[PL] PKP PLK will weitere 1.000 km elektrifizieren

Neben der bereits laufenden Elektrifizierung von 1.000 km bis 2030 erarbeitet PKP Polskie Linie Kolejowe SA (PKP PLK) derzeit gemeinsam mit dem polnischen Infrastrukturministerium eine Liste der Eisenbahnstrecken, die in den kommenden Jahren elektrifiziert werden sollen, sowie an der Definition der Prioritäten und Phasen in diesem Bereich.

Derzeit sind über 60 % des Netzes elektrifiziert und aktuell wird es im Rahmen größerer Modernisierungsmaßnahmen wie z. B. an der Strecke 201 Nowa Wieś Wlk. – Gdynia Port erweitert. Künftig soll es – ähnlich wie bei den „einfachen Elektrifizierungen“ in der Tschechischen Republik – auch ohne größere Beeinträchtigung der Gleis- und Signalanlagen geschehen. Solche Maßnahmen werden auch zunehmend von den Woiwodschaftsverwaltungen gefordert, z. B. kürzlich von den Woiwodschaften Oppeln und Kujawien-Pommern für die Strecken Opole – Kluczbork und Poznań – Wągrowiec, um diese mit geräumigeren elektrischen Triebfahrzeugen befahren zu können und da die Herausforderungen beim Kauf von Triebfahrzeugen mit Verbrennungsmotor, Batterie- oder Wasserstoffantrieb immer größer werden.

Der Engpass, der das heutige Tempo für die Elektrifizierung in Polen bestimmt, sind die administrativen Prozesse beim Bau von Umspannwerken und der Energieversorgung, nicht die Eisenbahnarbeiten (Fundamentgründung, Mastaufstellung, Leitungsaufhängung), da die für die Stromversorgung verantwortlichen Energieunternehmen die vereinfachten Verfahren nicht anwenden können, die PKP PLK haben, z. B. Entscheidungen über den Standort einer Eisenbahnstrecke. Infolgedessen dauert die Einrichtung eines solchen Anschlusses oft mehrere Jahre. Es werden daher sogar vorübergehende Lösungen mit begrenzter Stromversorgung erwogen, wenn der vollständige Energieanschluss noch nicht fertig ist.

Offenbar möchte PKP PLK v. a. kurze Netzlücken schließen, z. B. Zgorzelec – Lubań, sowie weitere Abschnitte in Metropol- und Agglomerationsgebieten elektrifizieren, wo Potenzial für die Entwicklung des regionalen Verkehrs besteht, z. B. Nasielsk – Płońsk, Poznań – Wągrowiec, Rogoźno Wlkp. – Wągrowiec. Um Wągrowiec sind die Dieseltriebzüge aktuell nicht in der Lage, den wachsenden Fahrgaststrom zu bewältigen. Die Elektrifizierung würde zusammen mit der kürzlich unterzeichneten Elektrifizierung der Verbindungen Wągrowiec – Kcynia – Nakło und Kcynia – Szubin – Bydgoszcz den Einsatz von elektrischer Traktion auf der Strecke Poznań – Wągrowiec – Nakło – Bydgoszcz ermöglichen und zusätzlich eine alternative Strecke für Güterzüge nachts in Richtung Häfen schaffen, eine Alternative zum heutigen Korridor durch Gniezno und Inowrocław.

Bisher nicht genannt wurde allerdings Kostrzyn – Krzyż – Piła (der Abschnitt Czersk – Tczew soll bis 2035 unter Strom stehen), obwohl dort eine vergleichbare Situation besteht und Gorzów Wlkp. die einzige Provinzhauptstadt ohne Elektrifizierung ist. Laut einer Ankündigung von PKP PLK wird dies frühestens in zehn Jahren geschehen (https://www.asta24.pl/2026/01/08/elektryfikacja-waznej-linii-kolejowej-najszybciej-za-10-lat).

