Bundesrat: Zusätzliche Mittel für Autoverlad

Der Bundesrat der Schweiz hat beschlossen, die Autoverlade-Anlagen von nationaler Bedeutung mit weiteren 40 Millionen CHF zu unterstützen. Er möchte zudem die Finanzierung des Autoverlads moderat anpassen und schlägt dazu vor, dass die Bahnen das Rollmaterial künftig über Bankkredite finanzieren. Der Bund kann bei einem defizitären Betrieb Abgeltungen leisten. An seiner Sitzung vom 28.6.2023 hat der Bundesrat die Botschaft ans Parlament verabschiedet.

In den nächsten Jahren stehen für die Autoverlade-Anlagen am Lötschberg-, Furka- und Vereina-Tunnel grössere Erneuerungsinvestitionen an. Diese Verbindungen sind für die Erreichbarkeit der Regionen wichtig. Zudem tragen sie dazu bei, längere Umweg- und Passfahrten zu vermeiden. Deshalb will der Bundesrat die Autoverlade-Anlagen weiterhin unterstützen. Er hat beschlossen, den 2018 vom Parlament beschlossenen Kredit von 60 Millionen Franken für weitere Investitionen in die strassenseitige Infrastruktur um 40 Millionen Franken aufzustocken.

Der Bundesrat schlägt zudem vor, die Finanzierungspraxis leicht anzupassen. Zwar ist diese Anpassung in der Vernehmlassung nicht auf ungeteilte Unterstützung gestossen, mehrheitlich wird sie aber unterstützt. Die Bahnen sollen das Rollmaterial für die Autoverlade künftig über Bankkredite finanzieren, wie dies zum Beispiel im regionalen Personenverkehr bereits der Fall ist. Bisher wurde es vom Bund direkt finanziert. Sofern für den Betrieb von Autoverlade-Anlagen ungedeckte Kosten zu erwarten und die Möglichkeiten für Preiserhöhungen ausgeschöpft sind, kann der Bund Abgeltungen leisten. Dies betrifft den Autoverlad, der ergänzend zum Nationalstrassennetz eine Erschliessungsfunktion hat, d. h. den Verlad am Lötschberg-, Furka- und Vereina-Tunnel.

Der Autoverlad durch den Simplon, der die ganzjährig offen gehaltene Passstrasse ergänzt, ist weiterhin durch den Kanton Wallis zu bestellen und finanzieren. Der Autoverlad über den Oberalp wird – wie 2021 beschlossen – per 2023 wegen der geringen Nachfrage und den hohen Kosten eingestellt. Im Gegenzug wird das Bahnangebot am Oberalp ausgebaut.

Dinslaken: Brücke muss ersetzt werden

Die Brücke über die Emscher in Dinslaken, über die auch der Hafen Emmelsum angebunden ist, muss abgerissen und neu gebaut werden. Branchenintern wird von einem Jahr Sperre gesprochen. Nach dem Starkregen in der Nacht zu Freitag waren Teile eines Deiches in Dinslaken weggespült worden.

2022 waren im Hafen Emmelsum 650.000 t über die Schiene transportiert worden.

Neues Umschlagterminal in München

Auf den Flächen des heutigen Rangierbahnhofs München Nord schafft die Deutsche Bahn (DB) zusätzliche Kapazitäten mit dem Neubau eines Terminals für den Kombinierten Verkehr (KV-Terminal). Auf einem Vor-Ort-Termin am 27.06.2023 stellte die DB gemeinsam mit Bayerns Verkehrsminister, Christian Bernreiter, die Pläne vor. Weil die Kapazitäten des bestehenden KV-Terminals in München-Riem nicht mehr erweitert werden können, hat die DB nach einem zusätzlichen Standort gesucht.

Im neuen Terminal werden nach der geplanten Eröffnung 2031 pro Jahr bis zu 300.000 Ladeeinheiten, umgeschlagen. Gemeinsam mit dem bestehenden KV-Terminal in Riem wird sich die Kapazität im Raum München damit künftig fast verdoppeln.

In einem nächsten Schritt erstellt die DB nun die Unterlagen für das weitere Verfahren. Informationen über das Projekt und Verfahren gibt es unter www.umschlagbahnhoefe.de.

Grafik: DB Netz

EU / CEF: 6 Mrd. EUR für 107 Projekte

Die Kommission hat 107 Verkehrsinfrastrukturprojekte ausgewählt, die über 6 Mrd. EUR an EU-Finanzhilfen aus der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF), dem EU-Instrument für strategische Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, erhalten. Über 80 % der Mittel werden Projekte unterstützt, die ein effizienteres, umweltfreundlicheres und intelligenteres Netz von Eisenbahnen, Binnenwasserstraßen und Seeverkehrsrouten entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) schaffen. Die Projekte werden darüber hinaus die Solidaritätskorridore zwischen der EU und der Ukraine stärken, die eingerichtet wurden, um die Ein- und Ausfuhren der Ukraine zu erleichtern.

