[HR] Umleiter im Norden Kroatiens

Im Norden Kroatiens kam es im Grenzverkehr mit Ungarn zu Umleitungen mit Dieseltraktion. Grund waren Bauarbeiten auf der elektrifizierten Strecke Dugo Selo – Novo Drnje (- Gyékényes (Ungarn)) vom 07. bis 20.04.2026 sowie auf der Verbindung Varaždin – Koprivnica vom 07.04. bis 02.05.2026.

Die meisten Güterzüge wurden über nicht elektrifizierte Bahnstrecken via Kotoriba, Varaždin und Konjščina nach Zabok umleitet. Zum Einsatz kamen Dieselloks der HŽ Cargo (Baureihe 2062), Log Rail (Baureihe 2044) sowie der ÖBB Rail Cargo Group (Baureihe 2016).

Grafik: HŽ Infrastruktura

[HR] Marktanteile publiziert

Die Kroatische Agentur für die Regulierung der Netzdienste (Hrvatska regulatorna agencija za mrežne djelatnosti (HAKOM)) hat jüngst die Marktanteile der im Lande tätigen Güterbahnen für das vierte Quartal 2025 publiziert.

UnternehmenMarktanteil
HŽ Cargo d.o.o.43,4%
ENNA Transport d.o.o.21,6%
Rail Cargo Carrier – Croatia d.o.o.8,7%
Rail & Sea d.o.o.6,9%
Transagent Rail d.o.o.5,5%
Train Hungary Magánvasút Kft.4,2%
SŽ-Tovorni promet d.o.o.3,2%
Log Rail d.o.o.2,9%
Grampet Rail d.o.o.2,5%
InRail S.p.A.1,2%

[HR] Nur noch SŽ und RTI bieten für HŽ Cargo

Nach Berichten in der kroatischen Presse sind von den ursprünglich fünf nur noch zwei Bieter für den aktuellen Versuch der Privatisierung der HŽ Cargo verblieben:

Die SŽ EP Logistika bietet jedoch nur 10 % des geschätzten Wertes der staatlichen privaten Güterbahn und verlangt unter anderem die Beilegung aller laufenden Rechtsstreitigkeiten vor der Übenahme, die Bezuschussung des Güterverkehres auf der „Lika-Bahn“ Oštarije / Ogulin – Knin – Split / Šibenik / Zadar sowie Zahlungen für Ausfälle während Bauarbeiten.

Der Mitbewerber Railtrans International (RTI) schlägt hingegen die Gründung eines 50-50-Joint Ventures für die Bearbeitung von ausländischen Märkten bei Beibehaltung einer kroatischen Eigentümerschaft im Heimatland vor.

Ein erster Versuch zur Restrukturierung des Unternehmens mit nachfolgender Übernahme von 75 % der Gesellschafteranteile durch die rumänischen Güterbahn Grup Feroviar Român (GFR) wurde Anfang 2014 abgebrochen, da die Rumänen keine gültigen Darlehensgarantien vorlegten und der von ihnen vorgeschlagene Vertrag nicht den Vorgaben der Ausschreibung gerecht wurde. Einen wiederholt drohenden Konkurs seiner Güterbahn konnte der Eigentümer nur mittels außerplanmäßigen finanziellen Engagements abwenden. Privatisierungsansätze mit PKP CARGO und OT Logistics blieben ebenfalls erfolglos.

[HR] HŽ Cargo: Partnersuche wird konkret

Die Suche nach einem strategischen Partner für die aktuell noch rein staatliche Güterbahn HŽ Cargo geht in die nächste Runde: Nach dem Eingang von unverbindlichen Absichtserklärungen im vergangenen Jahr sollen nun bis Mitte 2025 verbindliche Angebote folgen mit dem Ziel, das Verfahren bis Ende des Jahres abzuschließen.

[HR] HŽ Cargo bleibt profitabel

HŽ Cargo hat das zweite Jahr in Folge einen Gewinn eingefahren. Im Jahr 2024 erwirtschaftete die kroatische Güterbahn einen Umsatz von 59,4 Mio. EUR, was auf dem Niveau des Vorjahres liegt, und einen Nettogewinn von nur noch 0,26 Mio. EUR. Gemessen an den Tonnenkilometern hat das staatliche Unternehmen einen Marktanteil von 38 %.

