Ungarns „V0“ kommt voran

+++ Dies ist eine Meldung vom 10.08.2023 – Wegen Urlaub der Redaktion erschien diese zu einem späteren Zeitpunkt +++

Die Vorbereitungen für die Güterbahnumfahrung von Budapest gehen weiter. Diese soll, da Budapest einen bedeutenden Engpass sowohl für den internationalen als auch für den nationalen Personen- und Güterverkehr darstellt, in Ost-West-Richtung verlaufen und Szolnok, Kecskemét, Székesfehérvár und Győr verbinden. Der nächste Schritt dabei ist die Vorprüfung der auf die Trasse einwirkenden Wildtiere, die Erstellung einer Umweltverträglichkeitsprüfung und die Einholung der Umweltgenehmigung. Der ungarische Eisenbahnverband HUNGRAIL hat in diesem Zusammenhang ein neues EU-Vergabeverfahren eingeleitet, mit dessen Koordination das Nationale Schienengüterverkehrskonzept und die Entwicklung der Güterbahnstrecke V0 auf dessen Grundlage vorbereitet werden.

Die geplante Eisenbahnlinie V0 soll eine Schienengüterverkehrsverbindung für das TEN-V-Netz schaffen, indem sie den überlasteten Budapester Verkehrsknoten weiträumig umgeht und das Vorortbahnnetz vermeidet. Der derzeitige Anteil von 35 % am Transitverkehr soll nach der V0-Bauphase I 52 % erreichen. Geplant ist der Bau einer zweigleisigen Strecke mit einer Achslast von 22,5 t, die den reibungslosen Betrieb von elektrischen Güterzügen mit einer Länge von mindestens 740 m und einer Geschwindigkeit von 100-120 km/h zum Teil auf einer neuen Strecke und zum Teil unter Nutzung bestehender Bahnstrecken gewährleistet. Bei Dunaújváros wird auch der Bau einer neuen Eisenbahnbrücke über die Donau notwendig sein.

Das Projekt verbindet auf diese Weise entgegen früherer Planungen, die nur eine kleinräumige Umfahrung von Budapest vorsahen, bedeutende inländische und grenzüberschreitende Industriegebiete und bindet sie so an den internationalen Handelsverkehr an, wodurch neben der Zunahme des Transitverkehrs auch der wirtschaftliche Zugang inländischer Produkte zu den Exportmärkten verbessert wird. Langfristig könne dies dazu beitragen, im Sinne der Ziele der Europäischen Union ein Wachstum des Schienengüterverkehrs von 50 % bis 2030 zu erreichen und sich bis 2050 zu verdoppeln.

Im Jahr 2022 haben die ungarischen Behörden die Kartierung der Route abgeschlossen, jedoch Anfang 2023 eine Fördermöglichkeit für das Projekt verpasst. Die Strecke war ursprünglich Teil eines Joint Ventures, das im Dezember 2021 von Österreich (Rail Cargo Group), Russland (RŽD Holding) und Ungarn (CER Cargo Holding) gegründet wurde, wo Russland den Bau finanzieren wollte. Bis 2030 soll die gesamte Strecke Szolnok – Győr fertiggestellt sein.

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