Bereits in den Jahren 2025–2030 werden über 4 Mrd. PLN (950 Mio. EUR) für die Elektrifizierung von über 1000 km Eisenbahnstrecken investiert. Dazu gehören z. B. die Strecken Podłęże – Piekiełko, Nowa Wieś Wlk. – Gdynia, Strecken zum geplanten Kernkraftwerk Kopalino, Kępno – Oleśnica, Szczecin – Tantow (Gr), Tunneldurchmesser Łódź, Flughafenstrecke Modlin, Hafenbahn Police. Zusätzlich sind Elektrifizierungen auch im Kolej Plus-Programm enthalten, z. B. bei den Strecken Śrem – Czempiń, Piotrków Tryb. – Bełchatów – Bogumiłowo, Legnica – Złotoryja, Ostrów Maz. – Małkinia.

Es soll demnächst eine Rahmenvereinbarung zur Analyse der Stromversorgung und Elektrifizierung von über 1000 Kilometern des Netzes geben. Der nächste Schritt wird auch die Suche nach Finanzierungsquellen sein. Investitionsprogramme, die aus dem Staatshaushalt finanziert werden, werden in der Regel im Zeitraum von 18 bis 24 Monaten festgelegt.

Die Kosten für die Elektrifizierung von einem Kilometer Eisenbahnstrecke liegen derzeit bei 4 Mio. PLN (0,95 Mio. EUR) für eine eingleisige bzw. 5,2 Mio. PLN (1,24 Mio. EUR) für eine zweigleisige Strecke, wobei PKP PLK nur maximal 62,5 % der Anschlusskosten tragen, der Rest fällt auf PGE Energetyka Kolejowa.

[PL] PKP CARGO verkauft CARGOTOR an PLK

Die bisherige PKP CARGO-Tochter CARGOTOR soll bis zum Ende des ersten Quartales 2026 in das Eigentum der PKP Polskie Linie Kolejowe (PKP PLK) wechseln. Dies vereinbarten beide Parteien am 31.12.2025. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde schon 2024 unterzeichnet. Der Kaufpreis beträgt 28,8 Mio. PLN (6,84 Mio. EUR). Diese Transaktion ist Teil der Restrukturierung der PKP CARGO und der Fokussierung des Unternehmens auf Kernfunktionen und Verantwortlichkeiten in der Gütertransport- und Logistikkettenintegration.

CARGOTOR wurde 2013 von PKP CARGO gegründet, um die gesetzlichen Anforderungen des polnischen Eisenbahnverkehrsgesetzes vom März 2003 zu erfüllen, welches die Trennung von Netz und Betrieb vorschreibt. CARGOTOR betreibt Eisenbahninfrastruktur in Form von Gleissystemen und Abstellgleisen.

[PL] Ausbau des Eisenbahnknotens Wrocław/Breslau

Polens staatlicher Schienennetzbetreiber PKP PLK und die Zentralflughafen-Projektgesellschaft Centralny Port Komunikacyjny (CPK) haben am 17.11.2025 eine Vereinbarung über die Koordinierung des geplanten Ausbaus des Eisenbahnknotens Wrocław/Breslau unterzeichnet. Ziel dessen ist es u. a., dass die Züge der Hochgeschwindigkeitslinie „Y“ Warszawa – CPK – Łódź – Wrocław / Poznań, die von der CPK realisiert werden soll, schnell Wrocław Główny/Breslau Hbf erreichen können. Für die Funktionalität des Hauptbahnhofs wie auch für die weitere Entwicklung des S- und Regionalverkehrs sowie des Güterverkehrs ist die bauliche Ausgestaltung der Einfahrt der ab 2035 geplanten Hochgeschwindigkeitszüge in die Stadt von entscheidender Bedeutung.

