Ein weiterer Teil der Strecke (Duisburg –) Rheine – Quakenbrück, welche langfristig als Hafenhinterlandanbindung des Wilhelmshavener JadeWeserPort (JWP) vorgesehen ist, wird Anfang 2023 abgerissen und in einen Radweg umgewandelt werden.
Betroffen ist der Abschnitt zwischen Fürstenau und Quakenbrück, der seit über 20 Jahren für Draisinentouren von der Hasetal Touristik GmbH genutzt wird. Der Draisinenbetrieb schreibt rote Zahlen, obwohl die Draisinenstrecke erst 2014 noch mittels Neuverlegung gebrauchter Gleisanlagen für 0,5 Mio. EUR bis in den Bahnhof Quakenbrück verlängert wurde. Nur zwischen Rheine und Spelle rollen weiterhin Güterzüge zum Hafen Spelle-Venhaus (dieser wurde 2015/16 mit einer Anschlussbahn versehen) und für das Betonwerk Rekers.
In einem Gutachten aus dem Jahr 2008 wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt empfohlen, die Strecke Quakenbrück – Rheine für zukünftige Maßnahmen nicht anderweitig zu verbauen oder zu verplanen, trotzdem wurden bereits 2012 die Gleise zwischen Spelle und Beesten sowie 2015 weiter bis Fürstenau abgebaut und auf dem Bahndamm ein Radweg angelegt. In Fürstenau wurde der Bahnhof zum Teil mit Wohnhäusern bebaut und in Nortrup hat sich ein Fleischbetrieb auf die Trasse ausgedehnt.
Bezüglich der mit Wohnbebauung überplanten Trasse in Fürstenau gibt die Drucksache 18/7895 des Niedersächsischen Landtages Auskunft, zu der es im Herbst 2020 eine Kleine Anfrage zum „Zielabweichungsverfahren“ gab. Darin heißt es, dass in einem Schreiben vom 01.02.2019 das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung der beantragten Zielabweichung das Einvernehmen unter der Voraussetzung erteilt hat, dass für die Entwicklung der Bahnstrecke 2273 eine durchgängige Alternativtrasse planerisch gesichert ist. Die Freistellung der Strecken sei für diese raumordnerische langfristige Sicherung nicht von Relevanz, allerdings liege für den Bereich der Stadt Fürstenau auch keine planerisch gesicherte durchgängige Alternativtrasse vor. Die Landesregierung misst darin der Bahntrasse 2273 für den Hafenhinterlandverkehr des JadeWeserPorts mittel- und langfristig eine besondere Bedeutung für Wilhelmshaven, aber auch für die Anbindung Niedersachsens an Duisburg und damit an das westdeutsche Binnenwasserstraßennetz und an die westlichen Seehäfen eine strategische Bedeutung zu. Eine spätere komplette Neutrassierung sei wesentlich aufwändiger als eine Anpassung der vorhandenen Strecke bzw. teilweise Neutrassierung.

