[DE] KRE: Verdopplung des Geschäfts

Im Rahmen der Abkehr von DB Cargo als mehrheitlicher Traktionär verlagert Kombiverkehr einen Großteil der Leistungen zur Tochter KombiRail Europe (KRE). Für das Unternehmen bedeutet das 62 zusätzliche Rundläufe pro Woche und somit mehr als eine Verdopplung des bisherigen Geschäfts. Die wohl bisher einzigartige massive Umstellung auf Eigentraktion in einer kurzen Zeit verläuft nach Aussage des Operateurs dabei „bisher völlig geräuschlos für die Kunden“.

Aus Kombiverkehrs-Sicht bietet die Eigentraktion vor allem eine höhere Planbarkeit und Verlässlichkeit. Erste Ergebnisse hätten gezeigt, dass 98 % der geplanten Züge durchgeführt worden seien. Bisherige Referenzwerte lägen zwischen 85 und 90 %. Möglich sei dies, weil KombiRail Europe einen neuen Ansatz verfolge und verspätete Züge weiterfährt und die Rundläufe nicht auslegt. Den Erfolg dieser alternativen Herangehensweise, die zu mehr Zufriedenheit auf Kundenseite führen soll, führt der KRE-CEO Gerd Wehland unter anderem darauf zurück, dass KombiRail Europe „mit hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überaus zielführend agiert und mit einer deutlich höheren Flexibilität beim Einsatz des Zugpersonals punkten kann“.

Bis Jahresende wird KRE die Anzahl an Mietloks auf 25 Maschinen aufstocken. Die bislang über DB Cargo eingekauften Waggons stellt neu die KRE-Schwester Dienstleistungsgesellschaft für intermodale Verkehre (DIV). Im September 2024 belief sich der Wagenpark auf 299 Einheiten – zum Oktober sollte diese Zahl auf 409 steigen. Geplant sind 2.500 Einheiten inklusive 361 eigenen Waggons der Kombiverkehr KG, für welche die DIV bereits seit mehr als zwei Jahren die ECM-Verantwortung übernimmt. Aktuell beschäftigt die DIV 14 Mitarbeiter, Anfang 2025 werden es aufgrund der zusätzlichen Aufgaben 25 sein.

Parallel baut die KRE den Personalstamm aus: Innerhalb nur eines Quartals ist es gelungen, die Zahl der Disponenten auf zwölf zu verdreifachen und die der Lokführer um 18 auf 67 zu steigern. Damit ist die Zahl der Beschäftigten inzwischen dreistellig, denn hinzu kamen im Oktober noch aktuell 14 Wagenmeister sowie 22 Mitarbeiter in der Verwaltung sowie in der Steuerung und Überwachung der Züge.

Der „Fahrplan“ von Kombiverkehr für die Umstellung auf Eigentraktion:

August 2024

  • Hamburg – Köln v.v. – 5 x pro Woche
  • Hamburg – Ludwigshafen v.v. – 5 x pro Woche

September 2024

  • Köln – München v.v. – 5 x pro Woche

Oktober 2024

  • Duisburg – Leipzig v.v. – 5 x pro Woche
  • Leipzig – München v.v. – 6 x pro Woche

November 2024

  • Duisburg – Lübeck v.v. – 10 x pro Woche
  • Lübeck – Ludwigshafen v.v. – 5 x pro Woche

Dezember 2024

  • Duisburg – Hamburg v.v. – 5 x pro Woche
  • Hamburg – Lübeck v.v. – 3 x pro Woche
  • Hamburg – Kiel v.v. – 3 x pro Woche
  • Hamburg / Hannover Lehrte – München v.v. – 5 x pro Woche
  • Duisburg / Ludwigshafen – München v.v. – 5 x pro Woche
Die Geschäftsführung der KRE: Kerstin Corvers (rechts) und der seit Februar 2024 amtierende Gerd Wehland. Foto: Kombiverkehr

[FR] Plan für intermodale Terminals

Anfang der 2020er Jahre beschloss die französische Regierung, den Klimawandel ernst zu nehmen, und verabschiedete im Gefolge der Covid-Maßnahmen, als der Schienengüterverkehr das Land in Schwung hielt, ein Gesetz, das eine Verdoppelung des Marktanteils des Schienengüterverkehrs von 9 % auf den EU-Durchschnitt von 18 % in der „Nationalen Strategie zur Entwicklung des Schienengüterverkehrs“ (SNDFF) vorsah. Seitdem ist jedoch wenig getan worden, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. Der Marktanteil des Schienengüterverkehrs hat sich kaum verändert, was vor allem auf eine Reihe von Rückschlägen im Jahr 2023 zurückzuführen ist.

