Traktionsartwechsel ohne Betriebshalt möglich

Bislang konnten Züge mit Mehrkrafttriebfahrzeugen bei der DB Netz einen Traktionsartwechsel ausschließlich im Stand durchführen. Dies bedeutete nach Betreibereinschätzung eine starke Beschränkung der Vorteile der neuen Technologie, verbunden mit einem Zeitverlust durch das Abbremsen und wieder neu Anfahren insbesondere bei schweren Güterzügen.

Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Mehrkrafttriebfahrzeugen stellt sich die DB Netz AG im Fahrplan und Betrieb auf diesen Sachverhalt ein. Nun können auch Trassenanmeldungen für Züge mit Mehrkrafttriebfahrzeugen so abgegeben werden, dass der Traktionsartwechsel ohne den derzeit obligatorischen Betriebshalt erfolgen kann. Die Möglichkeit eines Traktionsartwechsels im Stand bleibt weiterhin bestehen.

Bestellt werden muss dieser Wechsel aus Gründen der IT als Bedarfshalt. Dies kann jedoch nicht für einen beliebigen Punkt auf der freien Strecke (z. B. bei Streckenkilometer 26,4) erfolgen, sondern ist an eine Betriebsstelle gebunden.

An einzelnen Stellen im Streckennetz werden in Zukunft auf der freien Strecke am Fahrdrahtende El-Signale aufgestellt. Um dort einen Traktionsartwechsel bestellen zu können, wird dort eine Betriebsstelle eingerichtet. Die entsprechende Bezeichnung der Betriebsstelle wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Grenzübergang Ukraine – Moldau in Betrieb genommen

Ukrzaliznycja (UZ) hat am 04.04.2023 mit der Beförderung von Gütern zwischen der Ukraine und Moldau über den wiederhergestellten Abschnitt Berezyne – Basarabeasca begonnen. Der Grenzübergang Serpneve-1 – Basarabeasca ist für den regulären Verkehr nach mehrmaligen Verschiebungen seit dem 25. März in Betrieb. Es ist die kürzeste Verbindung zu den Häfen von Reni, Galați und Giurgiuleşti, was Ukrzaliznycja helfen wird, seinen Export- und Transitverkehr zu steigern. Es können damit zusätzlich 4 bis 10 Mio. t Fracht pro Jahr befördert werden. Nach Schätzungen wird sich die Lieferzeit für Exportgüter in die Häfen von Moldau und Rumänien sowie in den ukrainischen Hafen Reni um 4-6 Tage verkürzen.

An der Grenze wird zum ersten Mal von den Behörden beider Länder die Grenzabfertigung an einem Ort ausgeführt, auf der moldauischen Seite in Basarabeasca. Darüber hinaus sind hier für Getreidetransitladungen keine phytosanitären oder veterinärmedizinischen Kontrollen erforderlich. Bisher haben der ukrainische Zoll und Grenzschutz gemeinsam mit den Nachbarkollegen nur an einigen Straßenkontrollpunkten an der Grenze zu Polen ein gemeinsames Kontrollverfahren durchgeführt. Es wird erwartet, dass solches in Zukunft auch an anderen Grenzpunkten der Ukraine zu europäischen Ländern erfolgen wird.

Rest der Västra Centralbanan stillgelegt

Am 21.03.2023 fiel der Beschluss von Schwedens staatlicher Verkehrsbehörde Trafikverket, auch den Abschnitt Landeryd – Smålands Burseryd, den  Überrest der ehemaligen Västra Centralbanan, offiziell zu schließen.

https://openrailwaymap.org/?style=standard&lat=57.16780400436952&lon=13.29671859741211&zoom=12

Die Strecke nach Smålands Burseryd war in den letzten Jahren verkehrsarm, weshalb die Entscheidung erwartet wurde. Diese wird wahrscheinlich nicht angefochten werden, da das Landeryds Järnvägsmuseum (LJM) die Strecke übernehmen möchte, um sie hauptsächlich für den „Dressurradsport“ (Fahrraddraisinenverkehr) zu betreiben.

Der Abschnitt zwischen Landeryd und Burseryd wurde bis April 2014 von Green Cargo bedient und bis Ende 2017 instandgehalten. Das dort am Bahnhof ansässige Unternehmen Burseryds Bruk, Teil der Signode-Gruppe, ist ein führender Hersteller von Bandstahlprodukten und war der letzte Güterkunde der Bahn.

Die Tatsache, dass in Schweden im Jahr 2023 immer noch Eisenbahnen geschlossen werden, ist allerdings fatal. Bis 1985 war noch die komplette Strecke von Landeryd über Limmared und Ulricehamn bis nach Falköping in Betrieb, früher war sie für den Güterverkehr eine Nord-Süd-Verbindung über den Hafen Halmstad bis nach Dänemark. Eine schöne Dokumentation über die Västra Centralbanan gibt es im Film „Tåg ut – klart slut„. Während der nördliche Teil der Strecke 1991/2004 abgebaut wurde, besteht im südlichen Abschnitt Sjötofta – Ambjörnarp ebenfalls Draisinenverkehr.

