Sanierung Rbf Rostock Seehafen beginnt

Die Deutsche Bahn (DB) beginnt mit der Sanierung ihres größten Güterrangierbahnhofs in Mecklenburg-Vorpommern. Für über 300 Mio. EUR wird der Rangierbahnhof im Rostocker Seehafen bis 2032 saniert: Signale, Weichen, Gleise, Oberleitungen, Rangiertechnik

Die Investition ist auch deshalb notwendig und zukunftsorientiert, da sich die Güterverkehrsmengen auf der Schiene positiv entwickeln. Die Zahl der Güterwagen von DB Cargo zu den Seehäfen Rostock und Wismar ist allein 2022 um mehr als 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Das Startsignal zum Sanierungsbeginn gaben am 27.04.2023 Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Eva-Maria Kröger, Oberbürgermeisterin der Hansestadt Rostock, Jens A. Scharner, Geschäftsführer der Rostock Port GmbH, und Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der DB für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Alle Informationen, Zeitpläne und Fotos unter: bauprojekte.deutschebahn.com/p/rostock-seehafen

TraFöG: DB startet Stellungnahmeverfahren NBN

Um die Fortsetzung der Trassenpreisförderung im SGV ab Juli 2023 sicherzustellen startet die DB Netz das das Stellungnahmeverfahren zur unterjährigen Änderung der Nutzungsbedingungen Netz (NBN) 2023 und 2024.

Bis dato war die Fortsetzung der Trassenpreisförderung im SGV (TraFöG) bis zum 30.11.2024 geplant. Im Koalitionsausschuss vom 28.03.2023 hat sich der Bund zu einer Verlängerung von TraFöG bekannt. Das konkrete Datum, bis wann die Förderung verlängert werden soll, steht noch nicht fest.

Um die Fortsetzung der Förderung ab dem 01.07.2023 sicherzustellen, wird das notwendige Stellungnahmeverfahren zur unterjährigen Änderung der NBN 2023 und 2024 bereits gestartet. Die einzige Änderung bezieht sich auf das Ende des Förderzeitraums in Ziffer 5.10.8 der NBN, für das aktuell noch ein Platzhalter eingefügt ist. Sobald der Bund die Laufzeit der Förderung festgelegt hat, wird DB Netz darüber informieren und die NBN entsprechend anpassen. Das sonstige Verfahren bleibt von der Fortsetzung der Förderung unberührt.  

Zugangsberechtigte haben im Zeitraum vom 20.04.2023 bis zum 22.05.2023 die Möglichkeit, zu den beabsichtigten Änderungen der NBN Stellung zu nehmen.

DB Netz rüstet sich für Warnstreik

DB Netz gab anlässlich des bevorstehenden Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) am 21.04.2023 von 03:00 Uhr bis 11:00 Uhr folgende Regelungen mit:

  • Die DB Netz beabsichtigt derzeit nicht, den Betrieb präventiv bundesweit einzustellen.
  • Für den oben genannten Zeitraum können keine Anmeldungen für Trassen im Gelegenheitsverkehr angenommen werden. Sollte es die betriebliche Lage zulassen, will DB Netz diese Regelung für den Gelegenheitsverkehr früher aufheben, insbesondere um für betriebliche Sonderfälle sowie die Betriebsfortführung im Zeitraum nach dem Streik gut vorbereitet zu sein.
  • Für verkehrende Zugfahrten wird nur die tatsächlich gefahrene Leistung abgerechnet.
  • Für nicht verkehrende Zugfahrten werden keine Trassen- und Stornierungsentgelte erhoben, unabhängig vom Verursacher. Ein Auslegen von Trassen im Trassenportal (TPN-Typ 17) ist nicht nötig. Der Verzicht des Auslegens erleichtert u.a. auch den Wiederanlauf.
  • Zugfahrten, die durch den Streikzeitraum tangiert werden, können ab dem 19.04.2023 storniert werden. In diesem Fall entfällt für den 21.04.2023 ganztags das Stornierungsentgelt.
  • Für Stornierungen von Zugfahrten, die bereits vor der Ankündigung des Warnstreiks am 19.04.2023 erfolgt sind, gilt der Regelprozess; das Stornierungsentgelt wird in diesem Fall erhoben.
  • Für 20-Stunden-Züge gilt der Standardprozess.
  • Das Anreizsystem und die Entgeltminderung werden am 21.04.2023 ganztags ausgesetzt.
  • Alle Einzelnutzungsverträge für Kapazitäten in Serviceeinrichtung (ENV-SE) werden nicht bepreist bzw. erhalten Gutschriften.