Um den Marktanteil zu verdoppeln, muss sich der Transport von Lkw-Anhängern, Seecontainern und anderen Containern in nur zehn Jahren verdreifachen. Am 31.10.2024 hat die französische Regierung nun einen lang erwarteten Plan für den intermodalen Verkehr veröffentlicht. Dabei handelt es sich jedoch eher um eine Liste von Projekten als um eine Strategie, und im Ergebnis wird Frankreich weit von einer Verdoppelung des Verkehrsaufkommens entfernt sein.

In der Einleitung des neuen Berichts heißt es, dass die Zahl der intermodalen „Lifte“ bis 2032 von 2,9 Mio. auf 3,4 Mio. erhöht werden muss, um das Verkehrswachstum zu bewältigen – weit entfernt von den 8 bis 9 Mio., die eine Verdreifachung des Verkehrs bedeuten würden. Insgesamt werden die unten aufgeführten Pläne jedoch zu einer Erhöhung der Terminalkapazität um mehr als 1 Mio. „Lifte“ führen. Und diese Liste ist bei weitem nicht vollständig, denn es gibt noch zahlreiche andere Terminals in Frankreich mit eigenen Plänen, die jedoch aus unbekannten Gründen nicht in dieser Liste aufgeführt sind.

Einige der Projekte des „nationalen Plans“ wurden bereits vor mehreren Jahren in Angriff genommen und sind fast oder bereits abgeschlossen. Die Pläne für die einzelnen Terminals in dem Bericht, in die insgesamt fast 600 Mio. EUR investiert werden, die größtenteils von der Zentralregierung bereitgestellt werden, lauten wie folgt:

  • Aiton: Verbesserung des Zugangs für 750 m lange Züge für 25 Mio. EUR bis 2031. Der seit langem geplante Huckepackverkehr von Torino Orbassano in den Raum Lyon anstelle von Aiton wird nicht erwähnt.
  • Avignon: Kapazitätserweiterung um etwa 60 % für 30 Mio. EUR bis 2028.
  • Bonneuil-sur-Marne (östliche Vororte von Paris): Erweiterung des bestehenden Terminals und Einrichtung eines zweiten Terminals für 5 Mio. EUR bis 2029 zur Kapazitätssteigerung um bis zu 100 %.
  • Bruyères-sur-Oise (nördliche Vororte von Paris): Bau eines neuen Terminals an der schiffbaren Oise, das hauptsächlich mit Lastkähnen bedient werden soll. Ein Zug pro Tag wäre möglich, müsste aber in zwei Abschnitte aufgeteilt werden.
  • Cherbourg: Einrichtung eines neuen Huckepack-Terminals für einen speziellen Dienst von Brittany Ferries. Kosten: 18 Mio. EUR. Eine tägliche Verbindung nach Bayonne ab Ende 2024. Voraussichtliche Zahl von 65 000 Lkw-Anhängern pro Jahr.
  • Clermont-Ferrand Combaude: keine Einzelheiten verfügbar.
  • Evry (südlicher Vorort von Paris): Einrichtung eines Terminals an der Seine bis 2028, aber Begrenzung der Züge auf 500 m Länge. Kosten etwa 5 Mio. EUR. Ein Zug pro Tag.
  • Lauterbourg: Erweiterung des Terminals am Rhein bis 2027 und Bau eines neuen intermodalen Terminals. Kosten bis zu 60 Mio. EUR. Mögliche Verfünffachung des Verkehrsaufkommens bis 2030. 
  • Miramas: Erweiterung des Terminals in Clésud für mehr und längere Züge bis 2026. Kosten: 13,1 Mio. EUR. Steigerung des Verkehrsaufkommens um bis zu 100 %.
  • Miramas: Eröffnung des neuen TOP-Terminals im April 2024. Kosten: 28,3 Mio. EUR. Ersetzt das überfüllte Terminal Marseille Canet und bietet Platz für längere und häufigere Züge. Verkehrszunahme unbekannt. 
  • Montereau-Fault-Yonne: Einrichtung eines neuen intermodalen Terminals am Flusshafen. Kosten: 9,2 Mio. EUR. Ein Zug pro Tag ab 2026.
  • Mouguerre (Bayonne): Ausbau des Terminals bis 2026, Elektrifizierung, längere Züge. Kosten bis zu 70 Mio. EUR. Mögliche Verdreifachung des Verkehrsaufkommens.
  • Orléans (Les Aubrais): Einrichtung eines neuen Terminals bis Mitte 2026, Erweiterung bis 2030. Kosten: 25,3 Mio. EUR. Verkehr bis zu 50.000 TEU pro Jahr.
  • Perpignan: Modernisierung des bestehenden Terminals bis zu einem unbekannten Zeitpunkt. Kosten: 8,5 Mio. EUR. Mögliche Verdoppelung des Verkehrsaufkommens.
  • Rennes: Erweiterung des bestehenden Terminals in zwei Phasen bis 2030. Kosten: 27 Mio. EUR. Mögliche Verdoppelung des Verkehrsaufkommens.
  • Rungis: Neues Terminal für den Obst- und Gemüsegroßmarkt der Region Paris. Die Arbeiten für die Eröffnung im Jahr 2026 sind im Gange. Kosten: 36,6 Mio. EUR. Verkehr bis zu 8 Zugpaare/Tag. 
  • Sète: Neues Huckepack-Terminal bis Anfang 2025. Kosten: 10,1 Mio. EUR. Bis zu vier Zugpaare/Tag.
  • Straßburg: Ausbau von zwei bestehenden Terminals im Rheinhafen bis 2027, zweite Phase noch in Planung. Kosten: 70 Mio. EUR. Verkehrsprognose unbekannt.
  • Vaires-sur-Marne (östlicher Vorort von Paris): Neuer Terminal soll in den Jahren 2025 und 2028 eröffnet werden. Kosten: 45 Mio. EUR. Verkehrsaufkommen 60.000 bis 80.000 TEU pro Jahr.
  • Valenton (südlicher Vorort von Paris): Erweiterung des bestehenden Terminals; Datum unbekannt. Kosten: 60 Mio. EUR. Steigerung des Verkehrsaufkommens um 30 %.
  • Vénissieux (Lyon): Modernisierung des Terminals bis Ende 2024. Kosten: 18,7 Mio. EUR. Voraussichtliche Steigerung des Verkehrsaufkommens um etwa 40 %.

Der Plan sagt jedoch nichts darüber aus, ob die Kapazität des Netzes ausreicht, um die zusätzlichen Züge aufzunehmen. Dies könnte einen weiteren strategischen Plan erfordern.

[FR] Froicombi baut Netzwerk aus

Der französische Intermodaloperateur Froidcombi hat angekündigt, das Netzwerk auszubauen. Aktuell besteht dies aus den Linien Avignon – Valenton und Avignon – Dourges mit jeweils drei Umläufen pro Woche. Für 2025 soll ein vierter Umlauf auf einer neuen Nord-Süd-Verbindung hinzukommen. Bis Mitte 2025 sollen zudem nach Zugang entsprechender Waggons alle Verbindungen von 120 km/h auf 140 km/h Höchstgeschwindigkeit umgestellt sein, was im Falle von Avignon – Valenton eine Verkürzung der Fahrtzeit um 1,5 bis 2 Stunden bedeutet.

