Im ersten Halbjahr 2022 wurden in Schweden 39,5 Mio. t Güter auf der Schiene transportiert, 10,5 % mehr als im ersten Halbjahr 2021. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 (vor der Corona-Pandemie) sind es +14,4 %. Ein großer Teil dessen ist auf erhöhte Erztransporte auf der Erzbahn zwischen Luleå und Narvik zurückzuführen, aber auch ohne Erzverkehr hat der Güterverkehr stark zugenommen: Im Vergleich 1. Halbjahr 2019 zu 1. Halbjahr 2021 gab es einen Anstieg um 6,0 %, und vom 1. Halbjahr 2021 zum 1. Halbjahr 2022 um 3,4 %.
Der Transportaufwand ist im gleichen Zeitraum um 11,4 % auf 9.847 Mio. Tonnenkm ohne Eisenerztransporte gestiegen. Vor allem betrifft dies den intermodalen Verkehr, wo mehrere Akteure wie Green Cargo, Hector Rail, Sandahls, TX Logistik, CFL Cargo und Cargonet Verkehre mit neuen Strecken und mehr Zügen entwickeln.
Insbesondere die Zahl der Züge von/zu den großen Häfen, Göteborg und Trelleborg, scheint zu steigen. Im Hafen Göteborg, dem größten Hafen Skandinaviens, wurden 2022 im ersten Halbjahr 433.000 TEU umgeschlagen, +5 % zum Vergleichszeitraum 2021. Der Hafen Göteborg hat nun einen Marktanteil von 52 % (48 % im 1. Hj. 2021) am schwedischen Containermarkt. Die Bahnfracht vom und zum Hafen Göteborg stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 % von 230.000 auf 253.000 TEU. Es werden jetzt 58 % der Container vom/zum Hafen auf der Schiene transportiert.
Gründe für den Anstieg des kombinierten Verkehrs:
- verschärfte Kabotageregeln, die es schwieriger machen, schlecht bezahlte ausländische Lkw-Fahrer zu bekommen
- steigende Kraftstoffpreise und Krieg in der Ukraine
- politische Signale aus der EU, dass der Übergang zu klimafreundlicheren Verkehrsmitteln jetzt erfolgen muss
- Corona-Pandemie mit Bahn als zuverlässiger Transportmöglichkeit mit weniger Störungen und Verspätungen
- Bahnanbindung als Wettbewerbsvorteil für Unternehmen durch günstigere und effizientere Transporte
Probleme:
- es ist schwierig geworden, freie Zugtrassen für Güterzüge zu bekommen
- Transportzeiten oft zu lang, weil Güterzüge für den Personenverkehr „auf die Seite müssen“
- zu wenig Strecken bzw. Trassen für umgeleitete Züge bei Gleisbauarbeiten erzeugen immer mehr Wartezeiten