  • Baumaßnahmen südöstlich des Hauptbahnhofs:

Die Hochgeschwindigkeitszüge werden aus Richtung Jelcz-Laskowice/Laskowitz-Beckern in die Stadt einfahren, wofür am Bahnhof Siechnice/Tschechnitz die Grenze zwischen den Investitionen von CPK und PLK festgelegt wurde. Im Bereich Święta Katarzyna/Kattern und Brochów/Brockau wird es zu einer Neuordnung mit kollisionsfreien Ausfädelungen kommen. Die HGV-Züge sollen an den längsten Bahnsteigen des Hauptbahnhofs halten, sie werden dafür verlängert. Die Strecke nach Świdnica/Schweidnitz wird im Stadtgebiet erhöht, was den Bau einer Straßenbahnstrecke nach Jagodno ermöglicht. Im Rahmen der Modernisierung wird die Güterumgehungsbahn renoviert und mit neuen Haltepunkten für die Aufnahme des Personenverkehrs versehen, um die Verkehrsverhältnisse des südlichen Teils von Breslau zu verbessern.

Grafik: PKP PLK
  • Baumaßnahmen nordwestlich des Hauptbahnhofs:

Bereits zum Jahreswechsel wird PKP PLK eine Ausschreibung für die Renovierung des Abschnitts Wrocław Psie Pole/Breslau-Hundsfeld – Wrocław Sołtysowice/Breslau-Schottwitz starten. In naher Zukunft wird nach 37 Jahren der Kopfbahnhof Wrocław Świebodzki/Breslau Freiburger Bahnhof wieder zum Leben erweckt. 2029 sollen von hier wieder Züge in Richtung Środa Śl./Neumarkt(Schles), Wołów/Wohlau und Kąty Wr./Kanth abfahren, was den Hauptbahnhof entlasten wird. Die bereits erhöht liegende Westeinfahrt bis zur Abzweigstelle Grabiszyń/Gräbschen erhält ein viertes Gleis samt Überwerfungsbauwerk. Durch den Umbau dieser Abzweigstelle werden von hier künftig auch Züge in Richtung Trzebnica/Trebnitz(Schles), Rawicz/Rawitsch und Oleśnica/Oels fahren können, wodurch Wrocław Świebodzki auch zu einem Bahnhof für überregionale Verbindungen wird. Zudem soll er eine Schlüsselrolle während dem Umbau des Eisenbahnknotens spielen.

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In Zusammenarbeit mit der Stadt ist außerdem der Bau des Haltepunkts Wrocław Maślice geplant, der die Bahn deutlich näher an die Bewohner einer großen Wohnsiedlung bringen wird und auch mit einer neuen Straßenbahnanbindung verknüpft wird.

  • Baumaßnahmen für den Güterverkehr:

Der Ausbau des Eisenbahnknotens Breslau wird auch direkt die Bedingungen für den Güterverkehr verbessern. Neben dem Schienenstrang der CPK-Hochgeschwindigkeitsstrecke in Richtung Warszawa/Warschau, die ebenfalls für den Güterverkehr vorgesehen ist, wird PKP PLK zwischen Bierutów/Bernstadt(Schles) und Czernica Wrocławska/Tschirne eine eigene, davon abzweigende Strecke bauen, die dann weiter zum Rangierbahnhof Wrocław Brochów und zur Güterumgehungsbahn führt. Dies ermöglicht es, den Güterverkehr vom Personenverkehr im Stadtzentrum zu trennen.

Aktuell ist der Knoten bereits an der Kapazitätsgrenze angelangt. Im Jahr 2024 lag die Frequenz des Hauptbahnhofs bei einer Rekordzahl von fast 29 Mio. Fahrgästen. Mit der raschen Entwicklung des S- und Regionalverkehrs wird der Ausbau des Knotens daher zur Notwendigkeit. Die Investitionen sollen es ermöglichen, das Netz an die wachsende Zahl der Agglomerationsverbindungen anzupassen, den effizienten Betrieb des Knotens nach Einführung der HGV-Linie zu gewährleisten, den Güterverkehr zu optimieren und zudem die Bedingungen für die Umsetzung eines festen Taktfahrplans zu schaffen.

Die Projekte sollen bis Ende 2034 unter Aufrechterhaltung des Eisenbahnverkehrs umgesetzt werden.