Grafik: Froidcombi

[RS/HR] Neuer TransFER Belgrade–Rijeka

Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) erweitert ihr intermodales Netzwerk um eine neue Direktverbindung zwischen Serbien und Kroatien. Der neue TransFER verkehrt zwischen dem Container-Terminal Nelt am Bahnhof Surčin – strategisch günstig in der Nähe von Belgrad und anderen wichtigen Industriezentren gelegen – und dem Adriatic Gate Container Terminal (AGCT) in Rijeka – dem größten Hafen Kroatiens, über den rund 70 % der Gütertransporte von und nach Serbien abgewickelt werden. Der TransFER Belgrade–Rijeka wird von der RCG in Eigentraktion betrieben und verkehrt mit ein bis zwei Rundläufen pro Woche und einer Laufzeit von bis zu 24 Stunden.

Grafik: RCG

[AT] TFG: Zuschlag Österreich reduziert

Der Intermodaloperateur TFG Transfracht senkt ab 01.11.2024 den Zuschlag für Import- und Exportsendungen über Wien von bisher 27 EUR / TEU auf einen reinen Infrastrukturzuschlag von 7 EUR / TEU. Durch die Nutzung der alten Westbahnstrecke zum Terminal Wien werden die bisherigen Umleitungskosten nach den Unwetterschäden deutlich reduziert.

[FR] Be Modal und MGE: Rennes – Nancy

Be Modal und MGE Intermodal haben Mitte Oktober 2024 eine wöchentliche Intermodalverbindung zwischen Rennes und Blainville-sur-l’Eau nahe Nancy gestartet. Die Traktion übernimmt Fret SNCF – die Abwicklung erfolgt über das Wagenladungsnetzwerk.

Somit wird der Standort Blainville der Groupe MGE weiter als Schienenknoten ausgebaut. Ein wöchentlicher Zug mit 500 bis 700 t Fracht in Konventionellen Waggons verkehrt bereits seit Herbst 2023 zwischen Haute-Garonne und Blainville. Seit Sommer 2024 verkehrt ein gemeinsam mit der Group Mendy betriebener Zug 2 x pro Woche zwischen dem Baskenland und Lothringen. Dieser kombiniert konventionelle Waggons und Intermodalladungen. Be Modal betreibt seit 2023 einen Intermodalzug Rennes – Lille.

Die Groupe MGE unter der Leitung von Philippe Virtel ist aus einem vor 142 Jahren gegründeten Familienunternehmen hervorgegangen. 15 Tochterunternehmen sind an 12 Standorten in Frankreich mit 820 Mitarbeitern tätig. 2024 wird ein Umsatz von 110 Mio. EUR erwartet.

Be Modal ist Teil von Lahaye Global Logistics und operiert vom Standort Rennes aus. Pro Jahr befördern die Intermodalzüge des Unternehmens 28.000 TEU.

[PL/ES] Captrain feiert erstes Vierländerprojekt

Die Captrain-Gruppe hat im Auftrag des polnischen Intermodal-Spezialisten CLIP Group die Traktion einer neuen Verbindung zwischen Polen und Spanien gestartet. Den polnischen und deutschen Teil des Verkehrs übernehmen dabei zwei Gesellschaften der Captrain Deutschland-Gruppe: Die Captrain Polska Sp. z o.o. mit Sitz in Wrocław und die in Dresden beheimatete ITL Eisenbahngesellschaft mbH. In Saarbrücken erfolgt die Übernahme durch bzw. von Captrain France stattfindet. Der erste Zug verließ Swarzędz am 16. Oktober.

„Diese Verbindung ist das erste gemeinsame Projekt von vier Captrain-Gesellschaften aus vier Ländern und damit ein Meilenstein für unsere Gruppe“, so Henrik Würdemann, Geschäftsführer der Captrain Deutschland-Gruppe.

Grafik: Captrain

[DE] Hupac wechselt in Duisburg

Hupac routet laut Fahrplan zum Monatswechsel Oktober / November 2024 in Duisburg folgende Destinationen vom DIT Duisburg Intermodal Terminal zum neuen Duisburg Gateway Terminal (DGT) um:

  • Rail Hub Terminal Budapest
  • Wien Freudenau
  • Antwerpen Combinant
  • Kombi Terminal Schkopau
  • Schwarzheide
  • Brwinów