Die Abrechnung eines Streiktags erfordert nach Aussage von DB Netz einigen manuellen Aufwand. Sollte es im Einzelfall nicht möglich sein, die Trassen- und Stornierungsentgelte korrekt in der Faktura des laufenden Monats abzubilden, erfolgt im Folgemonat in Abstimmung mit den betroffenen Kunden eine Korrektur.

740-Meter-Gleise für Wustermark

Infrastrukturminister Guido Beermann hat an der feierlichen Inbetriebnahme der ersten 740-Meter-Gleise am Rangierbahnhof Wustermark teilgenommen. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung fördert den Ausbau der Schieneninfrastruktur mit rund 3,5 Mio. EUR aus dem Programm für Zuwendungen des Landes Brandenburg zur Verbesserung der Schienengüterinfrastruktur.

Am Rangierbahnhof Wustermark (Landkreis Havelland) werden sechs Gleise verlängert. Die ersten drei sind jetzt fertiggestellt und konnten durch eine Zugfahrt mit Minister Beermann in Betrieb genommen werden. Der dritte und letzte Bauabschnitt mit der Fertigstellung von 3 weiteren 740 Meter-Gleisen ist für das Jahr 2024 geplant. Die Gesamtkosten des Baus liegen bei fast 3,7 Mio. EUR.

Von den rund 2,9 Mio. EUR Fördermitteln für den Bau und der zusätzlichen Planungsförderung in Höhe von rund 656.000 EUR wurden 2,2 Mio. EUR für die ersten beiden Baustufen ausgezahlt, ebenso wie rund 500.000 EUR für die Planung. Das Bauvorhaben wird aus dem Förderprogramm des Landes zur Verbesserung der Schienengüterinfrastruktur finanziert.

Auf der Strecke Berlin – Hamburg ist die Abfertigung von Zügen europäischer Standardzuglänge bereits heute möglich, für die Strecke Berlin – Hannover ist das ab dem Jahr 2026 geplant. Europäische Dimension gewinnt das Vorhaben dadurch, dass der Rangierbahnhof Wustermark mit seiner unmittelbaren Nähe zum Berliner Außenring an drei der neun transeuropäischen Kernnetz-Korridore (Nordsee – Ostsee (North Sea – Baltic), Orient / Östliches Mittelmeer (Orient / East-Mediterranean) und Skandinavien – Mittelmeer (Scandinavian – Mediterranean) angebunden ist.

Elektrifizierung Laurila – Tornio – Haparanda

Mit der Verbreiterung und Erhöhung der Eisenbahnbrücke Raumonjoki haben Anfang April 2023 die Bauarbeiten für das Elektrifizierungsprojekt der finnischen Verkehrsinfrastrukturbehörde für den Abschnitt Laurila – Tornio – Haparanda begonnen. Im Rahmen des Projekts werden zwei weitere neue Unterführungen gebaut, um die für die Elektrifizierung der Strecke erforderlichen Änderungen zu ermöglichen. Die neuen Unterführungen ersetzen die höhengleichen Bahnübergänge zwischen Laurila und Tornio, die später entfernt werden. Die Ausbauarbeiten sollen im Herbst 2023 abgeschlossen sein.

Grafik: Väylävirasto

Im Mai wird auch mit der Installation von Fahrleitungsmasten begonnen. Geplant ist zudem der Ausbau der Eisenbahngrenzbrücke über den Fluss Tornio und der Umbau des Bahnhofs Tornio sowie des Bahnhofs Haparanda auf schwedischer Seite bis Ende 2024. Das Projekt wird u. a. die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Personenverkehrs schaffen und durch die EU-Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) unterstützt. Das Gebiet von Tornio und Haparanda ist ein Knotenpunkt für internationale Verkehrskorridore und Teil der bevorstehenden Erweiterung des TEN-Kernnetzkorridors um den Bottnischen Meerbusen, welcher die Barentsregion mit dem mitteleuropäischen Verkehrskorridor und weiter mit dem Fernen Osten verbindet.

Syrjäsalmi-Brücke für ein Jahr gesperrt

Wegen des Baus einer neuen Eisenbahnbrücke bei Syrjäsalmi wird der Verkehr auf der finnischen Strecke Imatra – Joensuu im Abschnitt Kesälahti – Puhos 2024 für ein Jahr gesperrt. Die neue Brücke wird zwar neben der alten Brücke gebaut, während der Bauarbeiten wurde jedoch eine Bewegung an der alten Brücke beobachtet. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wurde der Bau der neuen Brücke ausgesetzt und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Brücke festgelegt. Die Bauarbeiten werden Anfang 2024 fortgesetzt und die alte Brücke wird für die Dauer der Bauarbeiten bis Ende 2024 für den Verkehr gesperrt werden.