[PL] Drittes Gleis für Nordabschnitt der Kohlenmagistrale

PKP Polskie Linie Kolejowe (PKP PLK) hat am 02.10.2025 eine Ausschreibung für die Planung und Durchführung von Bauarbeiten am nördlichsten Abschnitt der „Kohlenmagistrale“ zwischen Gdańsk Osowa und Gdynia Gł. gestartet. Durch den Bau eines dritten Gleises soll u. a. der Gütertransport zum Hafen von Gdynia/Gdingen verbessert werden. Die Umsetzung der Hauptbauarbeiten soll in den Jahren 2026–2031 erfolgen und das gesamte Projekt 2032 abgeschlossen sein.

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Die „Kohlenmagistrale“ soll in den kommenden Jahren als wichtiger Verkehrskorridor auf der Nord-Süd-Relation des Landes wieder an Bedeutung gewinnen. Die Modernisierung der Gesamtstrecke zwischen Maksymilianówo und Gdynia soll es nicht nur ermöglichen, ein neues Angebot an Fern- und Agglomerationsverbindungen im Personenverkehr vorzubereiten, sondern auch einen effizienten Transport von Gütern zum/vom Seehafen zu gewährleisten.

Auf dem 12 km langen Abschnitt der PLK-Strecke 201 zwischen Gdańsk Osowa und Gdynia Główna sowie auf dem 1,5 km langen Abschnitt der PLK-Strecke 202 am Südkopf des Bahnhofs Gdynia Gł. wird die Strecke um ein drittes Gleis erweitert, wodurch die Kapazität erhöht wird und der Verkehr mit mehr Personen- und Güterzügen gleichzeitig möglich ist. Zudem wird die Strecke auf ihrer gesamten Länge elektrifiziert.

Geplant sind auch der Bau, der Umbau oder die Sanierung von insgesamt 40 Brücken, Viadukten und Durchlässen, die sich auf der Strecke befinden. Das neue Signalsystem wird ein effizientes und sicheres Verkehrsmanagement gewährleisten. Im Rahmen des Optionsrechts wird es auch möglich sein, zwei neue Haltestellen in Gdynia Zdroj Marii und Gdynia Mały zu errichten.

Der geschätzte Wert für Planung und Ausführung der Arbeiten im „Abschnitt C“ beträgt über 1,3 Mrd. PLN (305 Mio. EUR). Das Projekt wird aus eigenen Mitteln der PKP PLK, dem Staatshaushalt und der Europäischen Investitionsbank durchgeführt. Die Unterzeichnung des Vertrags ist für das dritte Quartal 2026 geplant, die Durchführung der Hauptbauarbeiten – vom vierten Quartal 2026 bis zum ersten Quartal 2031.

[PL] Investitionsprojekt „Podłęże-Piekiełko“ gestartet

Der polnische staatliche Infrastrukturbetreiber PKP Polskie Linie Kolejowe (PKP PLK) hat einen weiteren Vertrag über die Durchführung von Bauarbeiten im Rahmen des größten Investitionsvorhabens der Eisenbahn im Süden des Landes unterzeichnet. Bis Mitte 2029 werden auf der Strecke Szczyrzyc – Tymbark Gleise, Tunnel, Viadukte und Brücken entstehen. Es handelt sich um den ersten Abschnitt einer völlig neuen Eisenbahnlinie, die im Rahmen des Projekts „Podłęże-Piekiełko“ gebaut wird. Das fast 1,7 Mrd. PLN netto teure Projekt wird aus Haushaltsmitteln finanziert.

Der zwischen PKP PLK und dem Konsortium aus Budimex, Budimex und Gülermak unterzeichnete Vertrag sieht die Ausführung der Bauarbeiten innerhalb von 46 Monaten vor.

