersten Verhandlungsrunde, die am 09.11.2023 stattfindet.
Die GDL fordert eine Vier-Tage-Woche und eine 35‑Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Seiler: „Das ist absolut nicht darstellbar. Wir müssten 10 Prozent mehr Mitarbeiter einstellen, um die Lücken zu schließen, das ist beim aktuellen Arbeitsmarkt einfach weltfremd.“ Des Weiteren fordert die GDL, die DB solle das Tarifeinheitsgesetz (TEG) – immerhin ein Bundesgesetz – nicht anwenden. Zudem will die GDL etwa die Ausweitung ihres Organisationsbereichs in die Infrastruktur, 25 Prozent mehr Zulagen und 67 Prozent mehr betriebliche Altersvorsorge.
„Die Ausgangslage ist sehr schwierig, und wir wollen etwas Neues versuchen“, so Martin Seiler. „Deshalb haben wir der GDL einen anderen Verhandlungsmodus vorgeschlagen.“ Bis mindestens nach den Weihnachtsferien soll im geschützten Raum unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Streiks verhandelt und nach Lösungen gesucht werden. Die Mitarbeiter würden im Gegenzug noch im Dezember vorab 1.500 EUR Inflationsausgleichsprämie erhalten.Die DB hat die GDL um Prüfung des Vorschlags und Rückmeldung bis zum 3. November gebeten.
WLC bildet erstmals Tf aus
Die Wiener Lokalbahnen Cargo (WLC) haben erstmals Triebfahrzeugführer (Tf) selbst ausgebildet. Die Traincademy am Hafen Wien ist die gemeinsame Schulungseinrichtung für Bahnberufe der Wiener Lokalbahnen (WLB) und WLC.

EVG: Mehrheit für Schlichtungsergebnis
In der Urabstimmung zu den Tarifverhandlungen zwischen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Deutschen Bahn stimmte die große Mehrheit für die Annahme der Schlichterempfehlung. Wie die EVG am 28.08.2023 mitteilte, stimmten 52,3 % dafür. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,3 %. Aktuell tagt der EVG-Bundesvorstand zum Wahlergebnis und weiterem Vorgehen, anschließend will er über das weitere Vorgehen informieren.
Die wesentlichen Punkte des Tarifabschlusses sind laut DB:
- Inflationsausgleichsprämie: 2.850 EUR brutto gleich netto, Auszahlung im Oktober 2023
- Lohnerhöhung: Festbetrag von 410 EUR mehr im Monat in zwei Schritten, 200 EUR zum Dezember 2023 und 210 Euro zum August 2024
- Zusätzliche Lohnerhöhung für Mitarbeitende in bahnspezifischen Schlüsselberufen
- Laufzeit: 25 Monate (01.03.2023 bis 31.03.2025)
EVG/DB: Schlichtungsempfehlung
Die Schlichtungskommission um Heide Pfarr und Thomas de Maizière hat im Tarifstreit zwischen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Deutschen Bahn bzw. ihrer Arbeitgeberorganisation AGV Move am 26.07.2023 eine Einigungsempfehlung erzielt:
- Entgelt-Erhöhung in fast allen Bereichen um 410 Euro. Umgesetzt wird in zwei Stufen mit jeweiligem Festbetrag: Stufe eins 200 Euro im Dezember 2023 und Stufe zwei im August 2024 um 210 Euro.
- Einmalzahlung, damit unsere Kolleginnen und Kollegen schnell Geld kriegen. Auszahlung in von 2.850 Euro als steuerfreie Inflationsausgleichsprämie im Oktober 2023.
- Strukturelle Entgelterhöhung kommt für fast 70.000 Kolleginnen und Kollegen. Verschiedene Funktionsgruppen / Berufsgruppen bekommen durchschnittlich nochmal 100 Euro monatlich dazu.
- Keine Spaltung, alle Berufsgruppen sind im Tarifabschluss einbezogen. Wir konnten Spaltung durch Ausgrenzung verhindern.
- Verkürzung der Laufzeit von 27 auf 25 Monate. Das bedeutet, dass die neue Tarifrunde bereits in 20 Monaten startet.
Am Freitag tagt der EVG-Bundesvorstand als höchstes Gremium zum Thema Schlichtungsschlussempfehlung. Bis Ende August entscheiden 110.000 bei der DB AG beschäftigten EVG-Mitglieder, für die Schlichtungsschlussempfehlung oder für unbefristeten Streik. Das Ergebnis der Urabstimmung wird am 28. August erwartet.
ÖBB: 2.000 neue Lokführer
Knapp 4.400 Lokführer sind bei der ÖBB Produktion beschäftigt. Seit längerem läuft bereits eine Ausbildungsoffensive, um noch mehr Menschen für diesen Beruf zu begeistern. In den kommenden fünf Jahren werden 2.000 Lokführer ausgebildet. 2028 wollen die ÖBB damit – nach Neuaufnahmen und Pensionierungen – rund 4.900 Lokführer bei der ÖBB Produktion beschäftigen. Das entspricht einem Plus von 12 Prozent.