Im Januar 2023 begann der Bau der neuen Brücke, und Anfang März wurde auf der alten Brücke eine Bewegung über den von der finnischen Verkehrsinfrastrukturbehörde festgelegten Grenzwerten beobachtet. Die Bewegungen und der Zustand der Brücke werden nun ständig überwacht. Für die Fortsetzung der Bauarbeiten ist es erforderlich, dass die Brücke für den gesamten Verkehr gesperrt ist. Um Zeit für die Planung der Umleitungsverkehre zu haben, werden die Bauarbeiten erst Anfang 2024 fortgesetzt.

https://www.openrailwaymap.org/?style=standard&lat=62.00026000493105&lon=29.9542236328125&zoom=10

Die Syrjäsalmi-Brücke liegt an einem stark befahrenen Streckenabschnitt zwischen Joensuu und Imatra, dessen Zugverkehr mit 12 Zugpaaren pro Tag nach Möglichkeit auf Ersatzstrecken umgeleitet werden soll. Aufgrund des 2020 geschlossenen Sägewerks in Puhos sind die lokalen Auswirkungen zwar nicht gravierend, besonders hinderlich ist aber, dass die für Umleitungen geeignete Strecke Parikkala – Huutokoski seit 2011 wegen einer fehlenden Brücke bei Laitaatsalmi im Abschnitt Savonlinna – Rantasalmi nicht mehr durchgehend befahrbar ist. Eine neue Eisenbahnbrücke würde rund 12 Mio. EUR kosten, wofür bisher die Finanzierung verweigert wurde. Die Züge von/nach Joensuu müssen daher weiträumig über die ohnehin schon stark vom Güterverkehr belastete eingleisige Strecke über Mikkeli umgeleitet werden.

Gleisanschluss für Mercer Torgau

Europas größter Palettenhersteller und Produzent nachhaltiger Biobrennstoffe, Mercer Torgau (MT), hat Ende März 2023 bei der Stadtratssitzung in Torgau sein Werksentwicklungskonzept vorgestellt. Geplant sind u. a. Investitionen in die Rundholzplätze und in ein neues Verkehrskonzept, wonach langfristig ein Bahnanschluss realisiert werden soll. Für die Realisierung wird das Gelände um ca. 7,5 ha auf insgesamt ca. 95 ha vergrößert. Der Stadtrat steht den Plänen positiv gegenüber, es erfolgte ein Aufstellungsbeschluss.

Der Bahnanschluss für das Gelände ist im Grunde schon vorhanden, denn es existiert noch ein 2,1 km langes brachliegendes Anschlussgleis vom Güterbahnhof Torgau, welches 1908 für die Heeres-Munitionsanstalt Torgau errichtet wurde. Ab 1962 diente das Gelände als Zentrales Artillerie-Munitionslager der GSSD, heute ist ein Teil davon Gewerbegebiet. Die Anschlussbahn endet direkt vor dem von MT genutzten Gelände. 1998 erfolgte für die HIT Holzindustrie ein Teilabriss der einst umfangreichen Gleisanlagen.

https://www.openrailwaymap.org/?style=standard&lat=51.5540206177&lon=12.963867187499998&zoom=14

Am 30.09.2022 wurde das Unternehmen HIT Holz von dem amerikanisch-kanadischen Konzern Mercer International übernommen. Mit der zum 27.12.2022 erfolgten Umfirmierung zu Mercer Torgau GmbH & Co. KG begann die Integration in den Mercer Konzern. Die Marke HIT Holz wird vorläufig beibehalten und im Laufe des Jahres 2023 schrittweise abgelöst. Es ist der weltweit größte Hersteller von EPAL-Paletten und hat Produktionskapazitäten für 17 Mio. Holzpaletten. Die Nebenprodukte aus dem Sägewerk werden zur Herstellung von Klötzen für die eigene Palettenfertigung sowie zum Teil zur Herstellung von Biokraftstoffen in Form von Holzpellets und -briketts verarbeitet. Im Werk Torgau mit ca. 800 Mitarbeitern beträgt die Kapazität des Sägewerkes ca. 700.000 cbm Schnittholz.

Ohratalbahn in den Startlöchern

Die Railsystems RP (RPRS) hat Anfang April 2023 in Gotha eine neue Holzverladestelle zwischen dem Streckengleis der Ohratalbahn Gotha – Gräfenroda und dem RPRS-Anschluss eingerichtet. Diese ist nicht öffentlich. Die Ohratalbahn wurde gleichfalls bis Ohrdruf technisch abgenommen, die Betriebsaufnahme ist kurzfristig geplant.