Damit entsteht der erste Abschnitt der Eisenbahnlinie Nr. 622 mit einer Länge von 8 Kilometern, der den neuen Bahnhof Szczyrzyc mit dem bestehenden Bahnhof Tymbark verbindet, der an der modernisierten Eisenbahnlinie 104 (Chabówka – Nowy Sącz) liegt. Auf dieser Strecke werden Züge von Kraków in Richtung Limanowa und Nowy Sącz verkehren. Die neue Eisenbahnlinie wird durch das Vorgebirge verlaufen. Die Planer haben vorgesehen, die Gleise durch zwei Tunnel (3,8 und 1 km lang), Brücken und Eisenbahnüberführungen zu führen.

Mehr über das Projekt: www.podleze-piekielko.pl

[PL] PKP PLK tritt EULYNX-Konsortium bei

Während des 16. Internationalen Eisenbahnmesse TRAKO in Danzig hat PKP Polskie Linie Kolejowe (PKP PLK) zwei Verträge über den Beitritt zum internationalen EULYNX-Konsortium unterzeichnet. EULYNX ist eine Organisation von inzwischen 18 europäischen Eisenbahninfrastrukturunternehmen zur Entwicklung und Bereitstellung einheitlicher Industriestandards für neue modulare Stellwerkstechnik.

von links: Piotr Wyborski (Vorstandsvorsitzender PKP PLK), Mirko Blazic (Technischer Manager EULYNX), Krzysztof Waszkiewicz (Direktor Instandhaltung der Infrastruktur PKP PLK). Foto: PKP PLK

PKP PLK ist einer der größten Betreiber der Eisenbahninfrastruktur in Europa, dessen Beitritt die  gemeinsame Marktposition des EULYNX-Konsortiums stärkt. Der Beitritt der polnischen Eisenbahn bedeutet dank des gemeinsamen europäischen Standards eine größere Interoperabilität der Systeme, die Verbesserung der Sicherheit und Qualität der Dienstleistungen sowie die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs in Polen.

[PL] Elektrifizierungslücke in Masuren schließt sich

Nachdem am 18.06.2025 nach über dreijähriger Modernisierung der Streckenabschnitt zwischen Ełk/Lyck und Giżycko/Lötzen (PLK-Strecke 38 Białystok – Głomno) wieder in Betrieb ging, wurde am 03.09.2025 nun auch der elektrische Zugverkehr unter der neu gebauten Oberleitung auf diesem Abschnitt aufgenommen. Der erste elektrische Zug war der von EP07-391 gezogene  IC 15113 „Hańcza“, der um 12.15 Uhr am Bahnhof Giżycko ankam.

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Auf dem anschließenden Abschnitt zwischen Giżycko/Lötzen und Korsze/Korschen, der ebenfalls saniert und elektrifiziert wird, sind die Arbeiten allerdings noch nicht abgeschlossen, hier verkehren noch keine Züge.

Das Datum der Wiederaufnahme des Verkehrs ist noch ungewiss, wobei laut PKP PLK die Arbeiten aber gut voranschreiten und vielleicht noch 2025 abgeschlossen werden können. Noch aus steht v. a. der Bau der Gleise am Bahnhof Kętrzyn/Rastenburg, Arbeiten an der Leit- und Sicherheitstechnik und Abschlussarbeiten an Ingenieurbauwerken. Zudem müssen noch 15 von 31 Bahnübergängen neu gebaut werden.

Die vollständige Fertigstellung des Abschnitts Giżycko – Korsze ist derzeit für Juni 2026 geplant, der Zugverkehr soll jedoch spätestens im März 2026 wieder aufgenommen werden. Die Woiwodschaft Ermland-Masuren hofft sogar, dort bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres wieder Züge starten zu können, die zunächst mit Dieselantrieb betrieben werden.

Durch die Modernisierung des 99 km langen Abschnitts Ełk – Giżycko – Korsze können die Personenzüge künftig mit vmax 160 km/h statt 80 km/h doppelt so schnell fahren wie bisher, wodurch sich die Fahrzeit in Richtung Olsztyn/Allenstein um ca. 50 Minuten verkürzt.

Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits im Jahr 2023 abgeschlossen sein, diverse Probleme wie die COVID-19-Pandemie, ein außerordentlicher Preisanstieg und bei der Verfügbarkeit von Baumaterialien führten zu mehrjährigen Verzögerungen.

