Der polnische Infrastrukturbetreiber PKP Polskie Linie Kolejowe S.A. (PKP PLK) plant für die zweite Jahreshälfte Ausschreibungen über einen Gesamtbetrag von ca. 17 Mrd. PLN (3,923 Mrd. EUR) zu tätigen (https://www.plk-sa.pl/przetargi-inwestycyjne-planowane-do-ogloszenia-w-2024-roku), bei denen bis Ende 2024 die Verfahren zur Auswahl von Auftragnehmern für die Umsetzung beginnen sollen. U. a. ist jetzt für das vierte Quartal unter Einbeziehung von EU-Mitteln die Ausschreibung für den Bau einer Eisenbahnverbindung zum Port Morski Police / Seehafen Pölitz geplant. Der Hafen ist ein polnischer See- und Tiefwasserhafen am Westufer der Oder vor dem Stettiner Haff. Im Jahr 2022 wurden dort 1,212 Mio. t umgeschlagen, was 1 % des gesamten Frachtverkehrs in polnischen Seehäfen entspricht.
Bereits im Januar 2019 wurde die Vereinbarung über die Schaffung einer direkten Eisenbahnverbindung mit dem Hafen unterzeichnet, um die Zugänglichkeit für den Güterverkehr zu verbessern. Die neue Strecke 437 wird nördlich des Bahnhofs Police/Pölitz von der PLK-Strecke 406 Szczecin Gł./Stettin Hbf – Trzebież Szcz./Ziegenort abzweigen und mittels Eisenbahnviadukt die Landesstraße 114 kreuzen.
https://openrailwaymap.org/?style=standard&lat=53.560602713077245&lon=14.569458961486815&zoom=14
Die neue Strecke wird elektrifiziert werden und das Umschlagspotenzial des Hafens verbessern, seine Wettbewerbsfähigkeit wird sich durch die Anpassung an die aktuelle Betriebstechnologie sowie an die heutigen und geplanten Bedürfnisse steigern. Das Projekt schafft auch zusätzliche Möglichkeiten für die Entwicklung der Grupa Azoty, dessen benachbartes Chemiewerk den Schienenverkehr nutzt, um jährlich mehrere Millionen Tonnen Produkte und Rohstoffe zu transportieren. Die Kosten in Höhe von 122 Mio. PLN (28,2 Mio. EUR) werden gemeinsam von PKP PLK und der Zarząd Morski Port Police getragen. 2025 sollen die ersten Züge im Hafen eintreffen.