Foto: Railsystems RP

Dies ist ein erster Schritt zur Wiederbelebung der Ohratalbahn. Am 04.03.2020 war der verkehrslose Streckenabschnitt Emleben – Gräfenroda stillgelegt worden. Der Abschnitt Gotha – Ohrdruf wurde erstmals im Frühjahr 2021 nach acht Jahren Pause wieder vollständig zu Testzwecken befahren. Das Eisenbahninfrastrukturunternehmen ZossenRail war damals von der ThüringenForst GmbH kontaktiert worden, da viel Schadholz aus den Wäldern zum Abtransport und Weiterverarbeitung in der Industrie wartet. Vom Bahnhof Ohrdruf aus könnten jetzt mehrere Züge wöchentlich das Holz nach Gotha bringen, wo es dann weitertransportiert wird.

CZ: Erste Strecken für einfache Elektrifizierungen festgelegt

Das tschechische Verkehrsministerium hatte Anfang Januar 2023 die Prüfung der Elektrifizierung einiger Strecken in einer wirtschaftlicheren Version angekündigt. Geplant ist die „einfache Elektrifizierung“ von Streckenabschnitten, um die Beförderung mit elektrischen Triebfahrzeugen oder Batteriefahrzeugen zu ermöglichen, ohne dass weitere investitionsintensive Gleismodifikationen erforderlich sind. Bis Ende Februar sollte der staatliche Eisenbahninfrastrukturbetreiber Správa železnic (SŽ) auf Ersuchen des Verkehrsministeriums eine Bewertung für die einfache Elektrifizierung der bisher nicht elektrifizierten Strecken erstellen, von der nun im Rahmen der Konferenz „Železnice 2023“ Ende März der aktuelle Stand des Vorhabens bekannt wurde.

Demnach wurden schon erste Strecken zur Realisierung ausgewählt, und zwar die Strecken Havlíčkův Brod – Ždírec nad Doubravou – Hlinsko, Kladno – Kralupy nad Vltavou, Jeneč – Středokluky und Zdice – Písek, welche bereits in den Investitionsplan für die Infrastruktur aufgenommen wurden. Bei den ersten beiden Strecken wird die Elektrifizierung vor allem den Betrieb im Güterverkehr erleichtern. Weitere Strecken werden geprüft. So bezieht sich die Studie auch auf Strecken wie Plzeň – Žatec, Olomouc – Krnov – Opava, Liberec – Děčín – Jaroměř, Jaroměř – Trutnov und Nymburk – Česká Lípa. Voraussichtliches Datum der Umsetzung ist der Zeitraum 2025 – 2027. Das Verkehrsministerium geht davon aus, dass diese Maßnahmen aus dem EU-Modernisierungsfonds finanziert werden, der die Erlöse aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten deckt.

In der Tschechischen Republik decken Oberleitungen derzeit etwa ein Drittel der Gesamtlänge von mehr als 9.500 km Eisenbahnstrecken ab. Das Verkehrsministerium hat die Elektrifizierung von weiteren 700 Kilometern genehmigt, und Machbarkeitsstudien für weitere 600 Kilometer werden vorbereitet. Außerdem ist die schrittweise komplette Umstellung des Traktionssystems auf 25 kV 50 Hz Wechselstrom bis 2045 geplant.

Serbien will Gemeinschaftsbahnhöfe für Grenzkontrollen

Nachdem am 25.03.2023 der ukrainisch-moldauische Grenzübergang Serpneve-1 – Basarabeasca eröffnet wurde, wo zum ersten Mal von den Behörden beider Länder die Grenzabfertigung an einem Ort – im moldauischen Basarabeasca – ausgeführt wird, hat auch der serbische Minister für Bau, Verkehr und Infrastruktur, Goran Vesic, gemeinsame Bahnhöfe mit Nordmazedonien, Montenegro und Ungarn angekündigt, die den Personen- und Güterverkehr erheblich beschleunigen sollen.

Er sagte, dass es im nordmazedonischen Tabanovci einen gemeinsamen Güterbahnhof geben wird, wo die Kontrollen durchgeführt werden, damit die Züge nicht mehr an der Grenze stehen. Mitte Mai 2023 soll auch in Bijelo Polje einen gemeinsamer Bahnhof mit Montenegro eröffnet werden, es wird dort sowohl serbische als auch montenegrinische Grenzpolizei und Zoll geben, und alles wird an einem Ort erledigt werden.