Wichtige grenzüberschreitende Eisenbahnverbindungen entlang des TEN-V- Kernnetzes wurden ebenfalls vorrangig finanziert. Dazu gehören unter anderem der Brenner-Basistunnel (Verbindung zwischen Italien und Österreich), Rail Baltica (Verbindung zwischen den drei baltischen Staaten und Polen mit dem Rest Europas) sowie der grenzüberschreitende Abschnitt zwischen Deutschland und den Niederlanden (Emmerich-Oberhausen).

Seehäfen in Irland, Griechenland, Spanien, Lettland, Litauen, den Niederlanden und Polen werden Mittel für den Ausbau der landseitigen Stromversorgung erhalten, um die Treibhausgasemissionen von festgemachten Schiffen zu verringern.

Um die Binnenschifffahrt zukunftssicher zu machen, wird die Infrastruktur entlangder grenzüberschreitenden Seine-Schelde-Binnenschifffahrt zwischen Frankreich und Belgien modernisiert. Binnenhäfen an der Donau und im Rheinbecken, wie Wien und Andernach, werden ebenfalls ausgebaut.

Um die Sicherheit und Interoperabilität des Schienenverkehrs in der EU weiter zu erhöhen, wird das Europäische Eisenbahnverkehrsleitsystem (ERTMS) in Zügen und Eisenbahnstrecken in Tschechien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Österreich und der Slowakei installiert. Auf der Straße werden mehrere EU-Mitgliedstaatenintelligente Verkehrssysteme und -dienste ( IVS) einführen, insbesondere kooperative IVS (C-ITS) für einen sichereren und effizienteren Verkehr. Mehrere Mitgliedstaaten werden europäische Projekte zum Flugverkehrsmanagement unterstützen, um die Effizienz des Luftverkehrs zu steigern und einen einheitlichen europäischen Luftraum zu schaffen.

Hintergrund

Die 107 Projekte wurden aus insgesamt 353 Projekten ausgewählt, die auf die im Jahr 2022 veröffentlichte Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen hin eingereicht wurden.

Die EU-Finanzierung erfolgt in Form von Zuschüssen, die zur Kofinanzierung der Gesamtkosten des Projekts verwendet werden.

Im Rahmen des CEF-Verkehrsprogramms 2021-2027 stehen 25,8 Mrd. EUR für Finanzhilfen zur Kofinanzierung von TEN-V-Projekten in den EU-Mitgliedstaaten zur Verfügung. Seit 2014 hat die Fazilität „Connecting Europe“ fast 1300 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 29,4 Mrd. EUR im Verkehrssektor unterstützt (ohne die heute vorgeschlagene Auswahl).

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten stehen im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ für den Verkehr zur Verfügung, wobei die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für militärische Mobilität 2023 derzeit bis zum 21. September 2023 läuft und die Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen der Infrastrukturfazilität für alternative Kraftstoffe bis zum 7. November 2023 laufen. Die nächsten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Bereich Verkehr der Fazilität „Connecting Europe“ werden Ende September 2023 veröffentlicht.

Elektrifizierung: Mehr Züge am JWP

Deutschlands einziger Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven verzeichnet eine positive Bahn-Bilanz: Von Januar bis Mai wurde ein Plus von 263 Zügen und 13.000 TEU gegenüber dem Vorjahr erfasst – Tendenz weiter steigend. Der Standortbetreiber des Jade-Weser-Ports (JWP) führt dies auf die im Dezember 2022 abgeschlossene Elektrifizierung zurück.

Foto: JWP

Probefahrt auf Anschlussbahn Obernessa

Am 17.06.2023 war die 248 023 der SKL Schienen Komplex Logistik Magdeburg mit Salzlandexpress-Wagen der Eisenbahnfreunde vom Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt zu Besuch in Teuchern. Dort wurde erstmals seit vielen Jahren wieder die Anschlussbahn „Obernessa“ befahren, um Lokalpolitikern und Anwohnern die Möglichkeit zu geben, sich ein Bild über die Gegebenheiten und Perspektiven der Anschlussbahn der Gemeinde Teuchern zu verschaffen.

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Kritische Meinungen insbesondere zur möglichen Lärmbelästigung konnten so mit der Vorstellung der modernen Lokomotive relativiert werden. Ziel der Initiatoren ist die Wiederbelebung und die Verlagerung von Lkw-Verkehr auf die Schiene.

Foto: SKL

Terminal Domegliara in Betrieb

Seit Anfang Juni ist das neue intermodale Terminal von Ambrogio Intermodal in Domegliara offiziell in Betrieb. Nach einem Jahr Bauarbeiten und nach Abschluss der technischen Erprobung konnte der Betrieb mit Verlassen des ersten Zuges am 03.06.2023 erfolgreich aufgenommen werden.

