Das Engineeringunternehmen Transurb vermeldet die Zulassung der mit ETCS des Herstellers Alstom nachgerüsteten Stadler Euro4000 von Europorte / Beacon Rail in Frankreich und Belgien. Die Genehmigung für Deutschland steht noch aus. Auf den Loks waren zuvor schon KVB, TBL1+ und I60R/PZB installiert.
[DE] ETCS-Förderrichtlinie verspätet sich
Die Förderrichtlinie des Bundesministreiums für Verkehr (BMV) für die ETCS-Fahrzeugausstattung verspätet sich. Ursprünglich sollte sie bis Ende März 2026 vorliegen. Grund dafür ist die noch nicht abgeschlossene beihilferechtliche Prüfung auf europäischer Ebene.
[DK] ETCS-Strecken: Loks als „Steuerwagen“
Die Ausrüstung von zahlreichen Strecken in Dänemark mit ETCS zwingt Betreiber von Dieselloks zu alternativen Lösungen: Nur wenige Maschinen dieses Typs wurden bislang umgerüstet bzw. nach Umrüstung wieder zugelassen.
Die Privatbahn VIKING-Rail greift deswegen auf zwei außergewöhnliche Lösungen zurück: Sie führt an der Zugspitze eine zusätzliche, mit ETCS ausgrüstete Lok mit.
Bereits zuvor von DB Cargo praktiziert handelt es sich dabei einerseits um eine zweiachsige Kleinlok des Typs Z70 der Nordjyske Jernbaner (NJ).
Spektakulärer ist hingegen die Nutzung einer E-Lok des Typs Siemens Vectron AC von Akiem. Unter Fahrdraht bewegt die E-Lok Baumaschinen von Aarsleff und Swietelsky, auf nicht elektrifizierten Strecken übernimmt die mitgeführte Diesellok de Traktion, die E-Lok dient als „Steuerwagen“.

Etwas Ähnliches hatte Hector Rail im Sommer 2015 schon mal in Sønderjylland gemacht, als während Oberleitungsbauarbeiten im Zuge des zweigleisigen Streckenausbaus Transitgüterzüge zwischen Vojens und Vamdrup von hinter den E-TRAXX mitgeführten Dieselloks ohne die dänische ATC-Ausrüstung (TRAXX P160 DE ME) traktioniert wurden.
[IT] Railpool: ETCS Baseline 3 für TRAXX DC3
Alstom Ferroviaria und Railpool haben einen Vertrag über die Ertüchtigung der 50 Loks umfassenden Flotte an Alstom TRAXX DC3 in Italien auf ETCS Baseline 3 abgeschlossen. Voraus ging eine Typzulassung unter Nutzung der 494 505 von Railpool. Die Arbeiten sollen im zweiten Halbjahr 2026 beginnen und 2027 abgeschlossen werden. Railpool ist Initialkunde für ein solches Upgrade.

[DE/CH] ETCS auf Grenzbetriebsstrecken in Betrieb
Auf den Grenzbetriebsstrecken zwischen Deutschland und der Schweiz wurde zum Fahrplanwechsel auf 60 Kilometern Strecke ETCS in Betrieb genommen. Ab sofort steht im Knoten Basel, auf der Strecke Erzingen (Baden)–Singen (Hohentwiel) und den Gleisanlagen in Konstanz in Richtung Schweiz ETCS Level 1 Limited Supervision (ETCS L1 LS) zur Verfügung, zusätzlich zu den nationalen Zugbeeinflussungssystemen beider Länder.
Die Doppelausrüstung ermöglicht das Fahren über die Landesgrenze hinweg mit unterschiedlichen Fahrzeugausrüstungen. Das betrifft die deutschen Grenzbahnhöfe Weil am Rhein, Basel Badischer Rangierbahnhof, Basel Badischer Bahnhof, Erzingen (Baden), Singen (Hohentwiel) und Konstanz. Davon profitiert vor allem die Schweiz, da das Schweizer Eisenbahnnetz bereits flächendeckend mit ETCS ausgerüstet ist und der Anteil von ETCS-only Fahrzeugen kontinuierlich steigt.
Im Knoten Basel entstehen bis 2027 neue Verkehrsanlagen zwischen Weil am Rhein und Haltingen. So soll ein zusätzliches Gleis eine bessere Trennung von Personen- und Güterverkehr ermöglichen. Im südlichen Bereich des Basel Badischen Rangierbahnhofs ist eine neue Gleisgruppe für den schnellen Transit von Güterzügen bereits fertiggestellt.
[SI] ETCS-Ausrüstung für zwei Strecken
In diesem Jahr wurde die ETCS-Einführung auf den Eisenbahnstrecken Dobova – Zidani Most und Pragersko – Maribor – Šentilj mit einer Gesamtlänge von etwa 90 km abgeschlossen. Das Projekt wurde in mehreren Phasen ab 2017 durchgeführt. Der Gesamtwert der durchgeführten Arbeiten beläuft sich auf 22,5 Mio. EUR, davon wurden 6 Mio. EUR aus europäischen Mitteln im Rahmen des Instruments für die Integration Europas finanziert.