Mit dem Abschluss der Elektrifizierung wird eine seit 35 Jahren klaffende Lücke im elektrischen Netz der PKP geschlossen: Die Arbeiten an der nördlichsten der drei Querverbindungen durch Masuren wurden in der Ära der politischen Transformation abgesagt, nur die Abschnitte Olsztyn – Korsze und Białystok – Ełk wurden 1990 fertiggestellt.

Historisch ist die Strecke Teil der „Ostpreußischen Südbahn“, einer 195 km langen Verbindung von Königsberg über Lyck zur damaligen preußisch-russischen Grenze bei Prostken. Der nach 1945 bei Głomno/Glommen neu entstandene Grenzübergang diente bis 2001 dem Güterverkehr, der vor allem aus Getreidelieferungen in die russische Oblast Kaliningrad bestand. Gegenwärtig steht die Strecke eher für den Güterverkehr des Militärs im Fokus. Zudem wird sie wieder mehr Bedeutung erlangen, wenn die Strecke Białystok – Ełk als Teil der „Rail Baltica“ ab Mitte 2026 zweigleisig ausgebaut wird.

[PL] Westanbindung von Gleiwitzer Hafen im Bau

Mittlerweile schon deutlich sichtbar ist die kurze Neubaustrecke, welche den Bahnhof Gliwice Łabędy / Laband künftig direkt mit dem Hafenbahnhof Gliwice Port verbindet. Der Hafen liegt an der internationalen Eisenbahnstrecke E30, die Deutschland, Polen und die Ukraine verbindet. Bislang besitzt der 1939 mit dem Bau des Gleiwitzer Kanals errichtete Hafen jedoch nur eine Anbindung an den Bahnhof Gliwice / Gleiwitz, was für Züge in / aus Richtung Westen ein Richtungswechsel erforderlich macht.

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Ebenfalls derzeit von PKP PLK umgebaut wird der Bahnhof Gliwice Łabędy selbst mit zwei Brückenbauwerken und neuen Bahnsteigen. Der Bahnhof wird auch für längere Güterzüge (bis zu 750 m) angepasst. Im Rahmen dessen ist die Modernisierung von ca. 40 km Gleisen und Oberleitungen sowie 90 Weichen geplant, was zu einer Erhöhung der Geschwindigkeit von Personen- und Güterzügen führen wird. Der Nettowert der Arbeiten beträgt 425 Mio. PLN (99 Mio. EUR) aus Haushaltsmitteln. Das Projekt soll 2028 abgeschlossen sein.

Der Bauzustand im April 2025. Foto: Hans-Jürgen Schulz

[PL] Güterstrecke nach Drawno reaktiviert

Ende November 2024 wurde in der Woiwodschaft Westpommern die Strecke Złocieniec (Falkenburg(Pom)) – Kalisz Pomorski (Kallies) – Drawno (Neuwedell) nach 28 Jahren wiedereröffnet. Die Wiederherstellung des Güterverkehrs auf der PLK-Strecke 410 ist v. a. notwendig für die Militärstandorte in Grotniki Drawskie (Waldschänke), Mirosławiec (Märkisch Friedland) und Drawno (Neuwedell).

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Dementsprechend wurde die eingleisige Strecke von der PKP Polskie Linie Kolejowe (PLK) in erster Linie für militärische Bedürfnisse renoviert und für diesellokbespannte Güterzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h angepasst.

Teilweise war die Strecke seit 1996 außer Betrieb. Die Investition im Wert von ca. 148 Mio. PLN (35,4 Mio. EUR) wurde aus dem polnischen Staatshaushalt finanziert. Seit 2019 wurden hier 55 km Gleise erneuert und 34 Ingenieurbauwerke modernisiert, u. a. die Brücke über den Fluss Drawa (Drage) bei Złocieniec, der Viadukt in Kalisz Pom. sowie Durchlässe und Stützmauern. Darüber hinaus wurden fünf neue Weichen eingebaut, neue Leit- und Sicherungstechnik installiert und 17 Bahnübergänge erneuert. Der Ladebahnhof und die Rampe am Bahnhof in Złocieniec wurden neugebaut.