Der Verein geht davon aus, dass die Strecke nach Rodung der Vegetation noch viele Jahre ohne größere Pflegemaßnahmen mindestens für den Fahrraddraisinenverkehr geeignet ist. LJM hat Trafikverket darauf hingewiesen, dass es wünschenswert ist, dass die Weichenverbindung zum Bahnhof  Landeryd und die darin enthaltenen Sicherheitseinrichtungen auch nach der formellen Schließung bestehen bleiben, da die Strecke zu einer Museumsbahn mit Zugverkehr ausgebaut werden könnte, sofern die Anbindung erhalten bleibt.

DB Energie: HVO in München tankbar

DB Energie hat die Tankstelle am Rangierbahnhof München-Nord vollständig auf den Biokraftstoff HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) umgestellt. Die DB-Energie-Tankstelle in München-Nord ist mit ca. drei Millionen Liter Kraftstoffverbrauch pro Jahr eine der größten bundesweit.

Seit Mitte 2022 stellt DB Energie seine Tankstellen auf HVO um, bis Jahresende 2023 soll an 14 Versorgungspunkten HVO getankt werden können. Der von DB Energie beschaffte HVO wird ausschließlich aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt und steht damit nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelindustrie.

von links nach rechts Dr. Florian Herrmann, Bayerischer Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, Michael Theurer, Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Dr. Sigrid Nikutta, DB-Vorstand für Güterverkehr und Torsten Schein, Vorsitzender der Geschäftsführung DB Energie. Foto: DB AG

Slowenien: Bahnstom deutlich teurer

In Slowenien gelten seit dem 01.04.2023 neue Preise für Bahnstrom. SŽ-Infrastruktura hat in einem Schreiben vom 30.03.2023 die starke Erhöhung von 91 EUR/MWh auf 139,90 EUR/MWh angekündigt. Das neue Preismodell soll zunächst für sechs Monate Anwendung finden und folgt auf eine drei Jahre gültige Kostentabelle.

Siemens erweitert Standort in München

Siemens Mobility vergrößert seinen Standort in München-Allach, um die wachsende Nachfrage nach Lokomotiven und dazugehörigen Servicedienstleistungen zu bedienen. Das Werk wird von 50.000 qm auf 80.000 qm erweitert, das bringt zusätzliche Kapazitäten für neue Aufträge, optimiert nach Konzerneinschätzung die Fertigungs- und Logistikflüsse im Werk und schafft mehr Bürofläche. Ab sofort sollen pro Jahr mehr als 300 Lokomotiven in Allach gebaut werden.

Das Werk in München-Allach wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Krauss-Maffei gebaut. Siemens hat das Lokomotivgeschäft 2001 vollständig von Krauss-Maffei übernommen und startete 2010 mit der Produktion der Vectron-Lokomotiven in Allach, die bisher mehr als 1.600-mal weltweit verkauft wurden. 2015 öffnete die Servicesparte von Siemens Mobility das Rail Service Center und das Data Center auf dem Gelände, um Synergien zwischen Produktion und Service zu ermöglichen. Insgesamt arbeiten derzeit mehr als 1.600 Mitarbeiter am Siemens Mobility-Standort in München-Allach.

WEBA verkauft Bindweide – Weitefeld

Der Kreisausschuss des Kreises Altenkirchen hat in seiner Sitzung am 27.03.2023 im nichtöffentlichen Teil den Verkauf der Strecke Bindweide – Weitefeld mit einer Gesamtfläche von rund 95.000 Quadratmetern an die Westerwälder Holzpellets GmbH mit Sitz in Langenbach bei Kirburg beschlossen. Es handelt sich um Grundstücke in den Gemarkungen Dickendorf, Elkenroth und Weitefeld.

Bereits Anfang März hatte sich die Gesellschafterversammlung der Westerwaldbahn des Kreises Altenkirchen GmbH (WEBA), bislang Besitzer der Flächen, für den Verkauf zu einem Preis von rund 800.000 Euro ausgesprochen. Die Westerwälder Holzpellets GmbH beabsichtigt, die Strecke zu ertüchtigen und für den Gütertransport zu nutzen.

Vorangegangen war ein öffentliches Bieterverfahren, dazu waren zwei fristgerechte Angebote eingegangen, wobei sich eines – das ließ das Bieterverfahren zu – lediglich auf die Grundstücke innerhalb einer Gemarkung bezog.

SBB Cargo: Terminal in Rothenburg eröffnet

Am 30.03.2023 hat SBB Cargo das Terminal in Rothenburg feierlich eröffnet. Das Terminal im Herzen der Schweiz ist seit Januar 2023 an das Netz des kombinierten Verkehrs von SBB Cargo angeschlossen.

Foto: SBB Cargo

Die Firma Iemoli Trasporti transportierte am 12. Januar den ersten Sattelauflieger. Seitdem wurden im Terminal Rothenburg 1.062 Tonnen Güter verladen.

Metrans baut Terminal in Szeged

Metrans investiert in ein zusätzliches Terminal in Ungarn. Neben dem bereits begonnenen Bau des Hub-Terminals in Zalaegerszeg soll eine weitere Umschlaganlage in Szeged nahe den Grenzen zu Serbien und Rumänien entstehen. Geplant ist, beide Inlandterminals bis 2025 in Betrieb zu nehmen.

Metrans erweitert ihr europäisches Netzwerk aus Inlandterminals an wichtigen Knotenpunkten damit auf insgesamt 21 Terminals.