Rundlauferhöhung von und nach Skandinavien

Ab dem 06.04.2022 erhöht die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) die Frequenz des TransFER Linz – Scandinavia – Wels für den Wagenladungsverkehr von zwei auf drei Rundläufe pro Woche.

Grafik: Rail Cargo Group

Seit Anfang des Jahres transportiert die RCG Güter ab Linz über Rheinkamp nach Malmö in Schweden und zurück nach Wels. Seit dem Start steigt die Auslastung, vor allem beim Transport von Stahl, Papier und Konsumgütern.

DB Cargo mietet Diesellok von CFL cargo

DB Cargo verfügt in Dänemark noch über sechs Streckendieselloks des Typs MZ (1449, 1452, 1453, 1456 und 1459). Derzeit befindet sich 1453 zur Untersuchung in Schweden, einer der dieselelektrischen Sechsachser ist auf Seeland in Høje-Taastrup stationiert. Somit verbleiben vier Loks für vier Plantage in Jütland. Im Falle eines Werkstattaufenthaltes einer der Loks muss folglich auf Maschinen Dritter zurückgegriffen werden wie aktuell MY 1146 von CFL cargo auf Tagesbasis.

TX fährt Abfall nach Høje-Taastrup

TX Logistik hat den ersten konventionellen Abfall-Verkehr nach Dänemark aufgenommen. Es handelt sich dabei um klassischen Hausmüll aus dem Raum Neapel, der nach Høje-Taastrup westlich von Kopenhagen transportiert wird. Die Relation wird einmal pro Woche bedient.

Bode plant Lübeck – Halmstad

Die Spedition Bode startet im April 2022 eine zweite Intermodalrelation nach Schweden. Nach dem 2015 eingeführten Zug „Alter Schwede“ mit aktuellem Laufweg Lübeck-Dänischburg (CTL) – Hallsberg – Rosersberg mit vier wöchentlichen Umläufen wird der „Neue Schwede“ ab Frühjahr 2 x pro Woche Lübeck und den Hafen Halmstad verbinden. Bei beiden Zügen übernimmt die Kombiverkehr KG die betriebliche Durchführung, DB Cargo ist Traktionär.

DB Cargo und Trafikstyrelsen in der Kritik

Die dänische Unfalluntersuchungskommission (Havarikommissionen) hat am 13.01.2022 ihren Abschlussbericht über den Vorfall auf der Storebælt-Brücke vor einem Jahr vorgelegt, bei dem ein Trailer fast von einem Güterzug gestürzt wäre. Der Bericht beinhaltet Kritik an DB Cargo, die die Sicherheit der Verriegelungen auf den Taschenwagen als zu hoch eingeschätzt hat und an der dänischen Verkehrsbehörde Trafikstyrelsen, weil sie nicht eingeschritten sei.

Während der Unfall vor drei Jahren darauf zurückzuführen war, dass versäumt wurde, den Anhänger ausreichend zu sichern, handelte es sich bei dem Vorfall im vergangenen Jahr um ein ordnungsgemäß funktionierendes Bauteil. Die Verriegelung Typ MAZ 80800 war so konstruiert, dass sie bei einer ausreichend starken, vertikal wirkenden Kraft nachgab. Damit sollte sichergestellt werden, dass der Taschenwagen intakt blieb, wenn versucht wurde, einen verriegelten Trailer abzuheben. Die Schlussfolgerung ist, dass die Art der Verriegelung so beschaffen war, dass sie den Trailer nicht wirklich bei einer vertikalen Krafteinwirkung (beispielsweise starker Wind) hunderprozentig sicherte. DB Cargo wusste dies, setzte aber bis zu dem Vorfall vor einem Jahr weiterhin Wagen mit der fraglichen Verriegelung ein.

Im Bericht der Unfalluntersuchungsstelle wird auch beschrieben, dass DB Cargo das Problem der unabhängigen Sicherheitsbehörde Trafikstyrelsen gemeldet hatte. Diese leitete ein Aufsichtsverfahren ein, akzeptierte aber später die Erklärung von DB Cargo, dass die Verriegelung genehmigt worden sei.

Der Unfalluntersuchungsausschuss hat in seinem Bericht drei Empfehlungen ausgesprochen:

  • Die Europäische Eisenbahnagentur (ERA) stellt klare Anforderungen an die Sicherung der vertikalen Halterung von auf Taschenwagen verladenen Sattelanhängern.
  • Trafikstyrelsen vergewissert sich, dass das Sicherheitsmanagementsystem von DB Cargo angesichts der im Bericht genannten aktuellen und früheren Vorfälle in angemessener Weise sicherstellt, dass relevante Risiken erkannt und Barrieren für den Betrieb abgedeckt werden. Das Sicherheitsmanagementsystem sollte auch sicherstellen, dass die Lehren aus der Behandlung von Zwischenfällen und der Behandlung periodischer Zwischenfälle/Trends, wie Ladungssicherung und Umgang mit Zwischenfällen, in die laufende Bewertung des Gesamtrisikos einfließen.
  • Trafikstyrelsen stellt in ihrer Funktion als Sicherheitsbehörde sicher, dass die ihr vorgelegten potenziell sicherheitskritischen Unterlagen geeignet sind, sicherheitskritische Risiken zu erfassen.