Ziel war die Gewährleistung einer effizienten Lieferung von Geräten und Gütern, ohne dass sie auf LKW-Anhänger umgeladen werden müssen. Die Bauarbeiten wurden vor Ablauf der bis 2026 gestellten Frist abgeschlossen.

[PL] Raffinerie Płock muss auf Elektrifizierung warten

Der Kraftstoffkonzern Orlen fordert die Elektrifizierung der Strecke 33 nördlich von Płock Trzepowo, damit die Güterzüge elektrisch bespannt auf einer alternativen, kürzeren Strecke zwischen der Ölraffinerie Płock und den Ostseehäfen verkehren könnten. Auf diesem Weg werden vor allem fertige Brennstoffe und petrochemische Produkte sowie Materialien und Rohstoffe transportiert, die für den täglichen Betrieb des Werks benötigt werden, z. B. Kalkpulver. Das wird jedoch in den kommenden Jahren nicht kommen – das polnische Ministerium für Infrastruktur gab an, die Elektrifizierung der Strecke von Płock nach Norden erfolge nicht vor 2032.

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PKP Polskie Linie Kolejowe (PLK) bereitet derzeit die Modernisierung der Strecke 33 Kutno – Płock – Sierpc – Brodnica vor, bei dem es v. a. um einen Ausbau des südlichen Abschnitts zwischen Kutno und Płock Trzepowo geht. In Kutno Azory sollen Verbindungskurven zu den Strecken 3 Richtung Poznań und 18 Richtung Toruń gebaut werden, der Großteil der Strecke (Abschnitt Kutno – Łąck) wird zweigleisig, und in Płock wird der Güterverkehr im Abschnitt Płock Radziwie – Płock Trzepowo durch den Bau einer neuen Westumfahrung (s. Grafik: rote Linie) vom Personenverkehr getrennt, was auch den Bau einer neuen Brücke über die Weichsel erfordert. Nach der Modernisierung können hier Züge mit einer Länge von 750 m und einer Achslast von 221 kN fahren.

Der Bau der Oberleitung nördlich von Płock ist jedoch nicht in der Investition enthalten. Dies würde auch nichts nützen, da ab Sierpc zumindest gegenwärtig ohnehin keine Oberleitung vorhanden ist. Gleichzeitig wurde betont, dass die Elektrifizierung eines der strategischen Ziele des Infrastrukturbetreibers bleibt. Zu den Investitionsprojekten für die Entwicklung der Eisenbahn in der EU-Perspektive 2021-2027 gehört die Elektrifizierung bestehender Eisenbahnstrecken mit einer Gesamtlänge von fast 800 km, darüber hinaus sollen über 400 km neue elektrifizierte Strecken gebaut werden. Im Moment sei es jedoch schwierig, auch nur ein mögliches Datum für den Beginn von Elektrifizierungsarbeiten in der Region Płock anzugeben.

Die Machbarkeitsstudie für die Modernisierung des Abschnitts Kutno – Płock soll nicht vor dem ersten Quartal 2026 fertig sein. Das Projekt steht bis 2030 auf der Reserveliste des Nationalen Eisenbahnprogramms (mit Ausblick bis 2032) und es ist noch keine Finanzierung gesichert. Eine Parlamentsabgeordnete fragte den Minister für Infrastruktur, der wiederholt auf die Fehler hingewiesen hat, die PKP PLK in den vergangenen Jahren bei Modernisierungen „für viel Geld für kleine Effekte“ gemacht hat, ob er den Plan für die Modernisierung der Strecke revidieren werde, da in der Zwischenzeit die Elektrifizierung eine vorrangige Aufgabe sein dürfte, v. a. um den Dieselgüterverkehr zur Raffinerie Płock vollständig aufzugeben.