Die ÖBB haben ihre Bilanz 2025 präsentiert. Aus Sicht der Staatsbahn war „2025 ein Geschäftsjahr mit Licht und Schatten“. Zuwächse kommten im Personenverkehr verzeichnet werden. Insgesamt 559 Millionen Fahrgäste fuhren im letzten Jahr mit Bussen und Bahnen der ÖBB. Das entspricht einem Zuwachs von 1,4 Prozent. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) war deutlich positiv bei 68,1 Mio. Euro, sank aber im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent, nicht zuletzt als Folge der anhaltenden industriellen Rezession in Europa und insbesondere in Österreich.
Die anhaltende industrielle Rezession in Europa und insbesondere in Österreich hat deutliche Auswirkungen auf den Schienengüterverkehr gehabt. Die Nachfrage nach Logistikleistungen ist zurückgegangen. Zudem hat ein harter Preiswettbewerb mit der Straße das Umfeld geprägt. Die Transportleistung der ÖBB Rail Cargo Group (RCG) ist dadurch um 4 % auf 26,2 Mrd. Nettotonnenkilometer gesunken. Trotzdem ist es der RCG gelungen, den Umsatz um 6 % auf 2.090 Mio. Euro (Vj: 1.974 Mio. Euro) zu erhöhen.
Unterm Strich hat die RCG allerdings mit einem EBT von -135,5 Mio. Euro (Vj. – 24,5 Mio. Euro) abgeschlossen. Dieses Ergebnis ist von einer einmaligen Wertberichtigung und Einbußen im Agrarbereich geprägt. Die trüben wirtschaftlichen Aussichten haben das ÖBB Management veranlasst, künftige Ertrags- und Investitionsprognosen neu zu bewerten und Firmenwerte bei den Beteiligungen in Ungarn und der Agrarspedition in Höhe von -81,1 Mio. Euro abzuschreiben. Auch ohne diesen Einmaleffekt ist das Ergebnis mit -54 Mio. Euro negativ geblieben.
Der Agrarsektor belastet das Ergebnis mit rd. 36 Mio. Euro. Der Grund dafür sind geänderte Warenströme durch Missernten, eine schwache Marktentwicklung sowie handels- und zollpolitischen Verwerfungen aufgrund der US-Zollpolitik. Ohne die Abschreibung und die Verluste im Agrarbereich wäre das Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau geblieben. Abseits des schwierigen Wirtschaftsumfelds hatten längere Transportwege aufgrund der Baustellensituation etwa in Deutschland sowie hohe Energiepreise Einfluss auf das Ergebnis der Gütersparte der ÖBB.
Die RCG setzt bereits ein Bündel an Maßnahmen um, um gegenzusteuern: Unter anderem werden nicht wettbewerbsfähige Produkte eingestellt, die Auslastung nachgefragter Verbindungen gezielt erhöht sowie die Organisation verschlankt und zukunftsfit gemacht, sodass im ÖBB-Konzern für 2026 eine Besserung der Finanzzahlen erwartet werden kann.
Die Umsatzerlöse des Teilkonzerns Infrastruktur haben 1.269,6 Mio. Euro betragen (Vj: rd. 1.231,6 Mio. Euro), die Gesamterträge des Teilkonzerns ÖBB Infrastruktur sind um 5 % oder 196,3 Mio. Euro auf 4.415,4 Mio. Euro (Vj: rd. 4.219,1 Mio. Euro) gestiegen. Der Teilkonzern ÖBB Infrastruktur hat 2025 ein EBT von 15,1 Mio. Euro erwirtschaftet, um 20 % mehr als im Vorjahr (Vj: 12,6 Mio. Euro).
Mit Gesamterträgen von 9.676,1 Mio. Euro (Vj: 8.997,0 Mio. Euro) hat der Konzern gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 8 % verzeichnen können. Die Gesamtaufwendungen haben sich um 8 % auf 8.943,5 Mio. Euro erhöht (Vj: 8.289,2 Mio. Euro). Das EBIT ist um 4 % auf 732,7 Mio. Euro gestiegen (Vj: 707,8 Mio. Euro). Nach einem Ergebnis von 113,6 Mio. Euro im Vorjahr wird dieses Jahr ein EBT von rd. 68,1 Mio. Euro ausgewiesen. Dies entspricht einem Rückgang von rd. 45,5 Mio. Euro oder 40 % gegenüber dem Vorjahr.
Aufgrund des sich zunehmend verschärfenden Wettbewerbsumfelds, allen voran im Güterverkehr, haben die ÖBB Mitte 2025 ein Wettbewerbsprogramm namens „Compete“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die beeinflussbaren Plankosten konzernweit um 10 % zu senken und den Konzern wettbewerbsfit für die Zukunft aufzustellen. Insgesamt werden konzernweit rd. 300 Mio. Euro jährlich eingespart, etwa durch Synergien in den Querschnittsbereichen, die Reduktion von Verwaltungskosten und Sachaufwendungen sowie Prozessoptimierungen und Produktivitätssteigerungen.