DSB: 32 ME an Nordic Re-Finance

Die dänische Staatsbahn DSB hat ihre 32 ME-Dieselloks (Henschel DE 3300) wie geplant an das schwedische Vermietunternehmen Nordic Re-Finance verkauft. Sechs Loks befinden sich schon im Eigentum der Vermietgesellschaft – der Rest wird in fünf Chargen zwischen Dezember 2021 und August 2022 übergeben. Acht der Maschinen verbleiben zur Vermietung in Dänemark, der Rest ist für den Einsatz in Schweden und Norwegen vorgesehen.

Der Käufer hat zudem den gesamten Bestand an Ersatzteilen und Spezialwerkzeugen der DSB übernommen. Die Komponentenwerkstatt der DSB, die gerade von Knorr-Bremse übernommen wurde, wird weiterhin Komponenten wie Drehgestelle, Achsen und Fahrmotoren aufarbeiten. Der Einbau von ETCS erfolgt ab 01.01.2022 – Hitachi liefert die Hard- und Software, Railcare übernimmt die Installation.

Die DSB kann nun auf eine vollständig elektrische Lokflotte umsteigen und Nordic Re-Finance wird in der Lage sein, veraltete Güterzuglokomotiven aus den 1950er und 60er Jahren auf dem skandinavischen Markt zu ersetzen. Die gebrauchten Loks sind nach Aussage des Vermietunternehmens als Überbrückung gedacht, bis in fünf bis zehn Jahren Maschinen mit „nachhaltigen Antrieben“ zur Verfügung stehen.

Sven Engquist, CEO von Nordic Re-Finance kommentierte: „Unsere Kunden, die im Rangier- und Güterverkehr oder im Gleisbau tätig sind, verlangen zunehmend, dass wir eine Diesellokomotive liefern, die den heutigen Umweltanforderungen entspricht, garantiert mit ETCS ausgestattet ist und vor allem zu einem Preis, der dem heutigen Niveau entspricht. Die Beibehaltung des Preisniveaus ist unter anderem deshalb möglich, weil wir eine Flotte haben, auf die wir die ETCS-Kosten umlegen können. Insgesamt können wir jetzt TMe auf demselben Preisniveau liefern wie die bestehenden 50-60 Lokomotiven. Verglichen mit einer neuen Diesellokomotive ist dies die Hälfte des Preises.“

Nordiska Tåg TME | Öjervik (SE)
ME der Nordic Re-Finance. Quelle: https://www.flickr.com/photos/richardlatten/51418690630/

Im Jahr 1981 wurde die erste ME-Lokomotive an die DSB geliefert, um die Loks der Typen MX, MY und MZ zu ersetzen. Da der schwedische Hersteller Nohab keine Lokomotiven mehr herstellte, ging der Auftrag an das deutsche Unternehmen Henschel.

Wieder Güterzüge nach Esbjerg

LEO Pharma in Esbjerg hat mit DB Cargo und Jutlandia Terminal eine Vereinbarung über die Lieferung von 100.000 t Rohstoffen pro Jahr aus Deutschland unterzeichnet. Der Premierenzug verkehrte am 17.07.2021, planmäßig sind zwei Zugpaare pro Woche mit Dieselloks des Typs MZ vorgesehen. Die Hoyer-Tankcontainer werden im Terminal Taulovvon anderen Intermodalzügen umgekrant.

Das bis 2015 für 100 Mio. DKK errichtete Bahnterminal in Esbjerg war bislang nahezu verkehrslos. U.a. wurden Holzzüge aus Deutschland für den Kunden Ribe Trælast umgeschlagen.

Kombiverkehr: Erweiterung Skandinavien

Ab sofort bietet die Kombiverkehr KG mit zwei neuen Direktzügen Herne – Lübeck und Duisburg – Lehrte – Malmö mehr Kapazitäten zwischen dem Ruhrgebiet und Nordeuropa. Damit erhält das Terminal Malmö Mertz über die feste Querung Anschluss an das internationale Netzwerk der Kombiverkehr und ergänzt nach Unternehmensaussage die Zwei-Wege-Strategie nach Skandinavien.

Dänemark: Ergebnisse 2020

Mit DB Cargo, CFL cargo und Contec Rail sind in Dänemark nur drei dort ansässige Bahnen im nationalen Güterverkehr aktiv – TX Logistik und Hector Rail fahren im Transit durch das Land. Alle Angaben in Mio. DKK.

    Bruttoertrag
2020
Bruttoertrag
2019
Überschuss
2020
Überschuss
2019
DB Cargo Scandinavia165,48124,23-8,3-21,97
Contec Rail12,627,320,82
CFL cargo Danmark8,2919,29-10,612,28

TX verdichtet Kaldenkirchen – Malmö

TX Logistik erhöht die Frequenz auf ihrer Intermodalverbindung zwischen dem Niederrhein und Schweden um zwei Rundläufe. Mit Start zum 05.07.2021 fährt das zur Mercitalia-Gruppe gehörende Eisenbahnlogistikunternehmen dann fünf Mal pro Woche in Eigentraktion von Kaldenkirchen im Kreis Viersen via Padborg und Kopenhagen nach Malmö und zurück.