Foto: Ambrogio

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Ab sofort gibt es wöchentlich drei Hin- und Rückfahrten nach Neuss, mit denen der Nordosten Italiens, das Ruhrgebiet und die Benelux-Länder bedient werden können. Das 110.000 qm große Terminal befindet sich an der Brennerbahn etwas nördlich von Verona und weist drei Gleise und einen Gummireifen-Portalkran auf.

Terminal Falköping baut aus

Im schwedischen Falköping entsteht im Industriegebiet Marjarp aktuell ein neuer Übergabebahnhof mit drei Gleisen und Platz für 750 Meter lange Güterzüge und der Trockenhafen des „Skaraborg Logistic Center“ wird um 84.000 qm erweitert. Der neue Übergabebahnhof wird ca. 100 Mio. SEK (8,6 Mio. EUR) kosten, und die Erweiterung des Trockenhafens etwas mehr als 400 Mio. SEK (34,4 Mio. EUR). Der Bau des neuen Übergabebahnhofs ist in vollem Gange und wird in sechs Monaten abgeschlossen sein. In wenigen Jahren wird die schwedische Verkehrsbehörde voraussichtlich auch eine neue Anbindung an die Hauptstrecke „Västra stambanan“ im Norden als Ergänzung zur bestehenden nach Süden bauen.

In nur zwölf Jahren ist das auf der „grünen Wiese“ entstandene Logistikzentrum Falköping zu einem der größten Schwedens geworden. Hinter dessen Erweiterung steht Jula Logistics, die das Terminal seit 2018 besitzt und betreibt. Deren Engagement in Falköping begann 2013 mit der Inbetriebnahme von Zugverbindungen zwischen Göteborg Skandiahamnen und Falköping. Früher gingen fast alle Importgüter per Lkw auf der E20 von Göteborg zum Zentrallager von Jula in Skara, aber seit zehn Jahren fahren die meisten Waren die 150 km mit dem Pendelzug nach Falköping und nur die letzten 30 km mit dem Lkw.

Im Jahr 2014 wurde 4.500 TEU per Zug nach Falköping transportiert, 2022 waren es 65.000 TEU. Nahezu 60 Unternehmen in der Region, darunter Mio, Ikea und Semper, nutzen für ihren Warenumschlag per Zug mittlerweile das Logistikzentrum. Deshalb wird jetzt eine überdachte Plattform von 10.000 qm, eine Metallhalle für den Warenumschlag von 12.000 qm und eine neue Lagerhalle von 62.000 qm errichtet. Es wird ein verstärkter Transport von Holz, Papier und Stahl auf der Straße und Schiene nach Falköping sowie den Umschlag in Container für den Weitertransport auf der Schiene zum Hafen von Göteborg oder weiter nach Europa erwartet.

Verträge wurden dafür aber nicht unterschrieben. „Wir basieren auf Spekulationen“, sagte Lennart Karlsson, CEO von Jula Logistics. In zwei Jahren rechnet er mit 40 Zugpaaren pro Woche von/nach Falköping. Derzeit wird das Terminal von 18 Zugpaaren pro Woche bedient: Real Rail verkehrt fünfmal wöchentlich nach Luleå, Hector Rail fährt fünfmal wöchentlich für Samskip nach Duisburg und Tågfrakt acht Züge pro Woche zwischen Falköping und Göteborg Skandiahamnen.

DBCSC erstmals auf ERTMS-Strecke

Als erstes Güterverkehrsunternehmen in Dänemark hat DB Cargo Scandinavia (DBCSC) eine Testfahrt auf einer mit dem European Rail Traffic Management System (ERTMS) ausgestatteten Strecke durchgeführt.

Dafür hatte Nordjyske Jernbaner (NJ) ihre Diesellok des Typs Z70 (98 86 0000 740-5) zur Verfügung gestellt, eine der ersten mit ETCS ausgerüsteten Lokomotiven in Dänemark. Die eigenen Lokomotiven von DB Cargo Skandinavia werden gerade mit dem neuen System ausgestattet, und es wird erwartet, dass sie 2024 einsatzbereit sind.

Foto: DB Cargo

Kein Güterverkehr über Kijfhoek

Zwischen den Rotterdamer Häfen und Kijfhoek, dem Rangierbahnhof südöstlich des Hafens in Richtung Dordrecht, findet derzeit kein Zugverkehr statt. Der Infrastrukturbetreiber ProRail teilte mit, dass die Verkehrsbeschränkungen mindestens bis zum Abend des 30.05.2023 andauern werden. Die Störung soll durch verzögerte Arbeiten in Barendrecht verursacht worden sein.

Kijfhoek als der größte Rangierbahnhof der Niederlande hat eine Schlüsselfunktion für die Verbindung des Schienennetzes der Rotterdamer Häfen mit den übrigen Niederlanden, Belgien und Deutschland. Zugleich ist er eine 1,5-kV-Insel auf der Betuweroute. Über diesen Rangierbahnhof wickelt DB Cargo einen großen Teil seiner niederländischen Hinterlandverkehre ab.