Den Gewinnrückgang begründet das Unternehmen mit einem Rückgang des Aufkommens im vierten Quartal, gestiegenen Betriebskosten aufgrund häufiger Gleissperrungen, die Verpflichtung zum Austausch von Bremsbelägen an Waggons gemäß den Vorgaben der Europäischen Kommission und die Fortführung des unrentablen Betriebs auf der strategisch wichtigen Lika-Linie.

[HR] HŽ Cargo nach zehn Jahren wieder profitabel

Nach einem Jahrzehnt finanzieller und operativer Schwierigkeiten, die HŽ Cargo an den Rand des Bankrotts brachten, hat das kroatische Güterverkehrsunternehmen im Jahr 2023 einen Gewinn von 2,02 Mio. EUR erzielt. Es ist das erste profitable Ergebnis seit der Liberalisierung des Marktes im Jahr 2013.

Im Jahr 2023 verzeichnete HŽ Cargo ein EBITDA von 8,13 Mio. EUR, + 58 % gegenüber dem Vorjahr. Die gesamten Betriebseinnahmen des Unternehmens erreichten 60,67 Mio. EUR, zugleich konnten die Betriebskosten im Vergleich zu 2022 um 12 % auf 52,54 Mio. EUR gesenkt werden, trotz eines Anstiegs der Kosten pro Mitarbeiter um 16 %.

Trotz zahlreichen internen und externen Herausforderungen konnte HŽ Cargo im Jahr 2023 einen stabilen Marktanteil halten. Es gab einen Mengenrückgang um 7 %, was auf die anhaltenden Sperrungen auf hochfrequenten Strecken zurückzuführen ist. Intern hatte das Unternehmen mit komplexen vermögensrechtlichen Beziehungen, hohen Schulden und einer veralteten Flotte zu kämpfen.

HŽ Cargo beschäftigt über 900 Mitarbeiter und hat im Einklang mit den Entscheidungen der kroatischen Regierung und den Zielen des Nationalen Wiederaufbauplans den Prozess der Suche nach einem strategischen Partner eingeleitet.

Kohle von Borneo nach Tschechien

Das Kohlekraftwerk Dětmarovice der ČEZ-Gruppe erhält aktuell eine Lieferung von 70.000 t Kohle aus dem indonesischen Teil der Insel Borneo über den Händler CARBOUNION BOHEMIA. Aufgrund der Auslastung in den Häfen musste schlussendlich eine Umladung im kroatischen Hafen Ploče erfolgen.

Der erste Zug traf am 19.11.2022 in Dětmarovice ein, seitdem folgen weitere Züge in unregelmäßigen Abständen mit einer Frequenz von etwa drei Ankünften pro Woche. Involvierte Bahnspeditionen sind CARBOSPED und SBS Cargo Praha.

Die Traktion des nördlichen Abschnittes erfolgt in zwei Losen:

  • PKP Cargo International in der Tschechischen Republik und der Slowakei sowie GYSEV Cargo in Ungarn
  • ČD Cargo in der Tschechischen Republik und der Slowakei sowie Prvá Slovenská železničná (PSZ) in Ungarn

In Binnenteil von Kroatien agiert immer HŽ Cargo, Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (ŽFBiH) und Željeznice Republike Srpske (ŽRS) auf dem Gebiet von Bosnien und Herzegowina und ENNA Transport auf dem kurzen kroatischen Küstenabschnitt durchgeführt (die ENNA-Gruppe ist Miteigentümer der Hafenverwaltung Ploče).

Die Waggongestellung obliegt CARBOSPED, die Fahrzeuge der Vermieter Ermewa, Touax und TSS Cargo einsetzt, bzw. PKP Cargo bzw. ČD Cargo. Letztere nutzt die Rückführung der Waggons auch für den Transport von tschechischer Kohle nach Bosnien und Herzegowina oder Metallschrott nach Kroatien.

Kroatien: Zugunglück in Škrljevo

In der Nacht zum 15.11.2022 kam es gegen 2 Uhr morgens in Škrljevo nahe Rijeka zu einem Zugunglück. Ein Güterzug der HŽ Cargo kollidierte mit leeren Waggons der ENNA Transport, der im Bahnhof Škrljevo stand. Es gab keine Verletzten. Aktuell geht man in der Presse von menschlichem Versagen aus.

ENNA Transport hatte acht Kesselwagen aus einem 30 Waggons umfassenden Zug im Bahnhof hinterstellt, da in der Raffinerie Rijeka maximal 22 Waggons beladen werden können.