[RO] București – Giurgiu: ETCS und Elektrifizierung
CFR Infrastructură hat am 22.09.2025, die Verwaltungsanordnung zum Beginn der Planungsarbeiten für das zweite Los des Projektes „Modernisierung und Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke București Nord – Jilava – Giurgiu Nord – Grenze Giurgiu Nord“ erlassen. Die Verbindung dient vor allem der Verbindung zwischen Rumänien und Bulgarien.
Dies bedeutet die Modernisierung, ETCS-Ausrüstung und Elektrifizierung folgender Abschnitte:
- Linie 103: București Progresu km 5,421 – Giurgiu Oraș km 67,332 mit Ausnahme des 12 km langen Abschnittes Vidra – Comana, der Teil des Loses 1 war
- Linie 106: Giurgiu Nord km 64,044 – Russe Brücke km 69,700
Der Abschnitt zwischen Daia und Frătești wird zweigleisig ausgebaut, bei Daia entsteht zudem ein neues Viadukt. Kunstbauten und Bahnhöfe werden saniert.
Der Zuschlag für den 2,1 Mrd. RON (0,4 Mrd. EUR) umfassenden Auftrag wurde an das Konsortium „RailWorks“ aus dem Gleisbauunternehmen Arcada und Alstom Transport erteilt. Es besteht eine Kofinanzierung durch das europäische CEF-Programm.
Trivia: București – Giurgiu wurde 1869 als erste Eisenbahnstrecke auf dem damaligen Territorium Rumäniens errichtet.

[BE] Softwarefreigabe für HLD77
The Signalling Company (TSC), heute ein Tochterunternehmen der Škoda-Gruppe, hat einen weiteren Meilenstein in seiner Zusammenarbeit mit Lineas erreicht. Die belgischen Behörden haben die Betriebsgenehmigung für die erste HLD77-Lokomotive erteilt, die mit der modularen softwaredefinierten Sicherheitsplattform von TSC ausgestattet ist.
Die Plattform, auf der zunächst die nationale Sicherheitsanwendung TBL1+ läuft, macht die HLD77 zu einem softwaremäßig aufrüstbaren Fahrzeug mit optimierten Betriebs- und Wartungskosten.
Diese Zulassung ist die erste Homologation einer Lokomotive mit dem Betriebssystem RailOS® und dem sicheren Computer iEVC® – einer universellen Plattform, die für die Ausführung mehrerer Signal- und anderer Anwendungen ausgelegt ist. In der Praxis bedeutet dies, dass zukünftige Upgrades, wie z. B. ETCS, schnell und kostengünstig installiert werden können, sodass die Flotte nicht nur in Belgien, sondern auch international in benachbarten Märkten wie Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg betrieben werden kann.
[DE] Freiburg – Haltingen ohne ETCS
Ab dem 16.08.25 ist ETCS (Level 2 unter Baseline 3) zwischen Gundelfingen (nördlich von Freiburg) und Haltingen betrieblich nicht verfügbar. Die vorhandenen Zugsicherungssysteme, punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) und Linienzugbeeinflussung (LZB) bleiben erhalten und sind verfügbar.
Die Einschränkungen sind durch den Umbau der ETCS-Ausrüstung im Zusammenhang mit dem Neubau und der Inbetriebnahme der Strecke 4280 im Bereich Müllheim-Schliengen begründet. Vor Aufhebung der betrieblichen Einschränkung sind Abnahmen und Zertifizierung durchzuführen.
Die Möglichkeit zur Durchführung von ETCS System Compatibility (ESC)-Fahrten besteht bis zum 16.08.25. Die Aufhebung der betrieblichen Einschränkung ist für Juni 2026 geplant.
[PL] ETCS-Förderung genehmigt
Die Europäische Kommission hat gemäß den EU-Beihilfevorschriften eine polnische Regelung in Höhe von 47 Mio. EUR genehmigt, mit der technische Hindernisse für die Interoperabilität des Schienenverkehrs beseitigt und die Sicherheit und Effizienz des Schienenverkehrs verbessert werden sollen. Die Regelung wird aus dem Programm „Europäische Fonds für Infrastruktur, Klima und Umwelt (FEnIKS) 2021-27“ finanziert, das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Kohäsionsfonds finanziert wird. Die Maßnahme soll die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene fördern.
Die Regelung unterstützt die Installation des Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems (ERTMS) der Baseline 4 oder höher in neuen oder modernisierten Schienenfahrzeugen in Polen. Im Rahmen der Regelung, die bis zum 31.12.2029 läuft, wird die Beihilfe in Form von Direktzuschüssen gewährt. Begünstigte sind Eisenbahnunternehmen, die im Schienengüter- und Personenverkehr tätig sind, sowie Leasinggesellschaften für Schienenfahrzeuge. Die Beihilfe deckt bis zu 85 % der förderfähigen Kosten, darunter die Kosten für die Ausrüstung und die Nachrüstung.

